Video: Megamo Reason CRB 01 im Test:
Steckbrief: Megamo Reason CRB 01 – Test 2026
| Einsatzbereich | Trail, All-Mountain, Enduro |
|---|---|
| Federweg | 160 mm/160 mm |
| Laufradgröße | 29ʺ |
| Rahmenmaterial | Carbon |
| Motor | DJI |
| Akkukapazität | 800 Wh |
| Gewicht (o. Pedale) | 21,4 kg |
| max. Systemgewicht | 135,0 kg |
| Rahmengrößen | S, M, L (im Test: L) |
| Website | megamo.com |
Knallorange, aber mit Strukturlack, sticht das Megamo Reason optisch aus der Masse heraus: Züngelnde Flammen kommen mir beim Anblick des Bikes in den Sinn. Ein Sinnbild für spanisches Temperament? Der Blick aufs Datenblatt lässt auf jeden Fall wenig daran zweifeln: Nur drei Rahmengrößen, die eine Reach-Spanne abdecken, für die manche Hersteller vier Rahmengrößen anbieten. Dazu eine gutmütige Federwegsmenge: 160 mm stellen die Gabel und der Dämpfer jeweils zur Verfügung. In Kombination mit den 29″ großen Laufrädern, spricht das für Fahrstabilität. Trotz seiner Größe ist das Megamo Reason CRB 01 leicht: 21,4 kg wiegt das Rad in Größe L, in unserem Testfeld ist lediglich das Amflow PL leichter.
Wenig ausgefallen ist das Design des E-Bikes. Verglichen mit den spanischen Mitbewerbern, setzt man bei Megamo auf starke Geradlinigkeit, wenig voluminöse Rohre und damit ein optisch leichtes und ansprechendes Design, dem gleichzeitig aber Alleinstellungsmerkmale, Wiedererkennungswert und vielleicht auch etwas markante Merkmale fehlen. Klingt vielleicht ein wenig böse – man kann den Spieß aber auch umdrehen: Megamo hat es geschafft, die Integration des Motorsystems ausgezeichnet ins Gesamtbild einzufügen.
Kaum ein E-MTB-Hersteller geht aktuell noch andere Wege: Ein Horst-Link-Viergelenker wird mit einer Sitzstreben-Wippe und einem Yoke mit dem Dämpfer verbunden, der wiederum am Oberrohr hängt. Diese Kinematik erleichtert die Balance der verschiedenen Anforderungen stark: Anti-Squat, Anti-Rise, Platz für Trinkflaschen auch in kleinen Rahmengrößen – all das gelingt einfacher, mit diesem Suspension-Layout.
Verglichen mit spektakuläreren Zeiten im Fahrwerks-Design ermöglicht das Fahrwerks-Konzept am Reason zwar einen Flip-Chip, der Einstellbereich ist aber verschwindend gering. Das kleine Bauteil findet an der Schnittstelle von Dämpferauge zu Dämpferyoke Platz und bietet nur wenige Millimeter Verstellweg.
Dünne, aber großflächige Schoner sollen Kettenstrebe und Unterrohr – vor allem den schicken Lack – vor äußeren Einflüssen schützen und die Geräuschkulisse reduzieren. Ein Schoner an der Sitzstrebe fehlt. Eine gut dimensionierte Auflage über dem Hauptdrehpunkt verhindert das Eindringen von Dreck zwischen Hauptrahmen und Hinterbau-Schwinge. Megamo setzt außerdem auf innenverlegte Züge – am Topmodell nur für Dropperpost und Bremse – verlegt werden beide Leitungen durch den Steuersatz. Sicherlich ist das eine Frage des persönlichen Geschmacks, für mich überwiegen aber die Nachteile dieses Systems klar die Vorteile. Weitere Gimmicks verstecken sich am Reason nicht – das lange Unterrohr am L-Rahmen bietet Platz für eine Trinkflasche, ein zweites Paar 64er-Lochung für einen Tool-Mount oder sogar eine zweite Trinkflasche dürfte im groß dimensionierten L-Rahmen definitv Platz finden – darauf hat Megamo jedoch verzichtet.
Interessant ist die lebenslange Garantie, die Megamo auf das Reason CRB für den Erstbesitzer gibt: Sie dürfte vor allem für Kunden mit Versicherung oder Leasing interessant sein, denn sie ist an Wartungen bei Megamo-Fachhändlern gekoppelt. Neben dem von uns getesteten CRB-1-Topmodell, gibt es noch drei weitere Ausstattungsvarianten ab preislich sehr attraktiven 5.999 € – fast doppelt so viel muss man für das von uns getestete Modell auf den Tisch legen: Es wechselt für 11.499 € den Besitzer.
Video: Megamo Reason CRB 01 im Test
Motor & Akku
Als Drohnenhersteller dji die Marke Avinox als Antriebshersteller auf den Markt brachte, wurden Konventionen gebrochen. Die bisherigen Markt- und Technologieführer wurden nicht nur bei der Leistung geschlagen, sondern in nahezu jedem anderen Feld. Der M1-Motor schafft es nach einem Update letzten Sommer auf zu 120 Nm Drehmoment im Boost-Modus. Während der normalen Unterstützungsmodi sind es immernoch respektable 105 Nm. Hoch ist auch die Gesamtleistung: Bis zu 1.000 W unterstützt der Avinox on Top, auf die Eingangsleistung.
Einen starken Motor bauen ist aber nur die halbe Miete – besonders beeindruckend ist, dass der Hersteller das Gewicht des Antriebssystems bei 2,52 kg halten konnte. Auch die Akkus sind gewichtsoptimiert – der große 800-Wh-Akku bringt es mit 3,7 kg auf 216 Wh pro Kg Gewicht. Im Megamo Reason CRB ist er – wie in fast jedem anderen Avinox-E-MTB fest verbaut. Damit man dennoch seine Reichweite optimieren kann, setzt man auf eine Schnelllade-Funktion: Mit einem starken 12-Ampere-Ladegerät kann der Akku in nur 1,5 h von 0 % auf 75 % geladen werden.
All diese Power bringt jedoch nichts, wenn sie nicht kontrolliert werden kann. Dazu gibt es fünf Unterstützungsstufen: Eco, Trail, Turbo, Auto und den zeitlich beschränkten Boost-Modus. Das Avinox-System kann mit wahlweise einer, oder zwei Remotes kontrolliert werden. Links am Lenker sitzt die herkömmliche Fernbedienung für das Unterstützungslevel, den Boost-Modus, sowie die Schiebehilfe. Megamo verzichtet auf die optionale zweite Remote und ermöglicht damit nicht das Individualisieren der Unterstützungsmodi vom Lenker aus. Letzteres kann man aber im 2″-Touch-Display weiterhin machen – nur halt nicht mit zwei Händen am Lenker.
- Motor Avinox M1
- Akkukapazität 800 Wh
- Maximalleistung 1000 Watt
- Max. Drehmoment 120 Nm
- Display Avinox 2″ OLED Touch
Hier findest du mehr Informationen zu aktuellen E-Bike-Motoren.
Geometrie
Wohl der spannendste Aspekt am Megamo Reason CRB ist sein Geometriekonzept. Wie bereits angemerkt: Es gibt das Rad nur in drei Größen, die Reach-Sprünge sind dabei ca. 30 mm groß. Gleichzeitig wachsen die Steuerrohrlängen um 20 mm pro Größe – ein ungewöhnlich großer Sprung also, der sich auf den Stack der Bikes auswirkt. Interessant dabei: Auch der Frame RAD, also die Hypotenuse aus Reach und Stack, wächst signifikant pro Größe – so stark, dass man selbst mit Lenker- und Vorbau-Anpassungen kaum ein Up- oder Downsizing bei gleicher Lenkerposition und etablierter Vorbaulänge bekommen dürfte. Ganz konkret: Unser Testrad in Größe L kommt mit 500 mm Reach und 653 mm Stack
Gewissermaßen spricht aber auch die Sitzrohrlänge gegen ein Upsizing: Mit 455 mm ist das Sitzrohr für heutige Verhältnisse eher lang. Das ist aber auch das einzige Maß am Reason CRB, bei dem man von konservativ sprechen könnte. Denn ansonsten zieht das Rad einige Register: mit 77° ist der Sitzwinkel steil und dürfte auch typischen L-Fahrern eine nicht zu extrem gestreckte Fahrhaltung versprechen. Gleichzeitig ist der Lenkwinkel mit nur 63,5° äußerst flach.
Megamo lässt am Reason CRB die Kettenstreben von 450 mm in 4-mm-Schritten auf 458 mm am L-Rahmen wachsen. Als bekennender Balance-Fan begrüße ich diesen Fakt, würde mir aber etwas größere Sprünge wünschen – auch wenn der üppige 1.317 mm Radstand dann noch etwas wachsen würde.
Wusstest du eigentlich, dass du in Geometrics – unsere Datenbank für Fahrrad-Geometrien – viele aktuelle E-Bikes miteinander vergleichen und auf den ersten Blick die Unterschiede sehen kannst? Probier’s mal aus!
Erhältliche Rahmengrößen S / M / L
| Rahmengröße | S | M | L |
|---|---|---|---|
| Laufradgröße | 29″ | 29″ | 29″ |
| Reach | 442 mm | 470 mm | 500 mm |
| Stack | 617 mm | 635 mm | 653 mm |
| STR | 1,40 | 1,35 | 1,31 |
| Lenkwinkel | 63,5° | 63,5° | 63,5° |
| Sitzwinkel, effektiv | 77° | 77° | 77° |
| Oberrohr (horiz.) | 584 mm | 617 mm | 651 mm |
| Steuerrohr | 100 mm | 120 mm | 140 mm |
| Sitzrohr | 400 mm | 420 mm | 455 mm |
| Kettenstreben | 450 mm | 454 mm | 458 mm |
| Radstand | 1.233 mm | 1.274 mm | 1.317 mm |
| Tretlagerabsenkung | 30 mm | 30 mm | 30 mm |
| Tretlagerhöhe | 348 mm | 348 mm | 348 mm |
| Federweg (hinten) | 160 mm | 160 mm | 160 mm |
| Federweg (vorn) | 160 mm | 160 mm | 160 mm |
Ausstattung
11.499 € sind ein hoher Preis für ein Fahrrad, Megamo stattet das Reason CRB 01 aber auch mit der Crème-de-la-Crème an Anbauteilen aus. Wer Abstriche machen möchte, bekommt mit dem CRB 03 für 7.999 € ebenfalls ein Fox-Factory-Fahrwerk. Das CRB 05 kostet 6.999 €, mit 5.999 € ist das CRB 07 für ein E-MTB mit Avinox-Antriebssystem sehr erschwinglich. Die vollen Ausstattungsdetails zu den Modellen findet ihr in der Tabelle unten, wir bleiben hier beim Testrad:
Goldene Oberflächen gibt es an Gabel, Dämpfer und Sattelstütze. Megamo setzt vorn auf die leichte, aber performante Fox-36-Grip-X2-Federgabel und paart sie mit dem Float X2 im Heck. Komplementiert wird das Farbspiel durch die Transfer-Factory-Sattelstütze mit 180 mm Hub am L-Rad (120 mm S, 150 mm M).
Angetrieben wird das Rad nebst Avinox-M1-Antrieb durch leichte SRAM-Komponenten: Von der Kurbel über das Schaltwerk, bis zur Kassette trägt alles das edle XX-Branding. Bei den Bremsen setzt man jedoch auf Shimano: Die neue XT soll das Reason mit 203 mm Bremsscheiben vorn und hinten zum Stehen bringen.
Carbon gibt es auch an den Laufrädern: Verwendet werden DT Swiss 1501 HXC 30, die zum geringen Gesamtgewicht beitragen dürften. Genau die gleiche Begründung dürfte man bei der Reifenwahl herangezogen haben: Zwar sind mit Assegai und DHR2 vernünftige Profile spezifiziert, EXO-Karkassen haben in meinen Augen nichts an einem Bike dieser Federwegsklasse verloren. Zumindest im Aftermarkt gibt es die Tanwall-Reifen von Maxxis auch lediglich mit Dual-Compound-Karkasse – auch das ist etwas am Ziel vorbei.
- Federgabel Fox 36 Grip X2 Factory (160 mm)
- Dämpfer Fox Float X2 Factory (160 mm)
- Schaltung SRAM XX Eagle Transmission
- Bremsen Shimano XT 4-Kolben
- Laufräder DT Swiss 1501 HXC 30
- Reifen
- Vorderrad Maxxis Assegai 2,5″ EXO Tanwall
- Hinterrad Maxxis DHR2 2,4″ EXO Tanwall
- Cockpit Race Face ERA (800 mm) / Satori New Ursa (35 mm)
- Motor Avinox-M1-Antrieb
- Akkukapazität 800 Wh
- Display Avinox 2″ OLED
- Gewicht 21,4 kg (Größe L, gewogen von eMTB-News)
- Preis (UVP) 11.499 € | Bikemarkt: Megamo Reason CRB 01 kaufen
- www.megamo.com
| Modell | Megamo Reason CRB 07 | Megamo Reason CRB 05 | Megamo Reason CRB 03 | Megamo Reason CRB 01 |
| Rahmen | Reason Full Carbon Frame, 160 mm | Reason Full Carbon Frame, 160 mm | Reason Full Carbon Frame, 160 mm | Reason Full Carbon Frame, 160 mm |
| Gabel | Fox 36 Float AWL HD 29, 160mm | Fox 36 Performance, 160mm | Fox 36 Factory Kashima, 160 mm | Fox 36 Factory Kashima, 160 mm |
| Dämpfer | Fox Float Rhythm | Fox Float X Performance | Fox Float X Factory | Fox Float X2 Factory |
| Schalthebel | Shimano Deore 6100 | Sram Eagle 90 Transmission | Sram Eagle 90 Transmission | Sram XX Eagle AXS Controller |
| Schaltwerk | Shimano XT M8100 | Sram Eagle 90 Transmission | Sram Eagle 90 Transmission | Sram XX Eagle Transmission |
| Kassette | Shimano Deore 6100 10-51T | Sram XS-1270 Transmission | Sram XS-1270 Transmission | Sram XS-1270 Transmission |
| Kurbel | Alu, geschmiedet, 165 mm | Sram XS-1270 | Sram XS-1270 | Sram XX Eagle Transmission |
| Bremse | Shimano MT520 hydraulic disc 4-Piston, 203mm | Shimano XT BR-M8220 | Shimano XT BR-M8220 | Shimano XT BR-M8220 |
| Laufräder | Megamo 29 SL 30 ASY | Megamo 29 SL 30 ASY | DT Swiss H 1900 SPLINE | DT Swiss 1501 HXC 30 Carbon |
| Reifen | ||||
| Vorderreifen | Maxxis Assegai; 29 x 2,5"; Tanwall; EXO | Maxxis Assegai; 29 x 2,5"; Tanwall; EXO | Maxxis Assegai; 29 x 2,5"; Tanwall; EXO | Maxxis Assegai; 29 x 2,5"; Tanwall; EXO |
| Hinterreifen | Maxxis Minion DHR II; 29 x 2,4"; Tanwall; EXO | Maxxis Minion DHR II; 29 x 2,4"; Tanwall; EXO | Maxxis Minion DHR II; 29 x 2,4"; Tanwall; EXO | Maxxis Minion DHR II; 29 x 2,4"; Tanwall; EXO |
| Sattel | Fizik Ridon X5 | Fizik Ridon X5 | Fizik Ridon X5 | Fizik Ridon X1 |
| Sattelstütze | Megamo | Megamo | Fox Transfer Kashima | Fox Transfer Kashima |
| Lenker | Megamo Alloy | Megamo Alloy | Race Face ERA | Race Face ERA |
| Vorbau | Satori New Ursa 35mm | Satori New Ursa 35mm | Satori New Ursa 35mm | Satori New Ursa 35mm |
| Motor | Avinox M1 | Avinox M1 | Avinox M1 | Avinox M1 |
| Display | 2 Zoll OLED-Kontrolldisplay | 2 Zoll OLED-Kontrolldisplay | 2 Zoll OLED-Kontrolldisplay | 2 Zoll OLED-Kontrolldisplay |
| Akkukapazität | 800 Wh | 800 Wh | 800 Wh | 800 Wh |
| Max. Drehmoment | 120 Nm | 120 Nm | 120 Nm | 120 Nm |
| Gewicht | ||||
| Preis (UVP) | 5.999 € | 6.999 € | 7.999 € | 11.499 € |
Megamo Reason CRB 01 – Test auf dem Trail
Uphill
Der Avinox M1 benötigt eigentlich keine Vorstellung mehr: Der Motor ist so stark, dass es eigentlich keine Frage mehr ist, ob man bergauf auf moderat steilen Trails 25 km/h fahren kann, sondern eher wie schnell man die Geschwindigkeitsschwelle erreicht!
Immerhin bei 50 % unserer Testcrew passen die Geometrie-Werte des Megamo Reason in Größe L ziemlich gut. Die 500 mm Reach sind jedoch für Tester unterhalb der 1,85-m-Marke eher zu viel des Guten. Unsere Testkollegen Arne und Rico sind typische L-Fahrer (< 1,85 m) und fühlten sich auf dem Bike zu gestreckt, trotz des steilen Sitzwinkels und des kurzen 35‑mm-Vorbaus.
Wer sich also für dieses Megamo entscheiden sollte, ist gut damit beraten, zuvor die Geometrietabelle zu bemühen, um die passende Größe zu finden.
Dieser eher kommunikative Kritikpunkt tut der Performance des Bikes bei passender Größe des Piloten keinen Schaden. Für Mitch und mich war das Rad angemessen groß. Die Sitzposition ist aufrecht, nicht gestreckt, nicht beengt. Mit 653 mm Stack und ein paar Spacern unter dem Vorbau ist das Cockpit grundsätzlich hoch, gerade als große Fahrer hätten wir aber lieber statt Spacerturm einen Lenker mit mehr Rise gehabt, um die Front noch etwas anzuheben und nicht an Reach zu verlieren.
Abgesehen davon klettert das Reason CRB gut, aber nicht sehr gut. Die lange Kettenstrebe ist definitiv nötig, um dem langen Front-Center paroli zu bieten. Sie hilft außerdem dabei, das Vorderrad auch in steilen und technischen Anstiegen bodennah zu halten. Bedingt durch den langen Radstand erforderten engere Kurven jedoch etwas mehr Vorbereitung – also das Anfahren der Kurve weit außen. Gegebenenfalls ist sogar ein kleiner Hinterradversetzer, oder Vorderradversetzer/Wheelieturn notwendig. Ruhig ist hingegen der Hinterbau, von ihm ist kein Wippen wahrzunehmen. So kann man mit offenem Dämpfer Anstiege in Angriff nehmen, ohne an Effizienz einzubüßen.
Der Avinox M1 benötigt eigentlich keine Vorstellung mehr: Der Motor ist so stark, dass es eigentlich keine Frage mehr ist, ob man bergauf auf moderat steilen Trails 25 km/h fahren kann, sondern eher wie schnell man die Geschwindigkeitsschwelle erreicht – vor allem bei meinem Gewicht von nur 75 kg. Das bringt ein paar Besonderheiten mit sich: Der Fahrtwind bergauf kühlt ganz schön ab. Der Verbrauch ist hoch. Bergauffahren ist nicht mehr entspannend, sondern erfordert volle Aufmerksamkeit.
Persönlich muss ich sagen, dass ich es nicht immer einfach finde, den M1 in Werkseinstellung perfekt zu kontrollieren. Ich priorisiere die Kontrolle im Gelände höher als schiere Power. Hier punktet die lange Kettenstrebe und hindert den Motor daran, das Hinterrad nicht ständig unter einem herausschieben zu lassen.
Downhill, Abfahrt, Trail
Auf den ersten Metern bergab fällt direkt auf, dass wir mit der klassischen Basiseinstellung von 30 % SAG (Herstellerempfehlung 25–30 %) nicht glücklich werden. Das Fahrwerk war so weder für die leichten noch für die schweren Tester wirklich gelungen. Trotz 21 % Progression arbeitet sich der Dämpfer schnell zu tief in den Federweg und behält dann wenige und straffe Reserven bereit.
Auch mit schnellen Rückstellgeschwindigkeiten und offener Zugstufe war das Heck dynamisch nicht aus der Tiefe des Federwegs zu holen. Abhilfe schaffte schlussendlich einfach mehr Dämpferdruck. Demnach würden wir die SAG-Empfehlung deutlich in den niedrigeren Bereich verschieben, damit der Federweg nutzbar bleibt. Auch nach oben hin zeigten sich Grenzen: Wer sich Richtung maximales Systemgewicht bewegt (135 kg), kommt mit der Zugstufe gegebenenfalls nicht auf den grünen Zweig – der Dämpfer verwährt einem im Serienspec eine Einstellung mit ausreichend Dämpfung, um das Heck langsamer zu bekommen.
Klare Empfehlung an dieser Stelle: Das Megamo Reason CRB 01 will hoch im Federweg gehalten werden. Mit wenig SAG, eher schneller Zugstufe und ein bisschen Druckstufe ist man gut beraten. Nach einigem Herumprobieren und einer gewissen Lernkurve, zeigte sich das Bike dann von einer positiven Seite, zumindest für die größeren Tester. Der lange Radstand, gepaart mit dem flachen Lenkwinkel und einer vernünftigen Balance, verleiht dem Rad Laufruhe. Die Kombination mit dem etwas strafferen Fahrwerk macht es auf einfachen bis moderat schwierigen und ruppigen Trails pfeilschnell. So kann man sich durch gezielte Fahrwerksbe- und ‑entlastungen durch den Trail pushen und aktiv Geschwindigkeit generieren. Fahrwerk und hohes Cockpit helfen trotz des langen Radstands dabei, das Rad in die Luft zu bekommen. Präzision ist in solchen Momenten eine Stärke, mit der man punkten kann.
Steigt der Härtegrad der Trails, lässt es seinen Grenzbereich aber erkennen. Ungünstig gestellte Weichen bei der Bereifung mit wenig pannensicherer Karkasse schaffen es nicht, die Lastspitzen, die der eher steife Rahmen weitergibt, auszubügeln. Oder anders gesagt: Das Rad ist eher steif, der Rahmen nicht besonders gutmütig. Das fällt mit dünner Reifenkarkasse – die aus Pannenschutzgründen mit viel Reifendruck gefahren werden muss – noch stärker ins Gewicht. So ist es schwer, den schnellen und präzisen Charakter des Megamo voll auszunutzen.
Wie steht es um Kurven? Hier kommt erneut der Punkt passende Fahrergröße zur Sprache – der klassische L-Fahrer könnte sich nicht tief genug ins Rad integriert fühlen. Für den typischen XL-Fahrer gibt es beim Sizing keinen Grund zur Beschwerde. Sein direkter Charakter, der lange Radstand und die langen Kettenstreben machen sich in Kurven natürlich bemerkbar. Steifigkeit, straffes Fahrwerk und Kettenstrebe helfen dabei, das Rad vor Kurven auf Highlines zu verfrachten und die Kurvenradien damit zu öffnen. Um den Scheitelpunkt enger Radien zu treffen, ist aktiver Körpereinsatz nötig, wobei man das Limit des Hinterradgrips teils bewusst überschreiten muss.
Insgesamt ist das Megamo Reason CRB damit ein E-MTB, das vor allem sehr aktiv Fahrenden in die Karten spielt. Es besitzt einen sportlichen Charakter mit allen positiven und negativen Eigenschaften und eignet sich perfekt für gebaute Trails, die einen nicht regelmäßig mit Mach 10 in Steinfelder ausspucken. Alternativ kann es als eMTB für Trailtouren dank guter Sitzposition und starkem Motor begeistern – hier lohnt sich aber auch der Blick auf das Reason Air mit weniger Federweg.
Seinem Potential fährt das Reason CRB in der Serienausstattung etwas hinterher. Das ist bei 11.499 € einerseits ein hartes Urteil, dennoch lässt sich mit kleinen Veränderungen einiges herausholen: Allein dickere Reifen und ein anderes Cockpit dürften mit wenig finanziellem Aufwand ein großes Verbesserungspotential bieten. Wer grundsätzlich Schwierigkeiten mit dem direkten Charakter hat, bekommt am 7.999 € Modell Alu-Laufräder, die etwas mehr Dämpfung und Komfort generieren.
Das ist uns aufgefallen
- Garantie Lebenslang für Erstbesitzer: Das Megamo Reason CRB kann hier für Vertrauen sorgen – sofern man bereit ist, für den Service zum Fachhändler zu gehen.
- Lautstärke Mit 30 % und verhärtendem Dämpfer erhöhte sich auch das Kettenschlagen und die Lautstärke bei G-Outs. Die SAG-Reduktion reduzierte das etwas, mit etwas Slappertape lässt sich das laute Rad aber sicherlich leiser bekommen.
- Fahrdynamik Das Reason ist relativ konsequent entwickelt: Als direktes Rad in Steifigkeit und beim Fahrwerk, in Kombination mit der stark abfahrtslastigen Geometrie, kann man damit richtig viel Spaß haben, wenn man dieses Set an Eigenschaften mag.
- Kostbare Fehlentscheidungen Wie stark ein Reifen ein Bike beeinflussen kann, ist schnell klar, wenn man einmal back-to-back mit guten und schlechten Reifen fährt – mit den optisch markanten Tanwall-Reifen hat man sich aber leider keinen Gefallen getan.
Fazit – Megamo Reason CRB 01
Mit dem Reason CRB stellt Megamo einen Spezialisten auf die großen 29"-Räder. Sein Charakter ist eher fordernd. Schon bei der Größenwahl und den riesigen Sprüngen zwischen den Rahmengrößen ist Aufmerksamkeit gefordert. Fahrwerksseitig haben wir mit wenig SAG gute Erfahrungen gemacht, um eine gleichmäßige und kontrollierte Federwegsausnutzung zu erhalten – das damit eher direkte Fahrwerk und der steife Rahmen bringen so zwar etwas Dynamik ins Bike, eröffnen ihm jedoch nicht den Grenzbereich, den die Geometrie zulassen würde. Ergo: Das Reason holt sich seine Laufruhe durch den Radstand und den flachen Lenkwinkel, weniger durch die Fahrwerksperformance. Das Megamo positioniert sich somit eher als Bike, das kraftvolle Biker mit Spaß an viel Tempo auf moderat schwierigen Trails anspricht.
Megamo Reason CRB 01 – Pro / Contra
Stärken
- Dynamisches Fahrverhalten
- Abfahrtsorientierte Geometrie
- Mitwachsende Kettenstreben
- Guter Kletterer
Schwächen
- Fordernder Charakter
- Kommunikationshürden bei Größenauswahl und Setup
- Reifen
- Lautstärke
Wie gefällt dir das Megamo Reason CRB 01? Hast du vielleicht schon selbst Erfahrungen mit diesem Modell gesammelt? Wenn ja, poste sie doch in die Kommentare und lass die Community daran teilhaben.
Preisvergleich: Megamo Reason CRB 01
Testablauf
Auf unseren Testrunden bewegen wir die Bikes in ihrem natürlichen Habitat, sprich: Wir fahren Trails, Trails, Trails! Unsere Testrunden haben alles, was ein E-Bike braucht:
- enge Uphill-Trails mit dicken Wurzeln, Steinen und losem Waldboden
- flache Trails mit kleinen Gegenanstiegen
- kurvige, flowige Downhills
- technische, steile und ruppige Abfahrten
- lange Schotterpisten bergauf und bergab
Jedes E-Bike wurde mehrfach auf dieser Runde gefahren und im Anschluss sorgfältig beurteilt.
Hier haben wir das Amflow PL Carbon getestet
- Deidesheim, Pfalz, Deutschland: Auf den Trails des RV Edelweiss gibt es allerhand Herausforderungen für moderne E-Mountainbikes. Von offenen, wurzeligen Kurven, bis hin zu Anliegern, in denen es die Hautfalten gen Boden zieht. Hohen G-Kräfte gibt es aber auch bei den zahlreichen technischen Sektionen mit Felsplatten, Fingerspitzengefühl ist auf den ruppigen Streckenabschnitten gefragt: Kurz gesagt – perfekte Bedingungen, um ein E-Mountainbike bergauf und bergab auf Herz und Nieren zu testen.
- Bambarg, Bad Kreuznach, Nordeifel, Deutschland: Um unsere Testeindrücke bei Wackelkandidaten oder Unstimmigkeiten zu verifizieren, wurden die Bikes zum Teil noch auf den Hometrails bewegt – von kurvigen, wurzeldurchsetzten Trails, über steile, technische Sektionen bis hin zu knackigen Kletterpassagen. Unsere Hometrails sind fabelhaftes Testgelände und eine gute Referenz.
I ride everything: E-Enduro, E-Trailbikes, hardtails, downhill, road – I enjoy it all, whether it’s E-assisted or not. I’ll admit that I do quite like having a motor on the uphills though. There’s lots to love about flowing trails; natural or built. The only thing I hate – switchbacks. I am 1.83 m tall and ride in 99% of cases frame size L - my sweet spot is between 470 and 480 mm Reach.
- Fahrstil / Riding style
- Verspielt und flowig / Flowing and playful
- Ich fahre hauptsächlich / I mainly ride
- E-Enduro, E-Trailbike, aber auch XCO, DH und Road / E-Enduro, E-Trailbike but also XCO, DH and road
- Vorlieben beim Fahrwerk / Preferred suspension setup
- Straff und schnell – ich möchte wissen, was unter mir passiert / Firm and reactive – I like feedback from the trail
- Vorlieben bei der Geometrie / Preferred geometry
- Langer Reach, kurzer Vorbau, breiter Lenker / Long reach, short stem, wide bars
Chris loves riding everything with knobby tires, both uphill and downhill. Be it dirt jumps, natural single tracks or man made trails – he enjoys it all, as long as it's fast, steep, rough, with a lot of airtime, or a combination of all these.
- Fahrstil / Riding style
- flüssig, verspielt / Flowing and playful
- Ich fahre hauptsächlich / I mainly ride
- Enduro/ Enduro
- Vorlieben beim Fahrwerk / Preferred suspension setup
- ausgeglichen zwischen Front und Heck, eher auf der sportlich-straffen Seite/ balanced front and rear suspension, a bit sportier than average
- Vorlieben bei der Geometrie / Preferred geometry
- Ausgewogene Radlastverteilung, eher flacher Lenkwinkel, Sitzwinkel nicht zu steil/ balanced wheel distribution, slack headangle, seattube angle not too steep
Arne started mountain biking in 2010. He prefers to ride enduro, downhill or trail bikes on rough trails. When the opportunity arises, he also likes to jump on an e-bike or go for a spin on his road bike.
- Fahrstil / Riding style
- sauber, hohes Grundtempo / Flowing and playful
- Ich fahre hauptsächlich / I mainly ride
- Enduro/ Enduro
- Vorlieben beim Fahrwerk / Preferred suspension setup
- vorne straffer als hinten, schneller Rebound, nicht zu viel Dämpfung / front firmer than rear, fast rebound, not too much damping
- Vorlieben bei der Geometrie / Preferred geometry
- Reach um die 480 mm, keine zu kurzen Kettenstreben, flacher Lenkwinkel/ Reach around 480 mm, chainstays not too short, slack head angle
- Fahrstil / Riding style
- verspielt, strammes Grundtempo, lieber eine Kurve mehr als Straightline / playful, fast basic speed, rather one curve more than straightline.
- Ich fahre hauptsächlich / I mainly ride.
- Enduro, Trail, Jumps und auch gern mal Downhill / Enduro, Trail, Jumps and sometimes Downhill.
- Vorlieben beim Fahrwerk / Suspension preferences.
- etwas straffer, viel Zugstufe, so wenig Dämpfung wie nötig, ausreichend Pop / A little firmer, lots of rebound damping, as little high and low-speed damping as necessary, adequate pop.
- Vorlieben bei der Geometrie / Geometry preferences.
- nicht zu viel Reach, mittellange Kettenstreben, flacher Lenkwinkel / not too much reach, medium-length chainstays, slack head angle.
Unterstützt wurde dieser Vergleichstest durch Produktplatzierungen von Unleazhed. Wir bekamen für jedes E-Bike im Test einen M02-Frontfender, den wir nur zu gerne montierten, denn gerade im Herbst und Winter können die großflächigen, stylischen Schutzbleche punkten und verhindern diverse Dreckspritzer am Bike, auf der Kleidung oder im Gesicht.
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Hier geht es zu den Einzelartikeln aus diesem Vergleichstest:
- 5 E-Bikes mit Avinox (DJI) im Vergleichstest: Rotwild holt Testsieg, Forbidden Kauftipp!
- Rotwild R.EX 900 Ultra im Test: Innovatives E-Bike holt den Testsieg!
- Forbidden Druid CorE im Test: High Pivot Witchcraft trifft auf DJI-Motor
- Megamo Reason CRB 01 im Test: Spanischer Trail-Spezialist?
- Crussis e-Full 12.11-PRO X im Test: Der schnelle Trailflitzer mit Avinox-Power (DJI)
- Amflow PL Carbon im Test: High-Performance-Schnapper?
Testinfos kompakt
Steckbrief
- XC:
- 0 bis 120 mm Federweg (Hardtails und Full-Suspension)
- Trail:
- 100 bis 150 mm Federweg (Hardtails und Full-Suspension)
- All-Mountain:
- 120 bis 150 mm Federweg (Full-Suspension)
- Enduro:
- 150 bis 180 mm Federweg (Full-Suspension)
- Downhill:
- über 180 mm Federweg (Full-Suspension)


34 Kommentare
» Alle Kommentare im ForumAlso mit gut unter 70 kg reicht mir exo und exo+ definitiv nicht, jedenfalls nicht so dass ich fahren könnte/wollte wie ich will ohne mir Gedanken um ne Panne zu machen und alleine das Gedankenmachen ist schon ein Kompromiss den ich nicht eingehen möchte.
edit
ja, ich habe mir schon Platten mit sowas geholt(mehrfach) und mit was dickerem eben nicht, noch nie
ah, wir reden wohl aneinander vorbei.
Ich sage:
Du sagst: Wartung muss für den Erhalt des Garantieanspruchs...
...erfolgen. Regelmäßigkeit habe ich aber auch gar nicht behauptet, sondern ein Süßgebäck:
Das Ding ist: Ich gehe davon aus, dass man seinen Rahmen sicher irgendwann mal warten muss, sprich, Hinterbaulager wechseln etc. Das passiert einfach bei einem Bike das benutzt wird.
Und wenn man dann später mal einen Garantiefall hat, dann bedeutet die Wartungsregel von megamo effektiv, dass du für die Wartung vorher sicherheitshalber zum Megamohändler musst! Über Intervalle / Regelmäßigkeit sage ich gar nix!
Deswegen interessiere ich mich auch nicht für serviceintervalle; außerdem: Wer weiß, was in dem manual sonst noch steht, du zeigst ja nur S. 43 – 47...
Und selbst wenn es dann mal fällig ist, lässt man es halt vom Megamo-Händler machen oder kauft genau die gleichen Lager sodass niemand feststellen kann ob die Lager getauscht wurden oder nicht. Denn es gibt keine Verpflichtung Lager zu tauschen (wenn funktionstüchtig) um den Garantieanspruch zu erhalten.
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