Neues Orbea Wild LT E-Bike – Test Avinox M2S gedrosselt, dennoch neue Benchmark?

Neues Orbea Wild LT 2026 im ersten Test. In Zeiten, in denen sich E-MTBs immer ähnlicher werden – sei es durch Packaging, gleiche Motoren und gut ausentwickelte Geometrien –, muss man schon etwas Außergewöhnliches erschaffen, wenn man sich von der Masse absetzen will. Außerhalb von Restriktionen denken, mutig sein, Neues wagen und über die Innovationskraft verfügen, die eigenständige Vision umzusetzen. Genau diesen Weg geht Orbea mit dem neuen Wild LT – und bringt sich einmal mehr in Position, die Benchmark für E‑Mountainbikes zu setzen. Wir haben das neue Wild LT mit Avinox-Motor bereits getestet.
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Youtube LogoVideo: Orbea Wild LT im Test

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Orbea Wild LT: Gedrosselter Motor – genialer Zug oder kompletter Fail?
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Orbea Wild LT 2027 – Infos und Preise

Ja, die Gerüchte sind korrekt: Orbea setzt im Wild jetzt auf den avinox M2s und war mutig genug, diesen Mittelmotor zu drosseln. Und ja, das Entwicklerteam bei Orbea hat noch alle Tassen im Schrank. Nachdem wir den pinken Elefanten also einmal benannt haben, wollen wir uns erst einmal dem E-Bike an sich widmen – wenn euch nur die Hintergründe zur Motorabstimmung interessieren, dann springt direkt ins Kapitel Motor & Akku.

EinsatzbereichEnduro, Freeride
Federweg170-180 mm/170 mm
Laufradgröße29ʺ, Mullet 29″-27,5″
RahmenmaterialAluminium, Carbon
MotorAvinox
Akkukapazität600-800 Wh
RahmengrößenS, M, L, XL (im Test: XL)
Websiteorbea.com
Preisspanne5.599 Euro - 12.699 Euro

Wenn man Innovationsdirektor Xabi und Markel, dem Verantwortlichen fürs (E-)MTB-Produktmanagement bei Orbea, glauben schenken will, dann hat sich Orbea für einen eigenständigen Weg in der Konzeption von E-MTBs entschieden. Erkennbar war das bereits am Rise mit Shimano EP801 RS und zuletzt dem Rallon RS. Der Anspruch dabei ist jedoch nicht, um jeden Preis anders zu sein, die beiden Orbea-Mitarbeiter zeichnen eher ein symbolisches Bild vom ersten iPhone – vernetzt und ultra-funktionell, aber vor allem mit einem extrem starken Fokus auf einfache und intuitive Bedienung. Ein eleganter Assistent mit vollem Funktionsumfang, der Erlebnis statt Frustration versprechen soll. In anderen Branchen ein erfolgreicher Ansatz, im E-MTB komponentenübergreifend noch ein Novum – die Basken nennen es Rider Synergy, kurz RS, und implementieren es ins nagelneue Orbea Wild LT.

Schönheit liegt bekanntlich im Auge des Betrachters – zumindest in meinen Augen ist das neue Orbea Wild LT optisch auf jeden Fall gelungen!
# Schönheit liegt bekanntlich im Auge des Betrachters – zumindest in meinen Augen ist das neue Orbea Wild LT optisch auf jeden Fall gelungen! – Federweg: 170 mm / 170 mm | Gewicht: ca. 21 kg | Preis: 5.599 € – 12.699 € (UVP)

Die Innovationen

✅ Neuer, leichter Carbon-Rahmen und alternative Alu-Option
✅ Steep-and-Deep-Sitzrohrkonstruktion für extralange Sattelstützen und viel Überstandshöhe
✅ Rider-Synergy-Konzept (RS) mit eigener elektronischer Dropperpost, eigener hochfunktioneller Remote, Fahrwerks-, Schaltungs- und Motorvernetzung
✅ Ein-Akku-Konzept für maximale Bedienfreundlichkeit
✅ 3 x so sensibel: Auf bestmögliche Reaktivität und Kontrolle optimierte Motorsteuerung mit RS-Tune auf dem Avinox M2S
✅ Erstes Avinox E-MTB, bei dem das Wertversprechen des Bike-Herstellers das des Motor-Herstellers überragt
✅ Erstmals Alu-Variante auf Team-Ausstattungsniveau: H-Team

Ja – der Avinox M2S im Orbea Wild ist auf 750 W Leistung gedrosselt.
# Ja – der Avinox M2S im Orbea Wild ist auf 750 W Leistung gedrosselt.
Ja – es ist ein mutiger Schritt, aber notwendig, um das System ins RS-Ökosystem einzuflechten.
# Ja – es ist ein mutiger Schritt, aber notwendig, um das System ins RS-Ökosystem einzuflechten.

Positioniert wird das neue Orbea Wild LT seitens Hersteller als Gravity-Maschine, der LT-Zusatz verrät es schon, aber auch optisch wird das schnell deutlich: Das Wild LT trägt die analoge und markante Designsprache des Enduro/DH-Bikes Rallon und des leichten E-Enduros Rallon RS – die jeweils mit üppig Federweg ausgerüstet sind. Ab Werk spendiert man auch dem Wild viel davon: 170 mm sind es vorn und hinten, via MyO-Konfigurator lässt sich das Bike jedoch auch mit 180 mm Gabel ausrüsten. Um verschiedenen Vorlieben gerecht zu werden, setzt der Hersteller außerdem auf zwei Laufradkonfigurationen. Mit zwei verschiedenen Umlenkwippen lässt sich das Bike als Mullet-Variante oder als 29″-Bike kaufen – oder im Nachhinein auch umrüsten.

Der formschöne Rahmen erinnert an den Vorgänger, gliedert sich aber noch stärker in die aktuelle Gravity-Designsprache von Orbea ein: Das Wild LT passt aber auch von den Eckdaten zu Rallon EN, Rallon DH und Rallon RS.
# Der formschöne Rahmen erinnert an den Vorgänger, gliedert sich aber noch stärker in die aktuelle Gravity-Designsprache von Orbea ein: Das Wild LT passt aber auch von den Eckdaten zu Rallon EN, Rallon DH und Rallon RS. – Das Fullpower-E-MTB kann vorn mit 170er oder 180er Singlecrown oder aber mit 200 mm Doppelbrückengabel aufgebaut werden – hinten gibt es maximal 170 mm Federweg.
Was bleibt, ist neben der markanten Formsprache auch der Einsatz sinnvoller Technologien, die man in den vergangenen Jahren durchs Portfolio hindurch etabliert hat.
# Was bleibt, ist neben der markanten Formsprache auch der Einsatz sinnvoller Technologien, die man in den vergangenen Jahren durchs Portfolio hindurch etabliert hat. – Sichtbar ist das Tool im Drehpunkt, unsichtbar ist die doppelte Abdichtung der Lager.
Abschied nimmt der Hersteller hingegen von umstrittenen Technologien wie der Kabelführung durch den Steuersatz.
# Abschied nimmt der Hersteller hingegen von umstrittenen Technologien wie der Kabelführung durch den Steuersatz. – Wichtiger ist hier: Mit dem ZS56-Steuerrohrdurchmesser bietet man dem Kunden die Möglichkeit, einen Winkelsteuersatz oder einen Reach-Adjust-Steuersatz nachzurüsten.

Optionen stehen auch in weiterer Hinsicht weit oben im Lastenheft: Neben zwei Geometrie-Verstellmöglichkeiten gibt es verschiedene Farbvarianten und sieben vorkonfigurierte Modelle. Vier davon auf Basis des Carbon-Rahmens, drei davon auf Basis des Alu-Rahmens. Dazu setzt Orbea natürlich auf den hauseigenen MyO-Konfigurator, der eine komplette Farb-Individualisierung sowie Änderungen an den Komponenten zulässt. Preislich kann Orbea beim Einstiegsmodell keine Bestmarke setzen, das LT-H20-Einstiegsmodell ist mit 5.599 € nicht günstig. Adressiert wird hier nicht der Schnäppchenjäger, sondern der engagierte Mountainbiker oder E-Mountainbiker, ein besserer Einstiegspreis wäre jedoch interessant. Das Ende der Fahnenstange ist preislich zumindest in der vorkonfigurierten Variante M-LTD bei 13.499 € erreicht. Das Modell kommt jedoch ohne Float X2 Neo, den vollen funktionellen Umfang des RS-Konzepts bekommt man gegen 900 € Aufpreis für den vernetzten Elektro-Dämpfer. Keine Frage: Das ist schon extrem hochpreisig, jedoch senkt Orbea im Vergleich zum Rallon RS doch etwas die Preise fürs Topmodell und auch das H20-Modell ist verglichen mit den H20-Vorgängermodellen (6.499 €/5.999 €) günstiger geworden.

Zwei verschiedene Wippen konvertieren das Bike vom 29-Rad zum Mullet-Bike und umgekehrt.
# Zwei verschiedene Wippen konvertieren das Bike vom 29-Rad zum Mullet-Bike und umgekehrt. – Wer sich nicht sicher ist, kann diese Wippen auch nachträglich noch im Ersatzteilshop von Orbea erwerben – die Carbon-Umlenkhebel dürften mit ca. 270 € zu Buche schlagen, wenn der Preis analog zu denen des Rallon RS bleibt.
Das Wild LT funktioniert, wie schon das Rallon RS, als Ökosystem mit möglicherweise zukunftsweisenden Technologien.
# Das Wild LT funktioniert, wie schon das Rallon RS, als Ökosystem mit möglicherweise zukunftsweisenden Technologien. – Anstatt einfach nur teure Komponenten an einem Rahmen zu verkaufen, versteht Orbea seinen Auftrag eher als Verkäufer eines Fahrgefühls.
Unter dem RS-Label – Rider Synergy – läuft auch das vernetzte Wild LT, zumindest in den beiden hochpreisigen Ausstattungsvarianten.
# Unter dem RS-Label – Rider Synergy – läuft auch das vernetzte Wild LT, zumindest in den beiden hochpreisigen Ausstattungsvarianten. – Doch auch abseits dieser will Orbea mit einer spitzen Zielgruppe den Gravity-Fan glücklich machen und das Orbea-typische Fahrgefühl ins Wild LT eingebettet haben.

Technisch sind sowohl Alu- als auch Carbon-Rahmen dabei insgesamt sehr gut und detailverliebt gemacht. An Bord sind natürlich sämtliche Details, die Orbea seit einiger Zeit einsetzt. Integrierte Tools am Rahmen – im Hauptlager des Rockers ist ein kleines, magnetisch gesichertes Multitool, in der Steckachse zudem ein abziehbarer 6er Innensechskant. Leise, klapperfrei und bisher habe ich an keinem Rad eines der Tools verloren. Dazu gibt es an vielen Drehpunkten eine mehrfache Dichtung der Industrielager, indem eine zweite Gummidichtung in axialer Richtung zwischen Abschlussring und Lager platziert wird. Orbea setzt außerdem auf einen Kettenschutz, der sowohl auf der Kettenstrebe als auch der Sitzstrebe positioniert ist. Ab Werk ist zudem eine Rahmenschutzfolie auf dem Rahmen aufgebracht – all das dient der Langlebigkeit des Rahmens. Verglichen mit der iPhone-Analogie wären das ab Werk aufgebrachte Displayschutzfolie und Schutzfolie. Klasse! Aus meiner Perspektive ist auch die Rückkehr zur herkömmlichen Zugverlegung ein wichtiger Schritt in Richtung endverbraucherorientierte Entwicklung – das war am Vorgängermodell für mich einer der wenigen Kritikpunkte.

Das Wild LT ist weiterhin ein abgestützter Eingelenker mit konzentrischem Drehpunkt in der Hinterrad-Achse.
# Das Wild LT ist weiterhin ein abgestützter Eingelenker mit konzentrischem Drehpunkt in der Hinterrad-Achse. – Dank kompaktem Motorsystem kann Orbea die Kinematik analog zum Rallon EN/DH/RS gestalten: Das bedeutet: wenig Anti-Squat (90 % im SAG), niedriger Drehpunkt für einen geringen Anti-Rise und eine konstante Progressionsentwicklung aus der Kinematik auf 31 % Gesamtprogression.
Mit 90 % Anti-Squat im SAG will man den Pedalrückschlag adressiert und einen Sweet-Spot zwischen positiven und negativen Effekten aufs Fahrwerk gefunden haben.
# Mit 90 % Anti-Squat im SAG will man den Pedalrückschlag adressiert und einen Sweet-Spot zwischen positiven und negativen Effekten aufs Fahrwerk gefunden haben. – Dazu hat Orbea laut eigener Aussage sehr viel Zeit und Energie in das Testing von Prototypen gesteckt: Das Ergebnis: weniger Pedalrückschlag, ohne dass das Fahrwerk durch Kettenzug zu stark in den Federweg gezogen wird – ein Sweetspot eben.

Orbea begründet die Wahl des Motorsystems neben anderen Gründen vor allem mit dem Bauraum des Avinox M2S-Motors. Erkennbar ist das bereits am Hauptdrehpunkt, der etwas unterhalb der Kettenlinie liegt. Wer die Tests zu Rallon RS und Rallon EN aufmerksam gelesen hat, wird sich an ein Thema erinnern: Das Entwicklungsteam hat den Anti-Squat an all diesen Plattformen gesenkt. Verfolgt wurde hier der Plan, die Hinterradtraktion im Up- und Downhill, den Pedalrückschlag und die Effekte des Kettenzugs auf das Fahrwerk im Uphill auszubalancieren. Den Sweet-Spot will man durch viele Testreihen mit Prototypen bei 90 % im SAG gefunden haben, damit sind die negativen Effekte eines niedrigeren Anti-Squat noch nicht stark ausgeprägt und lassen sich durch das Fahrwerk ausmerzen, während die positiven Effekte überwiegen. Auf Nachfrage erklärt Orbea, dass die Kinematik jedoch nicht größenspezifisch ausgelegt ist, man arbeitet fürs Kinematik-Design mit einer Referenzhöhe für die Schwerpunktlage zwischen M- und L-Rahmen und appliziert diese auf alle Rahmengrößen.

Zwischen Detailverliebt und State of the Art ist der Rahmen mit allem ausgerüstet, was man gerne dabei hat.
# Zwischen Detailverliebt und State of the Art ist der Rahmen mit allem ausgerüstet, was man gerne dabei hat. – Eine einfach vorspannbare und klemmbare Hauptlagerachse für perfektes Lagerspiel trifft auf einen Matsch-Schutz zwischen Kettenstrebe und Hauptrahmen.
Der Kettenstrebenschutz ist mit Hohlprofil ausgeführt, um der schlagenden Kette zumindest den Lautstärke-Regler runterzudrehen.
# Der Kettenstrebenschutz ist mit Hohlprofil ausgeführt, um der schlagenden Kette zumindest den Lautstärke-Regler runterzudrehen. – Mit seinem leicht gefleckten Material erinnert der Schutz an Samples aus nachhaltigen Rohstoffen, die ich bei einem Produzenten für Gummi-Teile mal in der Hand hatte.
Auch nahe dem Motor ist das Unterrohr geschützt – zusätzlich gibt es einen Shuttle-Guard, der das Unterrohr weiter oben gegen Abrieb schützt.
# Auch nahe dem Motor ist das Unterrohr geschützt – zusätzlich gibt es einen Shuttle-Guard, der das Unterrohr weiter oben gegen Abrieb schützt.

Das Absenken des Hauptdrehpunkts bringt weitere Vorteile: Einmal lässt sich der Anti-Rise des abgestützten Eingelenkers konstanter gestalten: Das Wild liegt hier bei etwa 60 % konstant durch den Federweg hindurch. Beibehalten hat man die Auslegung des Hebelverhältnisses: Mit 31 % Progression und gleichmäßiger Kennlinie ähnelt es dem Vorgänger.

All das dient dem Ziel: Bestes Handling, beste Bergauf-Performance, bei einer verbraucherzentrierten Entwicklung. Sinnvoll und langlebig, hochfunktionell und nicht überfrachtet – dafür will das neue Orbea Wild LT stehen – ob das gelungen ist?

VGL Alt VGL Neu

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Motor & Akku

Kommen wir nun also zum vermutlich kontroversesten Thema am neuen Orbea Wild LT: dem Motor. Orbea hat sich in der Präsentation des Bikes auf sehr erfrischende Art und Weise überhaupt nicht auf die Motor-Leistungsdaten fokussiert, sondern vor allem den eigenen RS-Tune herausgestellt. Um diesen zu entwickeln, hat Avinox den Software-Entwicklern von Orbea die Tür geöffnet und Modifikationen über das typische OEM-Ausrüster-Level hinweg zugelassen. Orbea hat auf diese Abstimmung keine Exklusivitätsvereinbarungen getroffen, sondern versteht das Projekt als Möglichkeit für beide Seiten zu lernen. Gelernt hat man vor allem in eigenen Tests mit dem System und für sich herauskristallisiert, dass die Basis sehr gut ist, für das bevorzugte Fahrgefühl von Orbea aber andere Prioritäten gesetzt werden müssen – Orbea benennt diese: „Maximale Leistung braucht man manchmal, maximale Kontrolle braucht man immer!“

Der RS-Zusatz macht den Unterschied: Orbea ist einmal mehr tief in die Materie abgetaucht und hat die Motorunterstützung selbst gestaltet.
# Der RS-Zusatz macht den Unterschied: Orbea ist einmal mehr tief in die Materie abgetaucht und hat die Motorunterstützung selbst gestaltet. – Aus eigenem Testing mit dem Avinox-System war man nicht zu 100 % glücklich: der leichte Zeitversatz, mit dem das System einsetzt, sollte eliminiert werden.

Die Sensorik des Antriebssystems erlaubt höhere Reaktionsgeschwindigkeiten, als Avinox sie aktuell selbst appliziert – der Grund dafür? Laut Orbea ist die Kombination aus maximaler Leistung und maximaler Sensorauflösung zu viel, was wohl auch erklärt, warum Avinox selbst diese Kombination nicht nutzt. Genau hier setzt Orbea an und platziert den entscheidenden Kompromiss: Um die Sensibilität der Sensoren voll auszunutzen, ist weniger Leistung notwendig. 5-mal reaktiver ist der Kurbelwinkel-Sensor, 2 x reaktiver der Drehmomentsensor und 3 x reaktiver der Kadenzsensor. Im Durchschnitt kommt der RS-Tune auf eine 3-mal schnellere Reaktionszeit als der Serien-Tune des Avinox M2S. Angewendet wird dieser Tune in den vier Modi Eco, Auto, Trail und Turbo und in diesen auf 750 W Spitzenleistung begrenzt. Das volle Drehmoment von 130 Nm erlaubt der Antrieb in diesen Modi jedoch, denn gerade das Drehmoment soll im technischen Uphill bei durchschnittlichen Kadenzen von 40–50 rpm entscheidende Vorteile liefern.

Im Avinox-System steckt laut Orbea viel Potenzial, um den Abstimmungsschwerpunkt zu verändern.
# Im Avinox-System steckt laut Orbea viel Potenzial, um den Abstimmungsschwerpunkt zu verändern. – Die Sensorauflösung der qualitativ hochwertigen Sensoren gibt mehr her: Orbea macht sich das zunutze und verschiebt die Balance zwischen maximaler Leistung und maximaler Kontrolle sehr deutlich in Richtung Kontrolle.
Fest verbaut sind die Akkus im Unterrohr des Wild LT, optional können 600 oder 800 Wh spezifiziert werden.
# Fest verbaut sind die Akkus im Unterrohr des Wild LT, optional können 600 oder 800 Wh spezifiziert werden.
Mit reduzierter Power ergibt auch der kleinere Akku mehr Sinn – damit sinkt das Gewicht auf unter 21 kg.
# Mit reduzierter Power ergibt auch der kleinere Akku mehr Sinn – damit sinkt das Gewicht auf unter 21 kg.
Um die vollen Vorteile des Avinox-Ökosystems mit dem RS-Ökosystem zu verflechten, setzt Orbea auf eine Avinox-Ladebuchse und die Schnellademöglichkeit.
# Um die vollen Vorteile des Avinox-Ökosystems mit dem RS-Ökosystem zu verflechten, setzt Orbea auf eine Avinox-Ladebuchse und die Schnellademöglichkeit.

Aber das ist nicht alles: Den Superboost-Modus mit bis zu 60 Sekunden Laufzeit schränkt der Hersteller nicht ein, sondern setzt hier sogar einen drauf: volle 1300 W Leistung kann das Motorsystem abrufen, bei bis zu 150 Nm Drehmoment. Damit will man für den weniger technischen Uphill auf Forstwegen oder andere Anwendungsfälle den Support-Button für mehr Tempo beibehalten. Aus meiner Brille ist das ein ziemlich gut gelungenes Konzept: Die reduzierte Maximalleistung spart Akku, schont das Material, ist zumindest für mein Fahrergewicht absolut ausreichend, hat den positiven Nebeneffekt, dass sie mit der ZIV-Empfehlung konform ist (exklusive Superboost) und ich bin bekennender Fan von Kontrolle über Power.

Apropos: Nicht super einfach via App, sondern über eine Software-Neuinstallation soll man auch auf den Standard-Tune des Motors zurückgreifen können. Das dürfte jedoch nur via Händler möglich sein und den RS-Tune überschreiben.

Kleiner Zwischenruf – weniger als 24 h vor Launch des Wild LT informiert Orbea uns darüber, dass statt Software Überschreibung nun wohl doch bis zu 5 Custom-Profile die maximale Leistung von 1300 W mit der hohen Reaktivität des RS-Tunes kombinieren können. Meiner Meinung nach untergräbt das eine der wichtigsten Thesen Orbeas und lässt ein daran Zweifeln, ob der M2S nicht auch in voller Leistung von der hohen Reaktivität profitieren kann – diese relativ zentrale Frage können wir wegen der kurzfristigen Vorlaufzeit und ohne Testrad nicht beantworten.

Sattelstütze, eigene Remote und Live-Valve-Dämpfer – all das ist direkt an den Hauptakku angebunden und erlaubt die maximale Systemvernetzung, Fahrwerksoptimierung gefüttert durch ein deutlich erweitertes Datenset, smarte Funktionen, ohne dabei zu überfordern und mit nur einem Ladegerät zu laden.
# Sattelstütze, eigene Remote und Live-Valve-Dämpfer – all das ist direkt an den Hauptakku angebunden und erlaubt die maximale Systemvernetzung, Fahrwerksoptimierung gefüttert durch ein deutlich erweitertes Datenset, smarte Funktionen, ohne dabei zu überfordern und mit nur einem Ladegerät zu laden. – Der Apple-Gedanke eines extrem einfach zu bedienenden, aber hochfunktionellen Systems ist schlüssig und spiegelt sich in Orbeas Bemühungen definitiv wider.

Orbea setzt an den RS-Modellen M-LTD und M-Team auf weitere RS-Komponenten, wie die MC10-Dropperpost und die Orbea RS-HMI-Lenkerfernbedienung, die jeweils mit dem Hauptakku verbunden sind. Natürlich wird auch der Live-Valve-Neo-Dämpfer, sofern ausgewählt, über den Akku gespeist. Eine besondere Face-Plate am Vorbau erlaubt außerdem über einen separaten Ausleger die Montage eines fest installierten und fest angeschlossenen Scheinwerfers. Der Akku selbst ist dabei im Unterrohr verbaut und kann nicht entnommen werden. Die performance-seitigen Kompromisse – weniger Steifigkeit und mehr Gewicht – durch eine Öffnung im Unterrohr wollte der Hersteller nicht eingehen. Dem Kunden wird die Wahl zwischen 800 Wh oder 600 Wh Kapazität gelassen. Geladen wird über die externe Ladebuchse und die Schnellladefunktion.

Deine Neugier zur Motorabstimmung ist befriedigt und dich interessiert das Bike? Service-Link zurück zum Kapitel Motor & Akku.

  • Motor Avinox M2S
  • Akku Avinox
  • Akkukapazität 600 Wh / 800 Wh
  • Nenndauerleistung 250 Watt
  • Spitzenleistung 750 W / 1300 W Superboost
  • Max. Drehmoment 130 Nm / 150 Nm Superboost
  • Display Avinox Touch Display

Hier findest du mehr Informationen zu aktuellen E-Bike-Motoren.

Geometrie

Neben all der Innovation auf technischer Ebene hat mich am Wild LT ein Geometriewert etwas stutzig gemacht. Bei all dem Fokus auf ein starkes und ausgewogenes Fahrverhalten, der Vielfältigkeit, die das Produkt und seine Inspirationsmodelle Rallon EN und Rallon DH mitbringen, fehlt mir am Wild LT eines: die zweite Kettenstreben-Option bzw. mitwachsende Streben. Auf Nachfrage erklärt man mir, dass man den Kunden nicht überfordern will und aus Rallon EN und DH gelernt hat, dass die Kettenstrebenlänge nicht größenspezifisch, sondern geschmacksspezifisch durch den Kunden spezifiziert wird. Sprich: Nicht unbedingt jeder XL-Kunde fährt lang, genauso wenig wie nicht jeder S-Kunde kurz fährt. Mit 448 mm liegt man irgendwo in einer komfortablen Mitte – oder aber in einem Kompromiss. Das darf jeder für sich entscheiden. Die Radlastverteilung verändert sich so natürlich über die vier Größen hinweg deutlich – am S-Rahmen kann man von langen Kettenstreben sprechen, am XL sind sie relativ gesehen eher kompakt.

Ein Flip-Chip am unteren Dämpferauge ermöglicht die Geometrieverstellung zwischen zwei Optionen.
# Ein Flip-Chip am unteren Dämpferauge ermöglicht die Geometrieverstellung zwischen zwei Optionen. – Bereits im hohen Geometrie-Modus ist das Wild LT abfahrtsorientiert. Um eine gleichbleibende Geometrie zu erhalten, verwendet Orbea anstelle eines Flip-Chips jedoch eine komplett eigene Wippe, um die Laufrad-Konfiguration zu verändern.

Abgesehen davon ist die Geometrie des Wild LT progressiv ausgelegt: vergleichsweise lange Reach-Werte, viel Stack – am XL-Testrad sprechen wir von 505 mm und 656 mm. Das Sattelrohr ist extrem stark eingekürzt und unterstreicht die Ambition, jedem Fahrer eine möglichst lange Sattelstütze zu ermöglichen: An meinem Testrad mit 420 mm Sattelrohr ist die 240 mm Variante mit etwa 10 cm Auszug verbaut – Luft für mehr ist also vorhanden, wenn man lange Beine hat – oder man kann mit deutlich weniger Innenbeinlänge zu den maximalen 240 mm greifen! Top!

Das Sitzrohr hat einen Offset zum Tretlager, der einen realen Sitzwinkel von 74° und einen effektiven Sitzwinkel von 78° erzeugt. Da es aufgrund des hohen Stacks wohl nur selten zu einer Sattelüberhöhung kommen dürfte, wird man vom effektiven Sitzwinkel selbst mit langen Beinen nicht viel verlieren. Statisch ist der Sitzwinkel steil, dynamisch, also gemessen am Federweg und dem SAG, würde ich ihn in ein modernes, moderates Feld einordnen – für meinen Geschmack genau richtig.

Die lange Einschubtiefe der Dropperpost ermöglicht es, das Sitzrohr effektiv einzukürzen.
# Die lange Einschubtiefe der Dropperpost ermöglicht es, das Sitzrohr effektiv einzukürzen. – Das bedeutet progressive 420 mm am XL – und maximale Dropperpost-Länge für mich! Theoretisch könnte sogar ein L-Pilot das XL-Bike mit 240er Dropper nutzen – Up- und Downsizing ist damit nicht eingeschränkt! Cool!
Restriktiv ist das konzentrisch zur Achse sitzende Hinterbau-Lager.
# Restriktiv ist das konzentrisch zur Achse sitzende Hinterbau-Lager. – Es ermöglicht keinen einfachen Weg, die Kettenstrebenlänge zu beeinflussen – man braucht einen Satz neuer Ketten- und Sitzstreben. Am Wild LT verzichtet Orbea wie auch am Rallon RS auf diese Option, die am Rallon EN/DH geboten wird – als XL-Fahrer finde ich das schade.

Mit dem Flip-Chip an der Dämpferaufnahme lässt sich die Tretlagerabsenkung von neutral-hohen 20 mm auf eher tiefe 28 mm absenken. Orbea kombiniert die Tretlagerhöhe mit kompakten 155 mm Kurbeln, um für genug Luft unter dem Pedal im Gelände zu sorgen. Die Flip-Chip-Verstellung beeinflusst natürlich auch die Winkel: auf 77,5° flacht der Sitzwinkel ab, der flache 63,9° Lenkwinkel wird nochmal flacher und landet im tiefen Geometriemodus auf 63,3°. Mit dem ZS56-Steuerrohrstandard will Orbea außerdem den Weg für Winkelsteuersätze oder Reach-Adjust-Steuersätze freigemacht haben, damit der noch nicht überforderte Kunde die Geometrie weiter für sich optimieren kann. Durch komplett eigene Wippen für die beiden Laufradkonfigurationen soll die Geometrie mit 27,5″ oder 29″-Hinterrad übrigens konsistent bleiben.

In meinen Augen ist die Geometrie damit ziemlich treffend für ein modernes E-Mountainbike. Auch wenn für meinen persönlichen Geschmack noch mehr drin wäre, wird das Wild LT für 99 % der Fahrerinnen und Fahrer sicherlich ideal passen.

Wusstest du eigentlich, dass du in Geometrics – unsere Datenbank für Fahrrad-Geometrien – viele aktuelle E-Bikes miteinander vergleichen und auf den ersten Blick die Unterschiede sehen kannst? Probier’s mal aus!

Erhältliche Rahmengrößen S / M / L / XL / XXL

Orbea Wild LT mit Geometrieangaben in Rahmengröße XL
# Orbea Wild LT mit Geometrieangaben in Rahmengröße XL

Rahmengröße S
M
L
XL
Laufradgröße 29″ 29″ 29″ 29″
Reach 436,3 mm430 mm 461,3 mm455 mm 486,3 mm480 mm 511,3 mm505 mm
Stack 624,5 mm628,7 mm 633,5 mm637,9 mm 642,5 mm647,2 mm 651,4 mm656,4 mm
STR 1,431,46 1,371,40 1,321,35 1,271,30
Lenkwinkel 63,9°63,3° 63,9°63,3° 63,9°63,3° 63,9°63,3°
Sitzwinkel, effektiv 78°77,5° 78°77,5° 78°77,5° 78°77,5°
Sitzwinkel, real 74°73,5° 74°73,5° 74°73,5° 74°73,5°
Steuerrohr 110 mm 120 mm 130 mm 140 mm
Sitzrohr 400 mm 405 mm 410 mm 420 mm
Überstandshöhe 786 mm 786 mm 786 mm 786 mm
Kettenstreben 448 mm 448 mm 448 mm 448 mm
Radstand 1.229 mm1.230 mm 1.256 mm1.257 mm 1.288 mm1.289 mm 1.317 mm1.318 mm
Tretlagerabsenkung 20 mm28 mm 20 mm28 mm 20 mm28 mm 20 mm28 mm
Tretlagerhöhe 360,5 mm352,5 mm 360,5 mm352,5 mm 360,5 mm352,5 mm 360,5 mm352,5 mm
Einbauhöhe Gabel 583 mm 583 mm 583 mm 583 mm
Gabel-Offset 44 mm 44 mm 44 mm 44 mm
Federweg (hinten) 170 mm 170 mm 170 mm 170 mm
Federweg (vorn) 170 mm 170 mm 170 mm 170 mm

Ausstattung

Das Orbea Wild LT ist in sieben Ausstattungsvarianten erhältlich. Einerseits habe ich etwas weiter oben erwähnt, dass Orbea die Preise im Vergleich zum Vorgänger etwas gesenkt hat, andererseits muss man schon ein bisschen genauer hinschauen, denn an einer Stelle warten versteckte Kosten, sofern man alle Vorteile des Avinox-Ökosystems auskosten möchte: Selbst bei den hohen Preisen der Top-Modelle ist das 4A-Ladegerät im Lieferumfang. Für das 12A-Schnellladegerät muss man mit einem Aufpreis von 159 € rechnen. Das ist ca. 100 € günstiger als im freien Markt. Gut finde ich hingegen: Nur das Einstiegsmodell H20 setzt auf den Avinox M2 ohne S, auch dieses kommt jedoch mit RS-Tune.

Trotzdem muss man anerkennen: Auch Aufpreis fürs 12A-Schnellladegerät bleibt dem Kunden effektiv eine Kostenersparnis, denn Orbea verändert das Ausstattungsniveau der Komponenten nicht – lediglich modernere Komponenten kommen zum Einsatz – am H20 ersetzt die neue Shimano Deore die nicht mehr verfügbare SLX, am H10 kommt beispielsweise die neue Shimano XT zum Einsatz. Auch bei den Fahrwerkskomponenten bleibt man auf der Flughöhe, auf der sich das Vorgängermodell jeweils bewegt hat.

Mein Testrad entspricht der M-LTD-Baureihe, kommt jedoch mit kleinen Modifikationen: Für die ruppigen Trails, auf denen wir testen waren, hat Orbea den Reifensatz von Exo+/DD auf DH-Karkasse vorn und hinten umgerüstet. Außerdem freue ich mich über die Alu-Laufräder: In der M-LTD-Mullet-Variante sind diese Serie – hier sind keine Carbon-Laufräder verfügbar. Auch im 29″-Spec bleibe ich am Testrad aber bei den Alu-Laufrädern – ab Werk sind hier Carbon-Laufräder montiert, die auch für die Preisdifferenz zwischen den beiden M-LTD-Konfigurationen sorgen.

Nicht jeder Redakteur hatte den Float X2 Neo verbaut – ich konnte den Dämpfer bereits im Rallon RS fahren, im Wild LT war es jetzt der Standard-X2.
# Nicht jeder Redakteur hatte den Float X2 Neo verbaut – ich konnte den Dämpfer bereits im Rallon RS fahren, im Wild LT war es jetzt der Standard-X2.
Im M-LTD-Testrad war eine Fox 38 Factory mit 170 mm Federweg verbaut – auf die längere Gabel habe ich aus Gründen der Radlastverteilung im ersten Test verzichtet.
# Im M-LTD-Testrad war eine Fox 38 Factory mit 170 mm Federweg verbaut – auf die längere Gabel habe ich aus Gründen der Radlastverteilung im ersten Test verzichtet.
Mit der SRAM Eagle XX Transmission ist eine super hochwertige Schaltung ins System integriert.
# Mit der SRAM Eagle XX Transmission ist eine super hochwertige Schaltung ins System integriert.
Erstkontakt mit der Maven B1 – die Bremse hat im Vergleich zur A1 spürbar weniger, aber immer noch viel Bremspower.
# Erstkontakt mit der Maven B1 – die Bremse hat im Vergleich zur A1 spürbar weniger, aber immer noch viel Bremspower.
Mein Testrad hatte an der Hinterradbremse mit Druckpunktwandern zu kämpfen, eine Eigenschaft, die auch im B1-Stadium also nicht ausgemerzt ist.
# Mein Testrad hatte an der Hinterradbremse mit Druckpunktwandern zu kämpfen, eine Eigenschaft, die auch im B1-Stadium also nicht ausgemerzt ist.
Die Exo+/DD-Reifen waren nur fürs Produktshooting am Bike – für den Trail-Einsatz wurden DH-Reifen montiert, die es auch im MyO-Konfigurator gibt.
# Die Exo+/DD-Reifen waren nur fürs Produktshooting am Bike – für den Trail-Einsatz wurden DH-Reifen montiert, die es auch im MyO-Konfigurator gibt.

Wer Fan des RS-Ökosystems ist, kann den vollen Funktionsumfang ab Werk in den beiden RS-Varianten bekommen, die preiswerten Modelle können zum aktuellen Stand nicht nachgerüstet werden. Am M10-Modell verzichtet Orbea beispielsweise auf die elektrische MC10-Sattelstütze, der Dropper-Hebel an der RS-HMI wird dann abgenommen. Ab dem M20-Modell kommt dann die Avinox-Remote zum Einsatz. Eine Nachrüstmöglichkeit fände ich an dieser Stelle noch klasse, um die RS-Features auch bei kleinem Geldbeutel zu ermöglichen.

Orbea Wild LT Preis (UVP)

  • Orbea Wild LT M-LTD RS 12.699 € (Mullet); 13.499 € (29″)
  • Orbea Wild LT M-TEAM RS 9.999 €
  • Orbea Wild LT M10 8.499 €
  • Orbea Wild LT M20 6.999 €
  • Orbea Wild LT H-TEAM 7.999 €
  • Orbea Wild LT H10 6.999 €
  • Orbea Wild LT H20 5.599 €
Farben und Ausstattungsvarianten der Bikes findest du zum Ausklappen unter der Ausstattungstabelle.
# Farben und Ausstattungsvarianten der Bikes findest du zum Ausklappen unter der Ausstattungstabelle. – Hier das Wild LT M-LTD für satte 12.699/13.499 €

ModellWild LT M-LTD RSWild LT M-Team RSWild LT M10Wild LT M20Wild/M LT M-LTD RSWild/M LT M-Team RSWild/M LT M10Wild/M LT M20Wild LT H-TeamWild LT H10Wild LT H20Wild/M LT H-TeamWild/M LT H10Wild/M LT H20
RahmenOrbea Wild OMR 2027, 29” wheels, Concentric Boost 12x148Orbea Wild OMR 2027, 29” wheels, Concentric Boost 12x148Orbea Wild OMR 2027, 29” wheels, Concentric Boost 12x148Orbea Wild OMR 2027, 29” wheels, Concentric Boost 12x148Orbea Wild OMR 2027, Mullet wheels, Concentric Boost 12x148Orbea Wild OMR 2027, Mullet wheels, Concentric Boost 12x148Orbea Wild OMR 2027, Mullet wheels, Concentric Boost 12x148Orbea Wild OMR 2027, Mullet wheels, Concentric Boost 12x148Orbea Wild Hydro, 29” wheels, Concentric Boost 12x148Orbea Wild Hydro, 29” wheels, Concentric Boost 12x148Orbea Wild Hydro, 29” wheels, Concentric Boost 12x148Orbea Wild Hydro, Mullet wheels, Concentric Boost 12x148Orbea Wild Hydro, Mullet wheels, Concentric Boost 12x148Orbea Wild Hydro, Mullet wheels, Concentric Boost 12x148
GabelFox 38 Float Factory 170, Grip X2, 15x110, KashimaFox 38 Float Factory 170, Grip X2, 15x110, KashimaFox 38 Float Factory 170, Grip X2, 15x110, KashimaRockShox ZEB Base DebonAir+ 170 E-MTB specific 15x110 BoostFox 38 Float Factory 170, Grip X2, 15x110, KashimaFox 38 Float Factory 170, Grip X2, 15x110, KashimaFox 38 Float Factory 170, Grip X2, 15x110, KashimaRockShox ZEB Base DebonAir+ 170 E-MTB specific 15x110 BoostFox 38 Float Factory 170, Grip X2, 15x110, KashimaFox 38 Float Performance 170, Grip, 3-Pos, 15x110RockShox ZEB Base DebonAir+ 170 E-MTB specific 15x110 BoostFox 38 Float Factory 170, Grip X2, 15x110, KashimaFox 38 Float Performance 170, Grip, 3-Pos, 15x110RockShox ZEB Base DebonAir+ 170 E-MTB specific 15x110 Boost
DämpferFox Float X2 Factory Trunnion 2-Pos Adjust Kashima custom tune 205x65mmFox Float X2 Factory Trunnion 2-Pos Adjust Kashima custom tune 205x65mmFox Float X2 Factory Trunnion 2-Pos Adjust Kashima custom tune 205x65mmFox Float X Performance Trunnion 2-Pos Evol LV custom tune 205x65mmFox Float X2 Factory Trunnion 2-Pos Adjust Kashima custom tune 205x65mmFox Float X2 Factory Trunnion 2-Pos Adjust Kashima custom tune 205x65mmFox Float X2 Factory Trunnion 2-Pos Adjust Kashima custom tune 205x65mmFox Float X Performance Trunnion 2-Pos Evol LV custom tune 205x65mmFox Float X2 Factory Trunnion 2-Pos Adjust Kashima custom tune 205x65mmFox Float X Performance Trunnion 2-Pos Evol LV custom tune 205x65mmFox Float X Performance Trunnion 2-Pos Evol LV custom tune 205x65mmFox Float X2 Factory Trunnion 2-Pos Adjust Kashima custom tune 205x65mmFox Float X Performance Trunnion 2-Pos Evol LV custom tune 205x65mmFox Float X Performance Trunnion 2-Pos Evol LV custom tune 205x65mm
SchalthebelSram AXS Pod UltimateSram AXS PodShimano XT M8200 I-Spec EVShimano Deore M6200 I-Spec EVSram AXS Pod UltimateSram AXS PodShimano XT M8200 I-Spec EVShimano Deore M6200 I-Spec EVShimano XT M8200 I-Spec EVShimano Deore M6200 I-Spec EVShimano Deore M6200 I-Spec EVShimano XT M8200 I-Spec EVShimano Deore M6200 I-Spec EVShimano Deore M6200 I-Spec EV
SchaltwerkSram XX Eagle AXSSram GX Eagle AXSShimano XT M8200 SGS Shadow PlusShimano Deore M7200 SGS Shadow PlusSram XX Eagle AXSSram GX Eagle AXSShimano XT M8200 SGS Shadow PlusShimano Deore M7200 SGS Shadow PlusShimano XT M8200 SGS Shadow PlusShimano XT M8200 SGS Shadow PlusShimano Deore M7200 SGS Shadow PlusShimano XT M8200 SGS Shadow PlusShimano XT M8200 SGS Shadow PlusShimano Deore M7200 SGS Shadow Plus
KassetteSram XX-1297 Eagle 10-52t 12-SpeedSram GX-1275 Eagle 10-52t 12-SpeedShimano CS-M7200 10-51t 12-SpeedShimano CS-M6200 10-51t 12-SpeedSram XX-1297 Eagle 10-52t 12-SpeedSram GX-1275 Eagle 10-52t 12-SpeedShimano CS-M7200 10-51t 12-SpeedShimano CS-M6200 10-51t 12-SpeedShimano CS-M8200 10-51t 12-SpeedShimano CS-M6200 10-51t 12-SpeedShimano CS-M6200 10-51t 12-SpeedShimano CS-M8200 10-51t 12-SpeedShimano CS-M6200 10-51t 12-SpeedShimano CS-M6200 10-51t 12-Speed
Kurbele*thirteen Helix Race Carbon e*specSram X0e*thirteen Helix Core e*spece*thirteen Helix Core e*spece*thirteen Helix Race Carbon e*specSram X0e*thirteen Helix Core e*spece*thirteen Helix Core e*spece*thirteen Helix Core e*spece*thirteen Helix Core e*spece*thirteen Helix Core e*spece*thirteen Helix Core e*spece*thirteen Helix Core e*spece*thirteen Helix Core e*spec
BremseSram Maven Ultimate 4 piston Hydraulic DiscSram Maven Silver 4 piston Hydraulic DiscShimano XT 8220 Hydraulic Disc; Galfer Wave Rotors 200mm front / 200mm rearShimano MT420 Hydraulic Disc; Galfer Wave Rotors 200mm front / 200mm rearSram Maven Ultimate 4 piston Hydraulic DiscSram Maven Silver 4 piston Hydraulic DiscShimano XT 8220 Hydraulic Disc; Galfer Wave Rotors 200mm front / 200mm rearShimano MT420 Hydraulic Disc; Galfer Wave Rotors 200mm front / 200mm rearShimano XT 8220 Hydraulic Disc; Galfer Wave Rotors 200mm front / 200mm rearShimano MT620 Hydraulic Disc; Galfer Wave Rotors 200mm front / 200mm rearShimano MT420 Hydraulic Disc; Galfer Wave Rotors 200mm front / 200mm rearShimano XT 8220 Hydraulic Disc; Galfer Wave Rotors 200mm front / 200mm rearShimano MT620 Hydraulic Disc; Galfer Wave Rotors 200mm front / 200mm rearShimano MT420 Hydraulic Disc; Galfer Wave Rotors 200mm front / 200mm rear
LaufräderOquo Mountain Control MC32LTD POWEROquo Mountain Control MC32TEAM POWERDT Swiss H 1900 Spline 30cRace Face AR 30c Tubeless ReadyOQUO Mountain Control MC32TEAM POWER (29”Front / 27,5”Rear)OQUO Mountain Control MC32TEAM POWER (29”Front / 27,5”Rear)DT Swiss H 1900 Spline 30c (29”Front / 27,5”Rear)Race Face AR 30c Tubeless Ready (29”Front / 27,5”Rear)Oquo Mountain Control MC32TEAM POWERDT Swiss H 1900 Spline 30cRace Face AR 30c Tubeless ReadyOQUO Mountain Control MC32TEAM POWER (29”Front / 27,5”Rear)DT Swiss H 1900 Spline 30c (29”Front / 27,5”Rear)Race Face AR 30c Tubeless Ready (29”Front / 27,5”Rear)
VorderreifenMaxxis Assegai 2.50” 60TPI Fold 3C MaxxGrip Exo+ TRMaxxis Assegai 2.50” 60TPI Fold 3C MaxxGrip Exo+ TRMaxxis Assegai 2.50” 60TPI Fold 3C MaxxGrip Exo+ TRMaxxis Assegai 2.50” 60TPI Fold 3C MaxxGrip Exo+ TRMaxxis Assegai 2.50” 60TPI Fold 3C MaxxGrip Exo+ TRMaxxis Assegai 2.50” 60TPI Fold 3C MaxxGrip Exo+ TRMaxxis Assegai 2.50” 60TPI Fold 3C MaxxGrip Exo+ TRMaxxis Assegai 2.50” 60TPI Fold 3C MaxxGrip Exo+ TRMaxxis Assegai 2.50” 60TPI Fold 3C MaxxGrip Exo+ TRMaxxis Assegai 2.50” 60TPI Fold 3C MaxxGrip Exo+ TRMaxxis Assegai 2.50” 60TPI Fold 3C MaxxGrip Exo+ TRMaxxis Assegai 2.50” 60TPI Fold 3C MaxxGrip Exo+ TRMaxxis Assegai 2.50” 60TPI Fold 3C MaxxGrip Exo+ TRMaxxis Assegai 2.50” 60TPI Fold 3C MaxxGrip Exo+ TR
HinterreifenMaxxis Minion 2.40” 120x2TPI Fold 3C MaxxTerra DD TRMaxxis Minion 2.40” 120x2TPI Fold 3C MaxxTerra DD TRMaxxis Minion 2.40” 120x2TPI Fold 3C MaxxTerra DD TRMaxxis Minion 2.40” 120x2TPI Fold 3C MaxxTerra DD TRMaxxis Minion 2.40” 120x2TPI Fold 3C MaxxTerra DD TRMaxxis Minion 2.40” 120x2TPI Fold 3C MaxxTerra DD TRMaxxis Minion 2.40” 120x2TPI Fold 3C MaxxTerra DD TRMaxxis Minion 2.40” 120x2TPI Fold 3C MaxxTerra DD TRMaxxis Minion 2.40” 120x2TPI Fold 3C MaxxTerra DD TRMaxxis Minion 2.40” 120x2TPI Fold 3C MaxxTerra DD TRMaxxis Minion 2.40” 120x2TPI Fold 3C MaxxTerra DD TRMaxxis Minion 2.40” 120x2TPI Fold 3C MaxxTerra DD TRMaxxis Minion 2.40” 120x2TPI Fold 3C MaxxTerra DD TRMaxxis Minion 2.40” 120x2TPI Fold 3C MaxxTerra DD TR
SattelFizik Terra Aidon X1 145mmFizik Aidon 208x145mm manganese railFizik Aidon 208x145mm manganese railFizik Aidon 208x145mm manganese railFizik Terra Aidon X1 145mmFizik Aidon 208x145mm manganese railFizik Aidon 208x145mm manganese railFizik Aidon 208x145mm manganese railFizik Aidon 208x145mm manganese railFizik Aidon 208x145mm manganese railFizik Aidon 208x145mm manganese railFizik Aidon 208x145mm manganese railFizik Aidon 208x145mm manganese railFizik Aidon 208x145mm manganese rail
SattelstützeOC Mountain Control MC10, 31.6mm, Electronic DropperOC Mountain Control MC10, 31.6mm, Electronic DropperOC Mountain Control MC22, 31.6mm, DropperOC Mountain Control MC22, 31.6mm, DropperOC Mountain Control MC10, 31.6mm, Electronic DropperOC Mountain Control MC10, 31.6mm, Electronic DropperOC Mountain Control MC22, 31.6mm, DropperOC Mountain Control MC22, 31.6mm, DropperOC Mountain Control MC22, 31.6mm, DropperOC Mountain Control MC22, 31.6mm, DropperOC Mountain Control MC22, 31.6mm, DropperOC Mountain Control MC22, 31.6mm, DropperOC Mountain Control MC22, 31.6mm, DropperOC Mountain Control MC22, 31.6mm, Dropper
LenkerOC Mountain Control MC10 Carbon, Rise 35, Width 800OC Mountain Control MC10 Carbon, Rise 35, Width 800OC Mountain Control MC21 Alu SL, Rise 35, Width 800OC Mountain Control MC30, Rise20, Width 800OC Mountain Control MC10 Carbon, Rise 35, Width 800OC Mountain Control MC10 Carbon, Rise 35, Width 800OC Mountain Control MC21 Alu SL, Rise 35, Width 800OC Mountain Control MC30, Rise20, Width 800OC Mountain Control MC20 Alu SL, Rise 35, Width 800OC Mountain Control MC20 Alu SL, Rise 35, Width 800OC Mountain Control MC30, Rise20, Width 800OC Mountain Control MC20 Alu SL, Rise 35, Width 800OC Mountain Control MC20 Alu SL, Rise 35, Width 800OC Mountain Control MC30, Rise20, Width 800
VorbauOC Mountain Control MC11 Alu SL, 0ºOC Mountain Control MC11 Alu SL, 0ºOC Mountain Control MC21, 0ºOC Mountain Control MC21, 0ºOC Mountain Control MC11 Alu SL, 0ºOC Mountain Control MC11 Alu SL, 0ºOC Mountain Control MC21, 0ºOC Mountain Control MC21, 0ºOC Mountain Control MC21, 0ºOC Mountain Control MC21, 0ºOC Mountain Control MC21, 0ºOC Mountain Control MC21, 0ºOC Mountain Control MC21, 0ºOC Mountain Control MC21, 0º
MotorDJI Avinox M2SDJI Avinox M2SDJI Avinox M2SDJI Avinox M2SDJI Avinox M2SDJI Avinox M2SDJI Avinox M2SDJI Avinox M2SDJI Avinox M2SDJI Avinox M2SDJI Avinox M2DJI Avinox M2SDJI Avinox M2SDJI Avinox M2
DisplayDJI Avinox DP100DJI Avinox DP100DJI Avinox DP100DJI Avinox DP100DJI Avinox DP100DJI Avinox DP100DJI Avinox DP100DJI Avinox DP100DJI Avinox DP100DJI Avinox DP100DJI Avinox DPC100DJI Avinox DP100DJI Avinox DP100DJI Avinox DPC100
AkkukapazitätDJI Avinox 800WhDJI Avinox 800WhDJI Avinox 800WhDJI Avinox 800WhDJI Avinox 800WhDJI Avinox 800WhDJI Avinox 800WhDJI Avinox 800WhDJI Avinox 800WhDJI Avinox 800WhDJI Avinox 800WhDJI Avinox 800WhDJI Avinox 800WhDJI Avinox 800Wh
Max. Drehmoment130 Nm130 Nm130 Nm130 Nm130 Nm130 Nm130 Nm130 Nm130 Nm130 Nm110 Nm130 Nm130 Nm110 Nm
Gewicht
Preis (UVP)13.499 €9.999 €8.499 €6.999 €12.699 €9.999 €8.499 €6.999 €7.999 €6.999 €5.599 €7.999 €6.999 €5.599 €

Orbea Wild LT M-Team RS – 9.999 €
# Orbea Wild LT M-Team RS – 9.999 €
Orbea Wild LT M10 – 8.499 €
# Orbea Wild LT M10 – 8.499 €

Orbea Wild LT M20 – 6.999 €
# Orbea Wild LT M20 – 6.999 €

Orbea Wild LT – erster Test auf dem Trail

Ich sehe im gedrosselten Motor kein beschnittenes System, sondern ein fokussiertes. Natürlich trifft genau das auch meine persönliche Vorliebe – für mich ist es also eine einfache Wahrheit zu sagen: An die Kontrolle des M2S-RS kommt aktuell nichts ran!

Christoph Spath, Testredakteur eMTB-News.de

Statt direkt ins kalte Wasser geworfen zu werden, starten wir mit einem kurzen Startloop, bevor uns mit Shuttle-Unterstützung die erste von vier langen Abfahrten in den Hochpyrenäen serviert wird. Ich starte mit Mullet-Setup, auf 760 mm gekürztem Lenker und 50 mm Vorbau, mein Testrad ist mit DH-MaxxGrip-Bereifung und Alu-Laufrädern ausgerüstet. Setup-seitig hat man mir vorab zwei extra Volumenspacer in den Dämpfer gepackt – nicht auf meinen Wunsch, scheinbar habe ich einen Ruf zu verlieren – wir probieren es einfach mal aus.

Erst im Anschluss an das Orbea-Presscamp in den Hochpyrenäen konnte ich den Avinox M2S in Serienspezifikation in einem anderen Bike testen.
# Erst im Anschluss an das Orbea-Presscamp in den Hochpyrenäen konnte ich den Avinox M2S in Serienspezifikation in einem anderen Bike testen. – Dennoch würde ich nach dem Erstkontakt sagen: Der M2S-RS fühlt sich kraftvoller an, als der CX-R, den ich im Vorgänger-Wild fahren konnte.

Mein Erstkontakt mit dem M2S fühlt sich trotz reduzierter Motorpower sehr beflügelt an. Wir fahren einen Wanderweg nach oben, ohne größere technische Herausforderungen und ohne viele Kurven. Das Wild LT klettert zügig und effizient. Wenn ich Power will, muss ich im Trail-Modus jedoch auch selbst etwas leisten. Im Turbo ist die Eigenleistungsschwelle signifikant niedriger, beide Modi liegen etwas weit auseinander – mit den Tastern an der RS-HMI kann man direkt während der Fahrt die Assistenzstufe feinjustieren, so wie man es von den Avinox-Tastern oder via Display kennt. Über die zwei Tage hinweg beschäftige ich mich mit der Feinjustage jedoch eher selten: Einmal passend und harmonische Abstufungen zwischen den Modi eingestellt, nutze ich die Funktion nur noch ein anderes Mal aus Neugier. Sie an Bord zu haben, ist dennoch sehr cool!

Selbst Schotter auf felsigen Abschnitten war mit dem RS-Tune so gut modulierbar, dass der Hinterreifen nicht durchrutschte.
# Selbst Schotter auf felsigen Abschnitten war mit dem RS-Tune so gut modulierbar, dass der Hinterreifen nicht durchrutschte. – Auch der Hinterbau des Wild LT spielt eine Rolle, denn er generiert viel Traktion – das gibt in Kombination viel Sicherheit und Selbstvertrauen.

Will man direkt in den Vergleich starten, so fällt definitiv auf: Das Wild LT kann seine Verwandtschaft zum Vorgänger nicht leugnen. Die Bikes sind natürlich auch bei der Geometrie ähnlich und fühlen sich somit auch im Uphill rein von der Sitzposition ähnlich angenehm an. Zentriert, aufrecht, ohne zu viel Druck auf den Händen. Entscheidend ist dann aber doch die Motordynamik – das Wild 2025 konnte ich kürzlich während der Bosch Pre-Season-Testsession ausgiebig mit verschiedenen Motorabstimmungen fahren. Der M2S-RS fühlt sich dezent stärker an, gerade aber der RS-Tune sorgt bei mir für Freude am Erklettern technischer Schwierigkeiten: Die ultimative Sensibilität des Motors, quasi kein Vorhandensein eines Lags zwischen Pedalinput und Motor-Output und die seicht einsetzende, natürliche Entfaltungskurve der Leistung sind fast lächerlich gut. Durchdrehendes Hinterrad? Musste ich provozieren. Loop-Outs? Selbst auf ultra steilen Passagen überraschenderweise kein Problem. Trotz der vermeintlich kurzen Kettenstrebe. Nach den ersten größeren Stufen, die ich nicht auf Anhieb geschafft habe, habe ich mir den Superboost-Modus auf ein sehr kurzes Zeitintervall gelegt – gerade so viel, um vor Stufen einmal einen kurzen Schub zu bekommen und genug Schwung mitzunehmen. Nach etwas mehr Eingewöhnungszeit nutze ich aber selbst das kaum mehr, da die Reaktion des Motors so direkt ist, dass man selbst mit weniger Schwung, Vorderrad-Lupfen, Bike über die Stufe ziehen, wieder treten – sofort wieder Power am Hinterrad hat. Dafür, wie gut das Wild LT klettern kann, sind wir fast zu wenig Uphill damit gefahren. Die Gelegenheit, zwischen Fotos kleine Loops zu drehen, wird entsprechend gerne von mir genutzt, um Mensch und Material an die Grenzen zu bringen – das Material war es aber eigentlich nie.

Präzision und Kontrolle sind auf technischen Uphills in meinen Augen wichtiger als die schiere Kraft eines Motorsystems – ich bin den Avinox M2S-RS auf technischen Uphill-Sektionen fast ausschließlich im gedrosselten Modus gefahren.
# Präzision und Kontrolle sind auf technischen Uphills in meinen Augen wichtiger als die schiere Kraft eines Motorsystems – ich bin den Avinox M2S-RS auf technischen Uphill-Sektionen fast ausschließlich im gedrosselten Modus gefahren. – Das hilft definitiv zwischen Balance, Radlastverteilung, gezielt gesetzten Körper- und Motorimpulsen zu moderieren – im Vergleich dazu merkt man am Serien M2S den Lag bis der Motor reagiert und die weniger natürlich einsetzende Leistung deutlich.
Aber auch die hohe Leistung hat ihre Berechtigung: Als wir im hochalpinen Gelände einen Berg quasi geradeaus hochfahren, nutze ich den Superboost-Modus für ein etwas höheres Tempo, nicht weil der Turbo-Modus mich nicht nach oben gebracht hätte.
# Aber auch die hohe Leistung hat ihre Berechtigung: Als wir im hochalpinen Gelände einen Berg quasi geradeaus hochfahren, nutze ich den Superboost-Modus für ein etwas höheres Tempo, nicht weil der Turbo-Modus mich nicht nach oben gebracht hätte. – Persönlich gibt mir die Kontrolle, der geringere Akku-Verbrauch und das natürlichere Fahrgefühl mehr, als die paar Sekunden Tempo-Vorteil.
Ich sehe im gedrosselten Motor kein beschnittenes System, sondern ein fokussiertes. Natürlich trifft genau das auch meine persönliche Vorliebe – für mich ist es also eine einfache Wahrheit zu sagen: An die Kontrolle des M2S-RS kommt aktuell nichts ran – für mich ist das die Benchmark, die es zu schlagen gilt.
# Ich sehe im gedrosselten Motor kein beschnittenes System, sondern ein fokussiertes. Natürlich trifft genau das auch meine persönliche Vorliebe – für mich ist es also eine einfache Wahrheit zu sagen: An die Kontrolle des M2S-RS kommt aktuell nichts ran – für mich ist das die Benchmark, die es zu schlagen gilt. – Diskussionspotenzial gibt es trotzdem – was ist mit schwereren Fahrern und Fahrern, was mit denen, die mehr Power wollen – diejenigen können die Standardsoftware aufspielen lassen, müssen dann aber auf die RS-Reaktionszeiten verzichten.

Natürlich ist es schwierig, so etwas zu vergleichen, wenn man die Bikes nicht 1:1 auf den gleichen Trails fahren kann. Mit dem neuen Wild LT bin ich aber bedingt durch die Motordynamik aufrechter, sitze höher und entspannter, wo ich mit dem Vorgängermodell schon den Schwerpunkt stärker senken und die Ellenbogen aktiv nach unten drücken musste, um die Kontrolle zu bewahren. Alleine das spart im Uphill schon ordentlich Kraft und sorgt bei mir für keine dauerhafte Anspannung.

Bisher nur im guten zweistelligen Kilometer-Bereich bin ich den Werks-M2S mit 700er-Akku und maximalen 1.500 W/150 Nm gefahren. Auch hier fällt es mir persönlich leicht, einen Favoriten zu küren: Das Ansprechverhalten ohne Zeitverzögerung des RS-Tune ist für meinen Geschmack die sinnvollere Lösung. Auch wenn Avinox am M2S einen Schritt nach vorne, hin zu mehr Kontrolle gemacht hat, ist der Motor in Grenzsituationen einfach schwieriger zu kontrollieren. Vergleichen kann man es vielleicht mit Sprüngen – es gibt viele Sprünge, die sich mit Geschwindigkeit lösen lassen – aber es gibt auch Sprünge, für die Geschwindigkeit der Killer ist, wegen zu kurzer Bremszonen oder anschließender Kurven. Hier muss man mit weniger Tempo und mehr Sprungtechnik abziehen, um den Sprung präzise zu überwinden. Ähnlich verhält es sich zwischen normalem M2S und M2S-RS – die Serienspezifikation punktet dann besser, wenn man technische Uphills durch Geschwindigkeit lösen kann – der RS-Motor kann das jedoch im Superboost-Modus auch – hat, wenn es langsamer und mit mehr Präzision zugeht, dann aber die Nase vorn. Auch dann noch, wenn man sich die Modi im M2S runterstellt. Das kurze Zeitintervall, bis der Serienmotor einsetzt, macht den spürbaren Unterschied.

Geschwindigkeit macht manches einfacher, aber nicht alles lässt sich mit Geschwindigkeit lösen – genau hier unterscheiden sich M2S und M2S-RS deutlich:
# Geschwindigkeit macht manches einfacher, aber nicht alles lässt sich mit Geschwindigkeit lösen – genau hier unterscheiden sich M2S und M2S-RS deutlich: – Während der M2S-RS maximale Kontrolle bietet und den kurzen Geschwindigkeitsschub auf Knopfdruck offenbaren kann, fehlt dem M2S im Vergleich das Quäntchen Kontrolle – das macht sich fahrdynamisch bemerkbar: Mehr Kontrolle lässt mich weniger schnell ermüden, schafft Vertrauen, senkt das Sturzrisiko und macht mir persönlich auch mehr Spaß.

Ich habe es lieber präzise und verwinkelt, denn was sich mit Geschwindigkeit lösen lässt, ist oft gar nicht so herausfordernd. Kurz gesagt: Mit der Feinabstimmung des Motors und dem RS-Tune platziert sich Orbea hier in meiner persönlichen Favoritenliste komfortabel auf dem ersten Platz, was Kontrolle, Leistungsabgabe und damit Uphill-Fahrspaß angehen. Spitze!

Weitere Beobachtungen zum Motor gibt es aber auch: Er ist, gemessen an der Power, extrem leise, der Akkuverbrauch ist in meinen Augen absolut in Ordnung gewesen. Trotz viel Turbo-Einsatz schaut man der Prozentzahl im Display nicht beim Fallen zu – lediglich der Superboost-Modus ist durstig und verbrät viel Kapazität. Ich finde zudem, dass sich der M2S über der 25-km/h-Schwelle etwas träge verhält und nicht nativ dazu verleitet, signifikant schneller zu fahren. Die Auskopplung nach oben könnte etwas seichter sein – tritt man im Wiegetritt über die 25 km/h hinaus, kommt der Zusatzwiderstand doch recht plötzlich. Klappern konnte ich im kurzen Testzeitraum keines feststellen.

Vorurteile in die Ecke zu stellen, ist nicht immer einfach – in zwei Eigenschaften trifft das Wild LT meinen persönlichen Geschmack nicht.
# Vorurteile in die Ecke zu stellen, ist nicht immer einfach – in zwei Eigenschaften trifft das Wild LT meinen persönlichen Geschmack nicht. – Nachdem ich mich aufs Gerät eingelassen habe, gibt es dennoch viel Positives zu berichten.

Nach all der Begeisterung gab es in der Abfahrt dann aber auch Überraschungen: Nicht nur waren die Trails knackig und schickten einen regelmäßig aus extrem flowigen, einfachen Passagen in tückische, schwierige Sektionen. Auch die Arme waren schnell leer gesaugt. Viel Arbeit an der 38 – verschiedene Lösungswege, mehr, weniger Druck, Volumenspacer rein oder raus – so richtig den Sweetspot zwischen Kontrolle und Komfort zu finden, ist mit der neuen Gabel deutlich herausfordernder als mit dem Vorgängermodell. Zu Beginn dämpfte das den Eindruck des Bikes etwas – vor allem auf den längeren Abfahrten. Eine 100 % zufriedenstellende Einstellung habe ich auch nach 2 Tagen nicht gefunden.

Was ich nach 2 Tagen aber definitiv sagen kann: Obwohl das Orbea Wild LT in ein paar Punkten nicht wirklich meinem persönlichen Geschmack entspricht, ist es ein verdammt gutes E-MTB geworden. Rein vom Charakter ähnelt es dem Rallon RS, das ich im Winter testen konnte, sehr stark: Der Rahmen priorisiert steifigkeitstechnisch wieder Präzision vor Gutmütigkeit und positioniert sich meiner Einschätzung nach im steifen Mittelfeld, der Hinterbau arbeitet sehr kontrolliert und die Geometrie ist grundsätzlich gut, wobei ich mir für meine Fahrposition am Bike, wie auch am Rallon RS, eine längere Kettenstrebe gewünscht hätte.

Kritik auf Basis von persönlichen Vorlieben muss man erklären – denn sie darf nicht als allgemeingültige Kritik verstanden werden – in meinem Fall muss ich mich auf dem Wild LT für mehr Vorderradtraktion nach vorne ziehen.
# Kritik auf Basis von persönlichen Vorlieben muss man erklären – denn sie darf nicht als allgemeingültige Kritik verstanden werden – in meinem Fall muss ich mich auf dem Wild LT für mehr Vorderradtraktion nach vorne ziehen. – In steilem Gelände oder wenn es geradeaus geht, gelingt das leichter, dann ist für mich ausreichend Druck am Vorderrad vorhanden.
Wird es ruppig und ich muss die Fersen absenken oder ich gehe in eine defensivere Fahrposition, würde eine längere Kettenstrebe meine Schwerpunkt-Verschiebung ausgleichen.
# Wird es ruppig und ich muss die Fersen absenken oder ich gehe in eine defensivere Fahrposition, würde eine längere Kettenstrebe meine Schwerpunkt-Verschiebung ausgleichen. – In offenen, unvorhergesehenen Kurven hatte ich zeitweise Untersteuern – mit dem kleineren Hinterrad zudem häufiger als mit dem großen.
Die Kettenstrebenlänge wächst nicht mit – je nach Rahmengröße ergibt sich damit schlicht eine unterschiedliche Gewichtsverteilung.
# Die Kettenstrebenlänge wächst nicht mit – je nach Rahmengröße ergibt sich damit schlicht eine unterschiedliche Gewichtsverteilung. – Gerade die Randgrößen S und XL bekommen damit relativ gesehen ein deutlich anderes Fahrgefühl – Geschmackssache, ich kritisiere es hier aber aus zwei Gründen: Einmal will Orbea ein Fahrgefühl erschaffen, ermöglicht das aber nicht größenübergreifend, zweitens bietet der Hersteller am Rallon EN/DH genau diese Option an. An einem Produkt mit so spitzer Zielgruppe und Premium-Positionierung fände ich diese Option insofern sehr schlüssig.

Wie wirkt sich das auf dem Trail aus? Das Wild LT ist gemessen am Federweg sehr dynamisch unterwegs. Die Steifigkeit zeigt sich in Kurvenwechseln und verpasst dem Bike ordentlich Leben – es lässt sich gerne von links nach rechts über den Trail scheuchen, sagt nicht nein, wenn man in den nächsten Anlieger spitz reinfährt und das Bike zünftig in die Kurve drückt. Mit Energie von oben, durch die fahrende Person eingebracht, kann es also bestens umgehen. Besonders gut gefallen hat mir hier das kleinere Hinterrad – mit weniger Reifen-Auflagefläche, etwas mehr Druck für den Pannenschutz im Reifen, steiferem Laufrad und kombiniert mit der Rahmensteifigkeit lässt es sich in Kurven gut reinschnalzen, solange ich in einer aktiven Position über dem Rad bin. Das passiert bei mir auf Bikepark-Touren schon gerne mal. Das Wild LT Mullet bringt dieses Fahrgefühl für mich aber auf den Singletrail: wild und stellenweise brachial, lässt sich das Heck einfach gerne in die Kurve werfen.

Ausgewogener, etwas ruhiger und vielleicht auch etwas erwachsener kommt das Bike mit großem Hinterrad: Auch hier bleibt es, gemessen am Federweg, sehr dynamisch, nutzt die Hinterradtraktion aber effektiver – außerdem flext das größere Hinterrad etwas mehr und verändert das Steifigkeitsgesamtbild leicht – aber in meinen Augen positiv. Die Nachgiebigkeit des Rahmens ist dabei ausreichend, um die Traktion durchgehend aufrechtzuerhalten. Symptome, die auf einen zu steifen Rahmen hindeuten, zeigt das Wild LT nicht: Das Heck hält den Bodenkontakt kontinuierlich, ohne zu springen. Sportlich eben. In den richtigen Händen wacht es auf, weniger aktive Fahrende werden davon aber keinen Nachteil haben.

Jetzt, wo wir den persönlichen Geschmack abgehandelt haben, stürzen wir uns auf den Rest des Fahrverhaltens:
# Jetzt, wo wir den persönlichen Geschmack abgehandelt haben, stürzen wir uns auf den Rest des Fahrverhaltens: – Das Wild LT ist ein super agiles Bike – das liegt am sehr effizienten Hinterbau, der viel Gegenhalt bietet und der moderat-hohen Rahmensteifigkeit – auf einfachen Trails macht sich das durch ein flinkes, lebendiges Fahrverhalten bemerkbar.
Zeigt der Trail die Zähne, offenbart das Wild LT, dass es von dynamisch agil in sekundenschnelle in den Rennmodus umschalten kann: effizient, pfeilschnell und präzise.
# Zeigt der Trail die Zähne, offenbart das Wild LT, dass es von dynamisch agil in sekundenschnelle in den Rennmodus umschalten kann: effizient, pfeilschnell und präzise. – Deutlich wird dabei: Das Bike will Energie im System haben – sei es durch Rider-Input, Tempo oder Gefälle – je mehr passiert, desto aufgeweckter wird das Rad.

Die zwei zusätzlichen Volumenspacer im Dämpfer wurden nach der ersten langen Abfahrt entfernt, da das Wild LT mit 31 % Progression bereits einen guten Gegenhalt tief im Federweg bereithält. Für größere Sprünge oder den Bikepark-Einsatz würde ich vielleicht einen der Spacer wieder einsetzen, auf natürlichen Trails haben mir die Reserven ab Werk bei 30 % SAG aber gut gereicht. Insgesamt macht der Hinterbau einen sehr guten Job: Seine Kinematik baut kontinuierlich und berechenbar Gegenhalt auf – das Heck sackt nicht weg und kann genutzt werden, um aktiv durch den Trail zu pushen oder sich abzudrücken. Der Dämpfer übernimmt viel Traktionsmanagement, schafft das durch einen feinfühligen Dämpfungstune. Das unterstreicht wiederum eine vorherige Beobachtung: In den richtigen Händen – Feuer frei, für weniger aktive Fahrende: keine Nachteile!

Hält man einfach nur drauf und arbeitet nicht aktiv mit, fühlt sich das Heck effizient und direkt an, ohne dass mir die Beine zu schnell ermüden. Das spricht für eine hohe Reaktivität und Feinfühligkeit des Dämpfers. Einen super plüschigen Magic-Carpet-Ride bringt das Bike aber nicht mit, es ist definitiv sportlich ausgelegt. Je nach Trail würde ich auch hier wieder einen Blick aufs Hinterrad werfen: Auf den steinigen und flacheren Sektionen hatte das kleinere Hinterrad definitiv einen schwierigeren Job: Durch die vielen Löcher zwischen den Steinen hat es sich insgesamt mehr aufgehängt und damit auch mehr Schläge in die Hände weitergeleitet. Mit mehr Tempo wurde das deutlich besser. Das 29″-Hinterrad sorgt hier aber insgesamt für ein geschmeidigeres Fahrgefühl, gleitet besser über die Löcher hinweg und ist damit insgesamt smoother, schneller und kraftsparender zu fahren. Auf meinen eher engen, steilen und weniger ruppigen Hometrails würde ich dennoch das kleine Hinterrad bevorzugen.

Mit dem niedrigen Drehpunkt und der effizienten Fahrwerksabstimmung fühlt sich das E-MTB deutlich mehr nach Sportfahrwerk als nach sattem Geländewagen an.
# Mit dem niedrigen Drehpunkt und der effizienten Fahrwerksabstimmung fühlt sich das E-MTB deutlich mehr nach Sportfahrwerk als nach sattem Geländewagen an. – Je nach Hinterrad wird dieses Gefühl jedoch leicht verschoben: Während ich mit dem kleinen Hinterrad tiefer in die Löcher zwischen den Steinen gefallen bin, mich damit etwas mehr um den Pedalhalt kümmern musste und eine defensivere Position eingenommen habe, konnte ich mit dem größeren Hinterrad deutlich smoother, aufrechter und zentrierter bleiben.

Gerade das Hinterrad und das Überrollverhalten haben aber auch noch in einer anderen Hinsicht einen großen Einfluss auf mich gehabt: Mit dem größeren Hinterrad, besserem Gleiten über die Schläge und dem damit smootheren Fahrverhalten ist es mir deutlich leichter gefallen, meine Fahrposition nach vorne zu verlagern, um meinen Schwerpunkt besser zu positionieren und den Druck aufs Vorderrad zu erhöhen. Mit dem kleineren Hinterrad muss ich in ruppigen Sektionen in eine vorsichtigere Position mit stärker abgesenkten Fersen für besseren Halt auf den Flatpedals wechseln. Dann kehrt sich das Bild vom flinken, dynamischen Kurvenfeger und das Wild LT untersteuert in Größe XL gerne mal. Der Versuch, auch hier weiter nach vorne zu kommen, resultierte im ruppigen Gelände für etwas weniger Halt auf den Pedalen. In den kleineren Größen ist die Kettenstrebenlänge insgesamt harmonischer und dürfte diesen Eindruck weniger stark zum Vorschein kommen lassen.

Zwischen Spezialist und Allrounder sucht Orbea mit dem Wild LT die Lücke und findet sie in meinen Augen auch ganz gut.
# Zwischen Spezialist und Allrounder sucht Orbea mit dem Wild LT die Lücke und findet sie in meinen Augen auch ganz gut. – Das E-Bike ist gemessen am Federweg sehr dynamisch und agil, machte auf jedem Trail, den wir gefahren sind, Spaß, hat aber gleichermaßen seine Ecken und Kanten, die es vielleicht nicht zum idealen Begleiter für jeden machen.

Abgesehen davon ist die Geometrie des Wild LT für die Abfahrt top: Das erhöhte Tretlager untermauert das dynamische Fahrverhalten und die leichtfüßigen, agilen Kurvenwechsel, das hohe Cockpit und der lange Reach sorgen für eine aufrechte und selbstbewusste Stehposition, der flache Lenkwinkel sorgt für Laufruhe. Typisch Orbea, passt das neue Wild LT also als sportliches Bike mit guten Allround-Eigenschaften für viele Fahrerinnen und Fahrer. Singletrail-Fans, Bikepark-Fans, Trailcenter-Besucher – zwischen 170/180 mm Singlecrown und offiziell freigegebener 200 mm Doppelbrücke schafft das Wild LT hier eine gute Bandbreite, für diejenigen, die gern flott, dynamisch oder flott und dynamisch auf jeglicher Art von Trails unterwegs sind. Das Wild ist selbst auf einfachen Trails nicht langweilig zu fahren, scheut aber auch vor Highspeed und ruppigen Trails nicht zurück: Genau im Gegenteil, Steifigkeit und kontrolliertes Fahrwerk lassen das Rad vom dynamischen Spaßrad zum direkten Ballergerät mutieren – je nach Speed und Untergrund zeigt das E-MTB also unterschiedliche Gesichter. Mit der Vielseitigkeit, die das Wild LT mitbringt, und dem extrem starken Kletterverhalten hat das E-Bike definitiv einen bleibenden Eindruck hinterlassen – wir sind gespannt auf mehr!

Cooles Detail: Die DT-Naben sind mit DEG-Technologie ausgerüstet und lassen so weiteres Tuning des Bikes zu!
# Cooles Detail: Die DT-Naben sind mit DEG-Technologie ausgerüstet und lassen so weiteres Tuning des Bikes zu!
Sitzt sicher, aber besser nicht verleihen, denn Ersatz schlägt mit eher saftigen 65 € zu Buche!
# Sitzt sicher, aber besser nicht verleihen, denn Ersatz schlägt mit eher saftigen 65 € zu Buche!
Über dieses Detail spricht Orbea so gut wie nie: 20% des Gewinns muss das Unternehmen an Projekte abtreten – ob neue Trails damit finanziert werden, oder soziale Projekte – die Firmen-Charta des genossenschaftlich organisierten Herstellers schreibt das vor.
# Über dieses Detail spricht Orbea so gut wie nie: 20% des Gewinns muss das Unternehmen an Projekte abtreten – ob neue Trails damit finanziert werden, oder soziale Projekte – die Firmen-Charta des genossenschaftlich organisierten Herstellers schreibt das vor. – Auch die Trails, die wir im Rahmen des Pressecamps gefahren sind, profitieren davon – auch wenn das den Preis nicht günstiger macht – für mich wird die Marke damit attraktiver, im Vergleich zu rein Gewinnorientierten Unternehmen.

Fazit – Orbea Wild LT

Nicht ohne Ecken und Kanten kommt das neue Orbea Wild LT – könnte man negativ interpretieren, Orbea nutzt diese Ecken und Kanten aber bewusst, um das Bike in einem undurchsichtigen Markt sehr genau zu positionieren! Und das funktioniert, offen gesagt, auch hervorragend: Das extrem zukunftsorientierte Innovationskonzept mit starkem Fokus auf das Fahrerlebnis, spürt man im Uphill spätestens in der ersten technischen Sektion. Das Wild LT klettert unverschämt gut, priorisiert Kontrolle über Motorpower und bringt mit dem Superboost-Modus dennoch einen vollen Werkzeugkoffer für jeden Anwendungsfall. Bergab zeigt es unmissverständlich seine sportliche Auslegung, die je nach Konfiguration leicht unterschiedliche Ausprägungen erfährt. Mit dem neuen Orbea Wild LT rüttelt der baskische Hersteller einmal mehr am Status Quo: Mit Innovation, Kommunikation und dem Produkt an sich. Weiter so!

Wer Fan des Vorgängers war, wird auch mit dem neuen Orbea Wild LT glücklich werden: Es teilt viel seines Charakters in der Abfahrt mit der des Vorgängers, macht auf jedem Trail eine gute Figur, ist einfach zu fahren und vielseitig genug für Nerds und Individualisten.
# Wer Fan des Vorgängers war, wird auch mit dem neuen Orbea Wild LT glücklich werden: Es teilt viel seines Charakters in der Abfahrt mit der des Vorgängers, macht auf jedem Trail eine gute Figur, ist einfach zu fahren und vielseitig genug für Nerds und Individualisten. – Dazu zählt es zu den am besten kletternden Bikes, die ich bisher fahren durfte, und zwingt uns damit vielleicht auch, unsere Konventionen und Vorurteile in gewisser Hinsicht zu überdenken.

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77 Kommentare

» Alle Kommentare im Forum
  1. das ging aber flott. Wann hast du es gekauft?
    16 Uhr gestern natürlich smilie
  2. Oh Wunder - nicht alle Avinox Bikes sind unter 21 KG.
    Ein H-Orbea spielt in der selben Gewichtsklasse wie YT, Propain oder Commencal.

    Jeder der etwas rechnen kann ist sich dessen sowieso bewusst. Eine Mogelpackung nach der anderen.
    Motor, Akku, bisschen Kabel und Display. Diese Gewichte sind überall nachzulesen und man kann alles weitere optimal vergleichen. Das ist die Basis für alles weitere.

    Auch Avinox Bikes können nicht zaubern und erfinden Carbon und Komponenten nicht neu. Wobei sich dabei die Rahmen ja dann doch zumindest um ein paar 100g unterscheiden. Aber auch da natürlich der springende Punkt: Akku entnehmbar oder nicht. Auch da kann nicht gezaubert werden.

    Scheinbar kommt das aber nicht so ganz bei allen an smilie
  3. 16 Uhr gestern natürlich smilie
    Gezeltet vorm Händler? also eher vorab und du darfst verständlicherweise nichts sagen nehme ich an?
  4. Anhang anzeigen 102330

    Ich hab gestern direkt das M20 mit meinen vorhandenen Parts umgebaut. Schrauberei deutlich enstspannter als an meinem 2023er, wo keine Leitung ohne Motorausbau zu verlegen war. Rausfallende Spacer am Dämpfer gibts auch nicht mehr.

    First Ride war natürlich auch geil smilie
    da muss sich einer wieder mal wichtig machen....
  5. Gezeltet vorm Händler? also eher vorab und du darfst verständlicherweise nichts sagen nehme ich an?
    habs natürlich vorab bei meinem Händler bestellt und dann gestern bekommen... die Räder sind ja seit ein paar Tagen bei den Händlern
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