Video: Rotwild R.XX 2026 im Test
Rotwild R.XX 2026 – Infos und Preise
Die Innovationen
✅ Leichtes Trail-Bike mit M2S-Motor 700 Wh-Akku
✅ Carbon-Rahmen mit semi-integriertem Dämpfer
✅ Volle 1500 W/150 Nm Drehmoment
✅ Mitwachsende Kettenstreben
✅ Fünf Rahmengrößen
| Einsatzbereich | Trail, All-Mountain |
|---|---|
| Federweg | 160 mm/150 mm |
| Laufradgröße | 29ʺ, Mullet 29″-27,5″ |
| Rahmenmaterial | Carbon |
| Motor | Avinox |
| Akkukapazität | 700 Wh |
| Rahmengrößen | S, M, ML, L, XL (im Test: L) |
| Preisspanne | 8.490 Euro - 13.490 Euro |
Rotwild bringt mit dem neuen R.XX erneut Schwung ins aktuell sehr dynamische E-MTB-Portfolio. Nach dem R.EX und dem R.EXC, folgt nun bereits das dritte Modell mit avinox-Antrieb und das zweite Modell mit M2S-Motor. Positionierungstechnisch ist das interessant: 160/150 mm bringt das Trailbike R.XX, synchron zum 160/150 mm Bike R.EX. Nach oben abgerundet wird mit dem R.EXC mit 170/160 mm.
Trennschärfe zwischen den beiden Trail-Bikes soll eine Refokussierung des R.EX durch eine etwas brachialere Ausstattung, sowie das unterschiedliche Rahmen- und Antriebskonzept bringen. Seit einigen Jahren ist das R.XX das erste Rotwild ohne entnehmbaren Akku – auf der Suche nach einem möglichst leichten und maximal leistungsfähigen Rad, hat Rotwild den Avinox 700-Wh-Akku anvisiert: Mit der großen 4680-Rundzelle ermöglicht dieser Akku dem M2S-System, satte 1500 W und 150 Nm Drehmoment abzurufen.
Um einen so starken Motor nutzen zu können, muss aber auch das Drumherum stimmen. Und das passt auf dem Papier sehr gut: Rotwild bringt zwei zentrale Neuerungen mit – eine fünfte Rahmengröße M/L und ein neues Geometriekonzept, bei dem die Hinterbaulänge mit der Rahmengröße mitwächst. Dazu rollt das Bike auf 29″-Laufrädern in den Größen M/L, L und XL, Größe S und M bekommen mit Mullet-Konfiguration mehr Bewegungsfreiheit über dem Hinterrad spendiert.
Optisch komplett eigenständig präsentiert sich auch der neue Carbon-Rahmen: Mit der angehobenen Kettenstrebe und dem Horst-Link-Design bricht Rotwild zwar nicht, der Dämpfer wird aber anders angelenkt. Statt vertikal im Rahmen zu stehen, schmiegt der Hersteller ihn jetzt horizontal ans Oberrohr an und arbeitet mit einer Dämpferverlängerung. Die 150 mm Federweg werden zudem über einen längeren Dämpferhub realisiert, was niedrigere Arbeitsdrücke im Vergleich zum R.EX und eine einfachere Dämpferabstimmung gerade für schwere Fahrende ermöglichen dürfte. Gleichzeitig wird Platz im Rahmen geschaffen – tiefer und zentrierter findet nun eine Trinkflasche Platz im Rahmendreieck.
Mit dem neuen Fahrwerksdesign ergibt sich eine etwas niedrigere Anfangsübersetzung, die dem Bike einen etwas strafferen Charakter verpassen und somit auch fahrdynamisch eine Differenz zum R.EX herstellen soll.
Auch wenn es aufgrund der Timeline eher unrealistisch ist, dass unser Feedback aus dem Avinox-Vergleichstest einen Teil dieser Änderungen inspiriert hat, geht der Hersteller damit den einen oder anderen Kritikpunkt unsererseits an. Top, so geht kontinuierliche Weiterentwicklung!
Mit vier Ausstattungsvarianten und fünf Rahmengrößen bietet das Rotwild R.XX dem Kunden zwar auf zwei Ebenen eine gewisse Auswahl, ist ansonsten jedoch sehr fokussiert: Geometrie-Verstellmöglichkeiten gibt es nicht. Kein Schnickschnack, alles möglichst geradlinig und gut nutzbar. In dieses Konzept passt auch die integrierte und leichte Eightpins-NGS2-Sattelstütze – hier bleibt sich Rotwild auf jeden Fall treu.
Treu bleibt sich Rotwild auch bei seiner Preispolitik: Das R.XX ist nichts für schlanke Geldbeutel. Der Einstiegspreis für das Core-Modell liegt mit 8.490 € auf Topmodell-Niveau anderer Hersteller. Hochpreisig ist das Ende der Fahnenstange mit dem Ultimate-Modell für 13.490 €. Unser Ultra Testrad kostet 11.990 € und wiegt in Größe L ohne Pedale 20,7 kg.
Motor & Akku
Bisher ist die Auswahl an Bikes mit Avinox M2S und 700-Wh-Akku vergleichsweise klein: Ins selektive Feld der Hersteller, die satte 1500 W und 150 Nm in ihren Bikes bereitstellen können, reiht sich Rotwild nun ein – und das ist zumindest eine kleine Sensation. Der Hersteller lässt dafür nämlich einen seiner wichtigsten USPs sausen: Statt entnehmbarem Riesenakku mit der besten Energiedichte dank Carbon-Gehäuse, setzt Rotwild am R.XX auf einen festverbauten 700 Wh-Akku mit geringerer Energiedichte.
Die Rückkehr zur Standard-Komponente hat neben der Maximalleistung vor allem Positionierungsgründe: Um das R.XX vom R.EX abzugrenzen, sollte es leichter werden – das geht vor allem durch Gewichtsersparnisse am Motor-Akku-System. Mit fest verbautem Akku und weniger Kapazität, sichert sich das R.XX nahezu ausstattungsneutralisiert einen Gewichtsvorteil von satten 1,7 kg (20,7 kg vs. 22,4 kg, jeweils selbst gewogen, Testräder in Gr.L, bei minimaler Ausstattungsabweichung). Positiver Nebeneffekt – statt Akkutausch zur Reichweitenerhöhung, kann Rotwild nun auch die Avinox-Ladetechnik nutzen und das Bike mit Schnellladetechnik flott wieder aufladen.
Rund um das leistungsstarke Herz des R.XX, ist das Bike natürlich mit den üblichen Avinox-Systemkomponenten ausgerüstet. Rotwild setzt beide Remote-Optionen ein, hat natürlich das Display an Bord und liefert lediglich das Core-Einstiegsmodell mit 4A-Ladegerät aus – alle weiteren Bikes kommen mit dem teureren 12A-Schnellladegerät.
- Motor Avinox M2S
- Akku Avinox FP700
- Akkukapazität 700 Wh
- Nenndauerleistung 250 Watt
- Spitzenleistung 1500 W
- Max. Drehmoment 150 Nm
- Display Avinox 2″ OLED
Hier findest du mehr Informationen zu aktuellen E-Bike-Motoren.
Geometrie
Mit der Zwischengröße M/L und dem Kinestetic Engineering-Ansatz geht Rotwild in meinen Augen einen großen Schritt in Richtung Moderne: Mehr Größen und ein besserer Fit für jede Größe stehen auf der Prioritätenliste ganz oben – gelungen, wie ich finde. Gerade beim Premium-Preispunkt, den Rotwild ohne Zweifel besetzt, sind Kompromisse nicht ideal.
Aber schauen wir auf die Zahlen: 25 mm Reach-Sprünge zwischen S und M, sowie L und XL, kleinere 20 mm Reach-Sprünge zwischen M, M/L und L – dazu 10 mm wachsende Steuerrohre von S bis L und ein 15 mm Sprung zum Schluss: Gerade im überschneidungsstarken Bereich zwischen M und L wachsen die Größen konsistent. Nach oben und unten ist dann ein größerer Sprung für kleinere oder größere Personen interessant.
Wachstum gibt es auch an anderen Stellen des Bikes. Vor allem der mitwachsende Hinterbau, den Rotwild am R.EXC eingeführt hat, ist für mich spannend: Von 435 am S, bis 460 mm am XL, wächst das Bike je Rahmengröße mit. Die Kettenstrebenlänge pro Rahmengröße ist dabei jedoch fix. Wer also gerne kürzer oder länger möchte, bekommt diese Auswahlmöglichkeit nicht. So richtig ins Leichtbau-Konzept passt sie auch nicht – solche Features bringen einfach Mehrgewicht. Erst ab der 445-mm-Kettenstrebe des M/L-Bikes, passt das große 29″-Hinterrad in den Rahmen – S und M rollen entsprechend in Mullet-Konfiguration.
Mit 64° ist der Lenkwinkel flach, mit 77° der Sitzwinkel moderat steil. Einzig das Sattelrohr sticht erneut heraus: Durch die Bank ist es für heutige Verhältnisse lang. Die integrierte Eightpins-Sattelstütze stellt hier neben den starken Vorteilen entsprechend auch Restriktionen – um eine Größen-Range abzudecken, muss das Bike auf die maximale Sitzhöhe geplant werden: Das ergibt vor allem nach unten hin dann Einschränkungen, die die Sitzrohrlänge negativ beeinflussen und ein Upsizing erschweren.
Konkret bedeutet das am L-Testrad: Satte 495 mm Reach, bei 650 mm Stack. Das ist ziemlich nahe an dem, was ich für mich persönlich als optimal bezeichnen würde, die Spannweite erinnert jedoch schon deutlich an übliche XL-Räder. Die Kettenstrebe misst 452,5 mm, damit ergibt sich statisch eine Radlastverteilung von 1:1,87. Das Sitzrohr misst 470 mm, nutzbar sind für mich 212 mm Hub, das Teleskop-Rohr fährt dabei aber nicht vollständig ein, sondern ist intern im Hub begrenzt.
Wusstest du eigentlich, dass du in Geometrics – unsere Datenbank für Fahrrad-Geometrien – viele aktuelle E-Bikes miteinander vergleichen und auf den ersten Blick die Unterschiede sehen kannst? Probier’s mal aus!
Erhältliche Rahmengrößen S / M / M-L / L / XL
| Rahmengröße | S | M | ML | L | XL |
|---|---|---|---|---|---|
| Laufradgröße | Mullet 29/27,5 | Mullet 29/27,5 | 29″ | 29″ | 29″ |
| Reach | 430 mm | 455 mm | 475 mm | 495 mm | 520 mm |
| Stack | 623 mm | 632 mm | 641 mm | 650 mm | 663 mm |
| STR | 1,45 | 1,39 | 1,35 | 1,31 | 1,28 |
| Lenkwinkel | 64° | 64° | 64° | 64° | 64° |
| Sitzwinkel, effektiv | 77° | 77° | 77° | 77° | 77° |
| Oberrohr | 553 mm | 580 mm | 603 mm | 625 mm | 654 mm |
| Steuerrohr | 105 mm | 115 mm | 125 mm | 135 mm | 150 mm |
| Sitzrohr | 399 mm | 423 mm | 447 mm | 470 mm | 494 mm |
| Überstandshöhe | 754 mm | 754 mm | 754 mm | 754 mm | 754 mm |
| Kettenstreben | 435 mm | 440 mm | 445 mm | 452,5 mm | 460 mm |
| Radstand | 1.203 mm | 1.237 mm | 1.267 mm | 1.299 mm | 1.338 mm |
| Tretlagerabsenkung | 20 mm | 20 mm | 30 mm | 30 mm | 30 mm |
| Tretlagerhöhe | 345 mm | 345 mm | 345 mm | 345 mm | 345 mm |
| Einbauhöhe Gabel | 559 mm | 559 mm | 559 mm | 559 mm | 559 mm |
| Gabel-Offset | 44 mm | 44 mm | 44 mm | 44 mm | 44 mm |
| Federweg (hinten) | 145 mm | 145 mm | 145 mm | 145 mm | 145 mm |
| Federweg (vorn) | 160 mm | 160 mm | 160 mm | 160 mm | 160 mm |
Ausstattung
Das Rotwild R.XX 2026 ist in vier Ausstattungsvarianten erhältlich. Saftig: Der Einstiegspreis hat es mit 8.490 € für das Core-Modell in sich – hier gibt es den M2-Motor, eine Fox 36 Rhythm, einen Float X Performance, einen Eagle 90 Antrieb, die Motive Bronze-Bremsanlage, Schwalbe-Radial-Reifen, die günstigere H01-Dropperpost von Eightpins sowie Newmen Alu-Laufräder und Lenker.
Mit M2S-Motor, 36 Performance, NGS3.0-Dropper, GX-Eagle-AXS-Transmission und Phase-Carbon-Laufrädern bekommt man für den 1.500 € Aufpreis auf 9.990 € das Pro-Modell ordentliche Upgrades.
Am Testmodell „Ultra“ für 11.990 € setzt Rotwild dann erstmals auf das Fox Factory-Fahrwerk, eine X0 Eagle-Transmission, e*thirteen Carbon-Kurbeln und Motive Silver Bremsen, sowie einen Newmen Carbon-Lenker.
Das knallorange Ultimate-Topmodell schlägt mit 13.490 € zu Buche und bringt mit der XX Eagle, Motive Ultimate Carbon-Bremsen, nebst Rotwild-eigenem Lenker und Ergon-Sattel eher mehr Prestige, als signifikante Performance-Zugewinne.
Die beste Preis-Leistung – ja, sehr hochpreisig – erhält man in meinen Augen am Pro-Modell.
Rotwild R.XX Preis (UVP)
- Rotwild R.XX Core 8.490 €
- Rotwild R.XX Pro 9.990 €
- Rotwild R.XX Ultra 11.990 €
- Rotwild R.XX Ultimate 13.490 €
| Modell | CORE | PRO | ULTRA | ULTIMATE |
|---|---|---|---|---|
| Rahmen | Polydynamic Carbon | Polydynamic Carbon | Polydynamic Carbon | Polydynamic Carbon |
| Gabel | FOX 36 Float Rhythm 160 mm / Grip / Sweep Adjust | FOX 36 Float Performance 160 mm / Grip / Sweep Adjust | FOX 36 Float Factory Kashima 160 mm / Grip X / HSC/LSC / LSR | FOX 36 Float Factory Kashima 160 mm / Grip X / HSC/LSC / LSR |
| Dämpfer | FOX Float X Performance 205 x 60 mm / 2-Pos | FOX Float X Performance 205 x 60 mm / 2-Pos | FOX Float X Factory Kashima 205 x 60 mm / 2-Pos Adjust | FOX Float X Factory Kashima 205 x 60 mm / 2-Pos Adjust |
| Schalthebel | SRAM EAGLE90 Trigger | SRAM AXS Pod | SRAM AXS Pod | SRAM AXS Pod |
| Schaltwerk | SRAM EAGLE90 | SRAM GX Eagle Transmission AXS | SRAM X0 Eagle Transmission AXS | SRAM XX Eagle Transmission AXS |
| Kassette | SRAM GX Eagle XS 1270 10-52 T. / 12-Speed | SRAM GX Eagle XS 1270 10-52 T. / 12-Speed | SRAM X0 Eagle XS 1275 10-52 T. / 12-Speed | SRAM XX Eagle XS 1297 10-52 T. / 12-Speed |
| Kurbel | e*thirteen Plus 160 mm (S/M/L) / 165 mm (XL) | e*thirteen Plus 160 mm (S/M/ML/L) / 165 mm (XL) | e*thirteen Race Carbon 160 mm (S/M/ML/L) / 165 mm (XL) | e*thirteen Race Carbon 160 mm (S/M/ML/L) / 165 mm (XL) |
| Bremse | SRAM Motive Bronze / SRAM HS2 / 200 mm | SRAM Motive Bronze / SRAM HS2 / 200 mm | SRAM Motive Silver / SRAM HS2 / 200 mm | SRAM Motive Ultimate Carbon / SRAM HS2 / 200 mm |
| Laufräder | NEWMEN Beskar 30 mm Width / 110-15 mm / 6-Bolt; NEWMEN Beskar 30 mm Width / 148-12 mm / 6-Bolt | NEWMEN Phase Carbon 30 mm Width / 110-15 mm / 6-Bolt; NEWMEN Phase Carbon 30 mm Width / 148-12 mm / 6-Bolt | NEWMEN Phase Carbon 30 mm Width / 110-15 mm / 6-Bolt; NEWMEN Phase Carbon 30 mm Width / 148-12 mm / 6-Bolt | NEWMEN Phase Carbon 30 mm Width / 110-15 mm / 6-Bolt; NEWMEN Phase Carbon 30 mm Width / 148-12 mm / 6-Bolt |
| Vorderreifen | SCHWALBE Albert Evo Radial Trail / Soft / TLR / 29x2.5 | SCHWALBE Albert Radial Trail Pro / Soft / TLR / 29x2.5 | SCHWALBE Albert Radial Trail Pro / Soft / TLR / 29x2.5 | SCHWALBE Albert Radial Trail Pro / Soft / TLR / 29x2.5 |
| Hinterreifen | SCHWALBE Albert Evo Radial Trail / Soft / TLR / 27.5x2.5 (S/M) / 29x2.5 (ML/L/XL) | SCHWALBE Albert Radial Trail Pro / Soft / TLR / 27.5x2.5 (S/M) / 29x2.5 (ML/L/XL) | SCHWALBE Albert Radial Trail Pro / Soft / TLR / 27.5x2.5 (S/M) / 29x2.5 (ML/L/XL) | SCHWALBE Albert Radial Trail Pro / Soft / TLR / 27.5x2.5 (S/M) / 29x2.5 (ML/L/XL) |
| Sattel | ERGON SM Sport | ERGON SM Sport | ERGON SM Pro | ERGON SM Pro Carbon |
| Sattelstütze | 8PINS H01 up to 200 mm (XL) | 8PINS NGS3.0 up to 225 mm (XL) | 8PINS NGS3.0 up to 225 mm (XL) | 8PINS NGS3.0 up to 225 mm (XL) |
| Lenker | NEWMAN Beskar 40 mm Rise / 760 (S/M) 780 mm (ML/L/XL) Width | NEWMAN Beskar 40 mm Rise / 760 (S/M) 780 mm (ML/L/XL) Width | NEWMAN Phase Carbon 40 mm Rise / 760 (S/M) 780 mm (ML/L/XL) Width | ROTWILD B220 Carbon 35 mm Rise / 760 (S/M) 780 mm (ML/L/XL) Width |
| Vorbau | ROTWILD S120 35 mm Length | ROTWILD S120 35 mm Length | ROTWILD S120 35 mm Length | ROTWILD S120 35 mm Length |
| Motor | AVINOX M2 | AVINOX M2.S | AVINOX M2.S | AVINOX M2.S |
| Display | AVINOX 2" OLED | AVINOX 2" OLED | AVINOX 2" OLED | AVINOX 2" OLED |
| Akkukapazität | AVINOX FP700 700 Wh / 36 V / XXX Cell / 3.180 g | AVINOX FP700 700 Wh / 36 V / XXX Cell / 3.180 g | AVINOX FP700 700 Wh / 36 V / XXX Cell / 3.180 g | AVINOX FP700 700 Wh / 36 V / XXX Cell / 3.180 g |
| Max. Drehmoment | 150 Nm | 150 Nm | 150 Nm | 150 Nm |
| Gewicht | ||||
| Preis (UVP) | 8.490 EUR | 9.990 EUR | 11.990 EUR | 13.490 EUR |
Rotwild R.XX – erster Test auf dem Trail
Mir kommt der Fahrstil des R.XX entgegen: Mehr pushen, Tempo halten, Löcher umfahren – ich denke, auf meinen Hometrails wäre ich damit schneller.
Keine Vorstellung braucht der Avinox M2S Motor, der im Rotwild mit 700 Wh-Akku satte 1.500 W und 150 Nm Drehmoment abrufen kann. Nachdem die Erfahrung mit dem M2S RS noch recht frisch war, fallen die Unterschiede zwischen den Motorprofilen deutlich auf: Der M2S kann sich zwar im Vergleich zum Vorgänger insgesamt besser abgestimmt präsentieren, offensichtlich steckt aber noch mehr in dem Motor. Der leicht zeitverzögerte Einsatz des Systems, macht es nicht immer einfach, den Motor in Situationen, in denen Kontrolle gefragt ist, zu dosieren – fährt man am Berg an, muss man dieses Zeitintervall überwinden, mit viel Kraft die knapp 100 kg Systemgewicht anschieben, bevor die Unterstützung dann kickt. Zum Glück setzt Rotwild mit den verlängerten Kettenstreben jetzt auf ein Konzept, das im Uphill für mich mehr Sinn ergibt: Die längeren Streben federn diese Eigenheiten des M2S ein Stück weit ab.
Relativ schnell merke ich für mich: Der Akku-Verbrauch ist für mich zu hoch und ich habe keinen Uphill, den ich nicht mit deutlich gedrosselter Leistung schon mit 25 km/h fahren kann – natürlich dann mit mehr Eingangsleistung. Mit voller Leistung und auf unebenem Untergrund tänzelt das Vorderrad dann doch gerne auch mal leicht über dem Untergrund herum. Den Boost-Modus für Eventualitäten zu haben, ist gut, aber permanent so viel Power zur Verfügung zu haben, entspricht nicht meinem Bedarf. Eine Eigenschaft untermalt das auch akustisch: Die Kette springt im Uphill unter Volllast zum Teil über die Kassette. Bei knapp 200 € Straßenpreis für die Kassette wird mir schwindelig, wenn ich über die Instandhaltungskosten nachdenke.
Die hohe Power ist natürlich kein Muss, entsprechend passe ich mir die Motorprofile bereits während der ersten Ausfahrt an und erhöhe damit die Reichweite signifikant. Auch die springende Kette taucht nicht mehr auf. Mit reduzierter Leistung, fällt der Fokus zudem mehr aufs Bike an sich: Das R.XX bietet mit 40 mm Riser-Lenker eine angenehme Sitzposition, schön aufrecht und zentriert. Der Hinterbau ist wie angemerkt eher straff abgestimmt: Bei 30 % SAG liefert der Hinterreifen zwar ausreichend Traktion, das R.EX war jedoch feinfühliger und smoother im Uphill.
Neigt sich der Trail gen Tal zeigen sich zwar weiterhin deutliche Unterschiede zwischen R.EX und R.XX, ich würde sie aber eher im Charakter sehen, weniger in dem, was damit möglich ist. Das R.EX ist im Flex softer abgestimmt, bietet aus dem Fahrwerk guten Gegenhalt, arbeitet aber sehr feinfühlig und traktionsstark. Der Rahmen des R.XX ist etwas steifer, das Fahrwerk straffer. Um die Traktion muss man sich am R.XX etwas mehr bemühen, dafür bietet es mehr Reserven, die aus der Geometrie kommen. Mir kommt der Fahrstil des R.XX entgegen: Mehr pushen, Tempo halten, Löcher umfahren – ich denke, auf meinen Hometrails wäre ich damit schneller. Würde ich ein blindes Enduro-Rennen fahren, wäre mir das etwas natürlich-intuitivere und komfortablere Fahrgefühl des R.EX lieber.
Auf der Suche nach diesem Komfort musste ich an der Gabel anfangen: Die neue 36 passt grundsätzlich zum Charakter des Rotwild: straff und präzise. Ab Werk war die Gabel mit einem Volumenspacer ausgerüstet und ich nutze mit der Druckempfehlung für 82 kg Fahrende bereits den kompletten Federweg, die Gabel ist dabei jedoch eher anstrengend zu fahren. Zwar kann ich es nicht messen, aber mir scheint, es ist sinnvoller, die Gabel via dynamischem SAG abzustimmen: Statt statisch den SAG zu messen, gehe ich eher nach Gefühl, senke den Druck leicht ab, erhöhe auf drei Volumenspacer, mache die Zugstufe deutlich schneller und erhöhe parallel die Druckstufendämpfung deutlich. So arbeitet die Gabel für mich etwas feinfühliger, ist weniger anstrengend zu fahren, behält sich aber die Reserven bei. Ähnlich stimme ich dann den Dämpfer mit deutlich größerem Volumenspacer ab. So lässt sich das R.XX dann etwas näher ans R.EX heranschieben. Dabei bleibt das R.XX lebendiger und aktiver im Fahrwerk, mit dem veränderten Setup ist es in meinen Augen aber etwas weniger fordernd.
Insgesamt waren beide Setup-Wege aber zielführend – sie steuern nur unterschiedliche Charaktermerkmale des Bikes auf verschiedene Art und Weise aus. Wer den sportlichen Tourer sucht, der effizient auf nur moderat schweren Trails gefahren wird, wird vermutlich mit dem Standardsetup happy. Abfahrtsfans, die ein sportliches Fahrverhalten suchen, können sowohl im strafferen, etwas fordernderen Setup, als auch mit dezent höherer Gutmütigkeit glücklich werden.
Rein von der Fahrposition gefällt mir das R.XX: Aufrecht steht man auf dem Bike, kann schön zentral bleiben. Es fällt mir leicht, den Grip zwischen Vorder- und Hinterrad in offenen Kurven ohne Support zu verteilen. Es fällt mir aber auch leicht, das Bike mal mit so richtig Druck in einen Anlieger zu fetzen – aus der Kategorie: Mal sehen, ob die Reifen wegklappen. Und hier muss man auch etwas ins Detail schauen, denn je nach Fahrertyp, könnten stabilere Reifen Sinn ergeben. Auch eine weichere Gummimischung und/oder ein etwas offeneres Profil am Vorderrad würden in schwierigem Gelände helfen. Natürlich steuert Rotwild auch hier etwas die Differenzierung zwischen den Bikes aus – das Bike könnte rein vom Charakter jedoch mehr, als der Softe Albert es im Wohlfühlbereich zulässt.
Weniger differenzieren muss ich bei einem anderen Kritikpunkt: Die Bremsanlage. Das R.XX ist bis zu einem maximalen Systemgewicht von 130 kg freigegeben, kann also fahrende Personen von knapp 110 kg aufnehmen – selbst bei meinen leichten 75 kg ist mir die SRAM Motive zu schwach. Mein Testexemplar hatte zudem mit schleifenden Scheiben (vermutlich ungleichmäßige Kolbenrückstellung) und Druckpunktwandern zu tun. Etwas schade ist das, weil die Bremse im Vergleich zur Maven (A1 & B1) ein extrem angenehmes Hebelgefühl mitbringt.
Meinung @eMTB-News.de
Das Rotwild R.XX ist ein Möglichmacher ohne Zwänge: Wer will, entlockt dem Motor seine volle Leistung, wer das nicht möchte, profitiert von anderen positiven Eigenschaften des Avinox-Ökosystems: Schnelladen, geringes Gewicht, schicker Formfaktor und geringe Lautstärke. Ähnlich sieht es bergab aus. Wer will, kann das R.XX schnell, aktiv und präzise fahren und wird dann von einem dynamischen, sportlichem Trail-Bike belohnt. Aber auch mit weniger aktivem Fahrtstil macht das Bike einen guten Eindruck: Gute Balance, aufrechte Stehposition und ein geringes Gewicht, machen das Bike auch für längere Singletrail-Touren interessant.
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5 Kommentare
» Alle Kommentare im ForumKönntest du noch deine persönlichen Maße mitteilen, dass man deine Ausführungen besser nachvollziehen kann.
Danke
knackige Preise..
Sram müsste mal was zwischen Motive und Maven rausbringen, vielleicht eine neue, etwas stärkere Code?
Zum Kettenspringen: ich sage es schon länger, als der M2 veröffentlicht ist, 150Nm sind zu viel für aktuelle Schaltungen. Keine 12 Gang Schaltung ist für mehr als 120Nm bei einem 34Z KB freigegeben, umsonst verbaut nicht jeder Hersteller 36Z und 38Z Kettenblätter am M2, damit man eben nicht sofort Kette und Kassette zerballert. Rotwild ignoriert das leider gänzlich. Nicht falsch verstehen, ich fahre auch lieber ein 34Z KB als 36/38Z, alleine schon wegen den Aufsetzern, wenn man aber so starke Motoren ungedrosselt verbaut, sollte man sich der Problematik bewusst sein. Rein zur Info, ein 42Z Kettenblatt bei 150Nm entspricht einem 34z Kettenblatt bei 120Nm, sprich bei jedem Rad mit M2S hat man theoretisch keine Garantie oder Gewährleistung auf den Antrieb, nur beim M2 mit 36Z Kettenblatt oder größer.
Zum Rad: typisch Rotwild sehr teuer, gibt aber oft genug Angebote. Die Bananenschwinge muss man mögen, bin prinzipiell nicht abgeneigt, mir hätte es aber zu viel Anti-Squat/Pedalrückschlag ausgehend vom Drehpunkt der Schwinge, mir sind klassische Naben vom Fahrgefühl lieber als DEG/Sidekick, Ochain habe ich noch nicht probiert, bzw wäre ich beim REX besser aufgehoben als beim RXX
Zum Thema Antisquat beim XX:
Beim " Pedalrückschlag" ist der Achspfad entscheidend- also auf welcher Bahn sich das Hinterrad bewegt. Hier zur Einordnung:
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