Bosch eMTB-Challenge 2026 – Les Arcs / Frankreich
Rennbericht E-MTB News – Velo Vert Festival Les Arcs / Bourg-Saint-Maurice 2026
Hinter uns lag eine längere Rennpause. Faul war in der Zeit aber niemand. Helen verteidigte in Willingen ihren deutschen Meistertitel, Théo wurde bei den französischen E-Enduro-Meisterschaften Zweiter, nur Adrien Dailly war schneller. Letztes Wochenende kam das Team beim Velo Vert Festival in Bourg-Saint-Maurice wieder zusammen. Das Festival ist 2026 neu in die Haute-Tarentaise umgezogen, in die Berge hinter dem Mont Blanc. Eine bessere Kulisse gibt es kaum. Die Vorfreude war riesig, auch weil wir uns alle endlich wiedersahen.
Wer das Wochenende lieber in bewegten Bildern erleben will, schaut in unseren Vlog:
Rotwild Schwalbe Gravity Team in Les Arcs
Freitag – das E-Enduro-Rennen
Den Auftakt machte am Freitag das E-Enduro-Rennen des Festivals. Sechs richtig gute Bergab-Stages, genau unser Terrain. Bei den Männern ging es eng zwischen Théo und Kelan zu. Am Ende setzte sich Théo mit zwei Sekunden Vorsprung durch und holte den Sieg vor seinem Teamkollegen. Helen gewann die Frauenwertung vor Flo Espiñeira. Ein Doppelsieg, besser konnte das Wochenende nicht beginnen.
Samstag – die Bosch eMTB-Challenge
Am Samstag stand das Hauptevent an. Auch für die mittlerweile etablierte Bosch eMTB-Challenge war es ein neues Event in Frankreich. Die Organisation war wie immer gelungen, das Rennen gut ins Festival integriert. Über den frühen Start waren wir froh. Anders als beim Weltcup in Leogang spielte das Wetter perfekt mit, und so entkamen wir der Mittagshitze. In der Pro-Kategorie warteten sieben Stages und knapp 1700 Höhenmeter zum Pedalieren. Den Akku durfte man nur wechseln, wenn man ihn selbst im Rucksack trug. Die meisten Fahrerinnen und Fahrer setzten daher auf eine Batterie und gutes Akkumanagement.
Erste Rennhälfte
Nach einem kurzen Transfer ging es in die ersten beiden Stages. Erst eine Up-and-Down-Stage, dann eine reine Uphill-Stage. Nach der knappen Anfahrt ein Schock fürs System. Das Bike von Kelan schaltete sich direkt vor dem Start von Stage 1 ab, da wurde es für ihn nochmal hektisch. Er löste das Problem schnell, und alle drei kamen sauber durch die ersten beiden Prüfungen. Eines war da bereits klar: Es würde ein langer und vor allem tretlastiger Tag in Bourg-Saint-Maurice.
Zwischenstand Frauen nach Stage 2:
- Anna Spielmann: 3:26.65
- Florencia Espiñeira: +0:04.36
- Laura Charles: +0:07.57
- Helen Weber: +0:10.55
- Jana Urban: +0:18.95
Zwischenstand Männer nach Stage 2:
- Jérôme Gilloux: 3:14.27
- Kenny Muller: +0:03.41
- Lukas Dennda: +0:08.63
- Théo Ruhlmann: +0:09.78
- Guillaume Heinrich: +0:12.33
Kelan lag nach dem Startschreck noch auf Rang acht. Über den Tag arbeitete er sich aber bis auf Platz vier nach vorne.
Endlich folgte die erste Bergab-Stage. Schön zu fahren, aber stark ausgesetzt und bei hohem Tempo entsprechend gefährlich. Ein Thema, das sich durch den ganzen Tag ziehen sollte. Stage 3 war ein alpiner Wanderweg mit vielen Switchbacks und hoher Durchschnittsgeschwindigkeit. Hier schlug das Team zu. Théo fuhr bei den Männern Bestzeit in 3:36.23, Helen holte bei den Frauen mit 4:00.02 ebenfalls den Stage-Sieg. Im Anschluss wartete eine starke Verpflegung, Käseempfehlung des Hauses: Beaufort.
Zweite Rennhälfte
Stage 4 ging wieder rauf und runter, inklusive einer No-Feet-Zone. Wer hier den Fuß vom Pedal nahm, kassierte fünf Sekunden Strafe. Auch diese Prüfung traversierte lange durch exponiertes Gelände. Auf Race-Pace alles andere als ungefährlich.
Stage 5 war eine reine Downhill-Stage, schnell und gespickt mit guten Kurven. Hier war Kelan nicht zu schlagen. Mit 3:18.46 fuhr er die Tagesbestzeit aller Profis.
Kelan in seinem Element. Auf der reinen Downhill-Stage 5 setzte er die schnellste Zeit aller Profis.
Mit Stage 6 kam die Pro-Stage, vermutlich die längste Power-Stage der Saison. 185 Höhenmeter bergauf, dazu eine No-Feet-Zone und reichlich technische Kurven. Auf dieser langen Kletterei zählte vor allem die reine Tretleistung. Entsprechend verloren wir hier nach vorne die meiste Zeit. Die schnellsten Zeiten fuhren Jérôme Gilloux und Anna Spielmann, die am Ende auch die Gesamtwertung gewannen. Über das Streckenlayout dieser Stage kann man streiten.
Stage 7 mischte gute Downhill-Passagen mit einem längeren Bergab-Stück und einer weiteren No-Feet-Zone. Ein versöhnlicher Abschluss eines langen Renntags.
Die Ergebnisse
Bei den Männern wurde es an der Spitze richtig eng. Théo und Kenny Muller trennten am Ende 0,71 Sekunden. Théo behielt mit 22:46.21 die Nase vorn und sicherte sich Platz 2. Der Sieg ging an Jérôme Gilloux. Seinen Vorsprung holte er vor allem auf den Bergauf-Stages und der Pro-Stage, allein dort nahm er Théo über 14 Sekunden ab. Kelan rundete den Tag mit Rang 4 in 23:26.19 und seinem Stage-Sieg ab.
Bei den Frauen fuhr Helen auf das Podium. Als Dritte fehlten ihr nur 7,76 Sekunden auf Florencia Espiñeira. Wie bei Théo kostete die Pro-Stage den größten Brocken. Den Sieg sicherte sich Anna Spielmann.
Endergebnis Frauen (Podium):
- Anna Spielmann: 24:32.57
- Florencia Espiñeira: +0:24.97
- Helen Weber: +0:32.73
Endergebnis Männer (Podium):
- Jérôme Gilloux: 22:21.25
- Théo Ruhlmann: +0:24.96
- Kenny Muller: +0:25.67
Feedback Bosch eMTB-Challenge
Mittlerweile haben wir je drei Runden der European E-MTB Tour und der Bosch eMTB-Challenge bestritten. Zeit für eine ehrliche Einschätzung. Die beiden Serien setzen unterschiedliche Schwerpunkte. Die European Tour kommt dem klassischen E-Enduro am nächsten. Die Bosch eMTB-Challenge ist breiter aufgestellt, spricht bewusst auch Einsteiger an und setzt stärker auf Uphills. An diesem Wochenende fiel die Entscheidung allerdings zu stark über das Körpergewicht. Das ist keine Ausrede, sondern einfache Physik. Auf langen, wenig technischen Anstiegen bringt jedes Kilo weniger einen Vorteil, den das Fahrkönnen kaum aufholen kann. Am meisten Spaß macht uns Racing, wenn die Entscheidung über die fahrerischen Fähigkeiten fällt. Genau hier liegt der Reiz technischer Uphills. Entsteht der Anspruch über die Geschwindigkeit durch technische Sektionen, zählen saubere Linien und gutes Bike-Handling statt reiner Kletterleistung.
Für alle Leser daher eine klare Empfehlung: Wer reines Enduro sucht, ist bei der European Tour richtig. Wer den Reiz langer Uphills mag, fährt die Bosch E-MTB Challenge. In Kombination ergeben beide Serien schon jetzt eine richtig gute Allround-Herausforderung für alle Fahrer. Großes Dankeschön an das Team von Bosch, das den Sport mit dem Sponsoring beider Serien und starker Medienarbeit mustergültig pusht.
Die Strecken waren die besten, die wir bisher bei einer Bosch eMTB-Challenge gefahren sind. Schnell und abwechslungsreich, mit Bergab-Passagen, die richtig Spaß machten. Bergauflastig blieb das Wochenende trotzdem, auf den glatten Uphills zählte mehr die Tretleistung als das Fahrkönnen. Mitgenommen haben wir aber jede Menge: am Freitag den E-Enduro-Doppelsieg, am Samstag drei Stage-Bestzeiten und zwei Podestplätze bei der Challenge.
Ausblick
Als Nächstes steht für das ganze Team die European Tour in Méribel an. Danach trennen sich die Wege. Théo startet in Davos, wir berichten von dort. Kelan nimmt die E-Megavalanche in Angriff. Dazu folgt ein Kurzbericht. Helen fährt die EDR Val di Fassa und La Thuile.
Rotwild Schwalbe Gravity Team
Das Rotwild Schwalbe Gravity Team steht 2026 voll im Zeichen E-Enduro – schnell, technisch und klar auf Racing ausgelegt. Das Team gehört zu den festen Größen im E-Enduro World Cup und setzt konsequent aufs E-Mountainbike und die damit verbundenen, internationalen Rennen.
Mit dabei sind:
- Kelan Grant
- Théo Ruhlmann
- Helen Weber
Zusätzlich besteht das Team-Setup (abseits der Fahrer) aus Leuten wie Torben (ebenfalls Fahrer/Content), sowie David und Lukas im Management.
Kurz zu den Personen:
- Kelan Grant ist schon mehrere Jahre im Team und bringt viel Erfahrung mit.
- Théo Ruhlmann ist 2026 neu dazugekommen und gilt als starker Neuzugang.
- Helen Weber ist u. a. deutsche Meisterin im E-Enduro, hatte aber zum Saisonstart 2026 krankheitsbedingt gefehlt.
Im Fokus steht kompromisslose Performance: Bikes und Setup werden direkt im Renneinsatz entwickelt und ständig weiter optimiert. Das merkt man vor allem auf anspruchsvollen Uphill-Passagen, wo Fahrtechnik, Timing und Motor-Feingefühl entscheidend sind. Als Bike setzt das Team 2026 auf das Rotwild R.EXC Team Avinox M2S Race 750, das mit dem speziell für E-Racing in der Leistung gedrosselten avinox M2S Race 750-Motor ausgestattet ist.
2026 geht es weniger um Show, mehr um Ergebnisse – das Team jagt Bestzeiten und nutzt die Möglichkeiten moderner E-MTB-Technik voll aus. Gleichzeitig bleibt der Spirit: technisch fahren, Grenzen verschieben und neue Lines möglich machen.
Bist du schon einmal bei einem Rennen der Bosch eMTB-Challenge mitgefahren? Interessiert dich diese Rennserie?
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