Die 32-Zoll-Welle rollt an, doch der Sprung von 622 mm auf 686 mm ETRTO-Maß bringt massive physikalische Probleme mit sich. Newmen hat über 60 Konfigurationen getestet und liefert ernüchternde Zahlen: Bei identischem Aufbau verliert das Riesenrad satte 31 Prozent an Seitensteifigkeit. Besonders für E-MTB-Fahrer und Systemgewichte bis 150 kg kann das zum Problem werden, da zu weiche Laufräder zu instabilem Handling und sich ständig lösenden Speichen führen sollen. Laut den Allgäuern liegt die kritische Grenze bei einer Auslenkung von 8,5 mm unter Last – ein Wert, den herkömmliche Setups mit 32 Zoll kaum halten können.
Die Lösung des Herstellers ist radikal: Wir brauchen breitere Naben. Während am Gravelbike der Wechsel auf Boost die Steifigkeit um 11,5 Prozent erhöhen soll, führt nach Newmen am 32-Zoll-MTB kein Weg an Superboost am Heck vorbei. An der Front wird sogar ein neues Maß von 120 mm Einbaubreite ins Spiel gebracht, um das gewohnte Fahrgefühl zu retten. Wer stattdessen nur auf mehr oder dickere Stahlspeichen setzt, müsste bis zu 50 Gramm Mehrgewicht pro Rad in Kauf nehmen, ohne die gleiche Stabilität zu erreichen. Und auch mehr Speichen führen nicht unbedingt zum Ziel. Auch bei der Bremse müssen wir umdenken: Die Hebelverhältnisse verschlechtern die Verzögerung um etwa zehn Prozent. Eine 220-mm-Scheibe müsste am 32-Zöller somit den 200-mm-Standard ersetzen.
Alle Details erfahrt ihr im Statement von Newmen:
Was meint ihr: Ist der Performance-Gewinn durch das bessere Überrollverhalten den kompletten Kahlschlag bei den Nabenstandards wert?

28 Kommentare
» Alle Kommentare im ForumNewmen hat es in seinem Statement ja schön zusammengefasst:
Wenn man die selbe Stabilität wie ein 29" haben will, kommt man um einschneidende Änderungen an der Laufradkonstruktion und an den Einbaumaßen nicht herum.
Die zusätzlich notwendigen geometrie-bedingten Änderungen beim Rahmenbau und den Komponenten müssen ebenfalls berücksichtigt werden, wollen wir hier aber mal aussen vor lassen.
Welche Vorteile ein 32" haben soll, das den Aufwand für die notwendigen Änderungen rechtfertigt, lässt sich derzeit noch nirgends finden.
Das legt den Verdacht nahe, dass ein 32" eher eine Erfindung der Marketing-Abteilungen als der logisch agierenden Technik-Abteilungen ist.
Mein Statement:
Die Konzerne tun sich zusammen und stellen fest, dass sie einen neuen Standard brauchen bevor die Marktsättigung bei dem aktuellen Standard eintritt.
Man erfindet also das 32" Laufrad.
Dann wird die Marketing-Abteilung mit einer Machbarkeitsstudie beauftragt (= wieviel kostet das, lässt sich das verkaufen?)
Wenn diese positiv ausfällt, wird die Argumentationsbasis erstellt (= wie bringt man es dem Kunden nahe?)
Dann folgt die Präsentation von Prototypen.
Erste Tests und Medienpräsentationen werden veröffentlicht, damit die Bildung von Kundenpotential entsteht.
Und schon wird u.a. hier über Sein und Nichtsein heftig diskutiert.
Das Potential wächst.
Nachdem ich mir nichts einreden lasse ohne selbst festgestellt zu haben, dass ich das evtl. brauchen könnte, bin ich da vorerst nicht dabei.
Wer es haben will, soll es kaufen...
Für mich mit 167cm "Länge" ist ein 29er HR schon eng.
Außerdem fahre ich primär Enduro und eher auf Spaß als auf Zeit getrimmt. Ich bin immer wieder bei Mullet gelandet und da bleibt's auch die kommenden 10 Jahre dabei. Und dann bin ich ja vielleicht nochmal ein Stück gewachsen.
Generell macht es wenig Sinn bei Neukauf sich an alten Geotabellen zu orientieren.
Was früher mal L war ist Heute mit moderner Geometrie ein M.
Ein Teil der Nutzer hat einfach Probleme damit sich auf Neues einzulassen drum vergleichen sie immer mit Altem
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