Cannondale Moterra LT im Test Erstaunlicher Allrounder

Cannondale Moterra LT im Test: Anfang der Saison 2025 hat Cannondale die jüngste Moterra-Generation vorgestellt. Für Fans langhubiger E-Bikes gibt's die LT-Version mit 170/165 mm Federweg, Coil-Dämpfer, Mullet-Laufrädern und natürlich Bosch CX Gen5-Motorsystem mit reichweitenstarkem 800 Wh-Akku. Wir konnten das Bike bereits gründlich testen.
Titelbild

Steckbrief: Cannondale Moterra LT – Test 2026

EinsatzbereichEnduro
Federweg170 mm/165 mm
LaufradgrößeMullet 29″-27,5″
RahmenmaterialCarbon
MotorBosch
Akkukapazität800 Wh
Gewicht (o. Pedale)25,2 kg
RahmengrößenS, M, L, XL (im Test: L)
Websitecannondale.com
Preis: 7.399 €

Mit dem Cannondale Moterra LT haben die US-Amerikaner eine langhubige Version ihres bekannten E-Mountainbikes im Programm. Der Federweg wurde gegenüber dem Standard-Modell leicht auf 170 mm an der Front und 165 mm am Heck angehoben. Dazu gibt’s einen Carbon-Rahmen mit Viergelenker-Hinterbau und einem unter dem Oberrohr untergebrachten Stahlfederdämpfer. Beim Motor setzt man wenig verwunderlich auf das Bosch CX-System in fünfter Generation – ab Werk mit großem 800 Wh Akku. Dieser kann zum Laden werkzeuglos aus dem Unterrohr entnommen werden. Aktuell gibt’s das Moterra LT in vier Größen, allerdings lediglich in einer Version für 7.399 €.

Cannondale Moterra LT
# Cannondale Moterra LT – Federweg: 170/165 mm | Gewicht: 25,2 kg | Preis: 7.399 € (UVP)
Diashow: Cannondale Moterra LT im Test: Erstaunlicher Allrounder
Die 170 mm Federweg an der Front werden von einer Fox 38 Performance-Federgabel mit günstiger Grip-Dämpfung verwaltet.
Im Rahmen ist ein bewährter und bekannter Bosch CX Gen 5-Motor verbaut
Geschaltet wird mit der mechanischen SRAM 90 Transmission mit 12 Gängen.
Der Schwalbe Albert in härterer Mischung war mir etwas zu wenige Reifen für ein so potentes Bike.
Hinten soll mit dem Albert in Soft-Mischung der Rollwiderstand gering gehalten werden.
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Rein optisch hat sich mit der neuesten Generation im Vergleich zum Vorgänger wenig getan. Cannondale setzt weiterhin auf den sehr verbreiteten Viergelenker-Hinterbau, wobei der Dämpfer beinahe waagrecht unter dem Oberrohr angebracht ist. Die Umlenkung ist sehr sauber integriert, was dem Bike trotz wuchtiger Rohrdimensionen einen aufgeräumten Look verpasst. Auf dem Unterrohr bleibt zudem Platz für die Montage eines Flaschenhalters – oder des Bosch Range Extenders, doch dazu später mehr. Eine Besonderheit von Cannondale ist das „Proportional Response“-System. Das bedeutet, dass die Kinematik des Fahrwerks und die Geometrie jeweils speziell auf die Rahmengröße abgestimmt sein sollen.

Am Moterra setzt Cannondale wie gewohnt auf einen Viergelenker-Hinterbau
# Am Moterra setzt Cannondale wie gewohnt auf einen Viergelenker-Hinterbau – dieser liefert in der getesteten LT-Version 165 mm Federweg
Der untere Lagerpunkt wird von einem aufgeklebten Schoner bedeckt.
# Der untere Lagerpunkt wird von einem aufgeklebten Schoner bedeckt.
An der Kettenstrebe befindet sich wie gewohnt ein dämpfender Schützer.
# An der Kettenstrebe befindet sich wie gewohnt ein dämpfender Schützer.

Der große 800 Wh Akku kann zum Laden entnommen werden – wobei es natürlich auch direkt am Rad eine Ladebuchse gibt, für alle, die eine Steckdose im Keller oder der Garage haben. Zum Entnehmen benötigt man den Schlüssel, die große Klappe unter dem Unterrohr wird über einen großen Drehverschluss geöffnet. Sämtliche Kabel verlaufen vom Lenker direkt in den Acros-Steuersatz und von dort intern zu ihrem Bestimmungsort. Zudem ist der Hinterbau im Bereich der Ketten großzügig von einem Gummischoner bedeckt, was in Verbindung mit dem Bosch-System hoffentlich zu einer ruhigen Fahrt führen sollte.

Der große 800 Wh-Akku kann ohne Werkzeug, mit passendem Schlüssel entnommen werden.
# Der große 800 Wh-Akku kann ohne Werkzeug, mit passendem Schlüssel entnommen werden.
Alle Kabel laufen in den Steuersatz.
# Alle Kabel laufen in den Steuersatz. – Eine Lösung, deren Sinn auch nach Jahren nicht einleuchten will.
Auf dem Unterrohr ist Platz für einen Flaschenhalter oder Range Extender.
# Auf dem Unterrohr ist Platz für einen Flaschenhalter oder Range Extender.
Das getestete LT-Modell gibt
# Das getestete LT-Modell gibt

Während die reguläre Version des Cannondale Moterra mit 29″-Laufrädern ausgerüstet ist, kommt das LT-Modell mit Mullet-Bereifung – sprich 29″ vorn und 27,5″ hinten. Das soll für die passende Bergab-Performance sorgen und dem nicht gerade leichtgewichtigen Boliden etwas mehr Spritzigkeit verleihen.

Youtube LogoVideo: Cannondale Moterra LT im Test

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🛟 CANNONDALE Moterra LT Test: Hilft viel wirklich viel? Wir finden es heraus.
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Motor & Akku

Der Bosch CX Gen5-Motor wird beim Cannondale Moterra LT ab Werk mit dem großen Bosch PowerTube 800 Wh-Akku kombiniert. Zusätzlich lässt sich optional ein 250 Wh Range-Extender montieren, was ganze 1.050 Wh ergibt – genug für ausufernde E-MTB-Missionen. Außerdem passt wohl auch der leichtere 600 Wh-Akku, was bei weniger Reichweite auch ca. 1 kg Gewicht spart.

  • Motor Bosch Performance CX Gen5
  • Akkukapazität 800 Wh
  • Maximalleistung 750 Watt
  • Max. Drehmoment 100 Nm
  • Display Bosch Top Tube System Controller

Hier findest du alle Infos und einen Test vom neuen Bosch Performance CX: Bosch CX Motor Gen5 2025 – Infos und Test

Im Rahmen ist ein bewährter und bekannter Bosch CX Gen 5-Motor verbaut
# Im Rahmen ist ein bewährter und bekannter Bosch CX Gen 5-Motor verbaut – dieser liefert in Spitze 100 Nm Drehmoment.

Das LT-Modell verzichtet auf ein großes Kiox-Display – stattdessen muss der Controller auf dem Oberrohr langen. Dieser gibt über Anzahl und Farbe der 5 LED-Balken sowie der umrandenden LED Informationen über den gewählten Unterstützungsmodus und Batterieladezustand. Die LED können durch unterschiedliche Leuchtstärken den Akkuladestand in 10 %-Schritten anzeigen, was für die meisten Fälle detailliert genug sein sollte. Zwischen den Modi wechselt man über den Controller auf der linken Lenkerseite.

Ein richtiges Display gibt
# Ein richtiges Display gibt – Leider bietet Bosch keine Schnittstellen zu bekannten Fahrradcomputern, was ziemlich störend sein kann.
Über den Controller auf der linken Seite lassen sich die Modi wechseln.
# Über den Controller auf der linken Seite lassen sich die Modi wechseln.
Der Akku kann natürlich auch im Rad geladen werden … oder man baut ihn eben aus.
# Der Akku kann natürlich auch im Rad geladen werden … oder man baut ihn eben aus.

Leider sperrt sich Bosch auch weiterhin konsequent dagegen, eine Verbindung mit üblichen Fahrradcomputern herzustellen, sodass eine detailliertere Anzeige oder etwa das Auslesen bestimmter Daten nur über Bosch-Displays sowie die hauseigene App möglich ist. Nutzerfreundlichkeit sieht hier leider anders aus.

Geometrie

Cannondale bietet das Moterra LT in insgesamt vier Größen an – von S bis XL. Die Reach-Werte starten bei moderaten 425 mm und gehen bis zu recht langen 510 mm – jeweils in 25–30 mm Schritten. Der Lenkwinkel beträgt stets moderne 64°, dazu gibt’s einen 77,5° steilen effektiven Sitzwinkel. Das Tretlager ist 15 mm tief unter die Hinterradachse abgesenkt, die Kettenstreben sind bei S und M 445 mm lang, bei L und XL 450 mm. Das sind für ein langhubiges E-Bike jeweils moderate bis eher lange Werte. Flipchips zur Geometrie-Anpassung sucht man am Moterra vergeblich. Bei 1,83 m Körpergröße habe ich für den Test zur Größe L gegriffen, die mit 475 mm Reach exakt meinen Präferenzen entspricht.

Wusstest du eigentlich, dass du in Geometrics – unsere Datenbank für Fahrrad-Geometrien – viele aktuelle E-Bikes miteinander vergleichen und auf den ersten Blick die Unterschiede sehen kannst? Probier’s mal aus!

Erhältliche Rahmengrößen S / M / L / XL

#
Rahmengröße S M L XL
Laufradgröße Mullet 29/27,5 Mullet 29/27,5 Mullet 29/27,5 Mullet 29/27,5
Reach 425 mm 450 mm 475 mm 510 mm
Stack 647 mm 647 mm 656 mm 665 mm
STR 1,52 1,44 1,38 1,30
Lenkwinkel 64° 64° 64° 64°
Sitzwinkel, effektiv 77,5° 77,5° 77,5° 77,5°
Sitzwinkel, real 71,7° 71,7° 72° 72°
Oberrohr (horiz.) 568 mm 593 mm 620 mm 657 mm
Steuerrohr 125 mm 125 mm 135 mm 145 mm
Sitzrohr 380 mm 400 mm 420 mm 460 mm
Überstandshöhe 765 mm 775 mm 788 mm 801 mm
Kettenstreben 445 mm 445 mm 450 mm 450 mm
Radstand 1.224 mm 1.249 mm 1.283 mm 1.323 mm
Tretlagerabsenkung 15 mm 15 mm 15 mm 15 mm
Tretlagerhöhe 352 mm 352 mm 352 mm 352 mm
Einbauhöhe Gabel 588 mm 588 mm 588 mm 588 mm
Gabel-Offset 44 mm 44 mm 44 mm 44 mm
Federweg (hinten) 165 mm 165 mm 165 mm 165 mm
Federweg (vorn) 170 mm 170 mm 170 mm 170 mm

Ausstattung

Das Cannondale Moterra LT ist aktuell lediglich in einer Ausstattungsvariante für 7.399 € erhältlich. Ausgerüstet ist es mit einem Fox Performance-Fahrwerk, bestehend aus 38-Federgabel mit Grip-Dämpfung sowie dem DHX-Stahlfederdämpfer. Geschaltet wird mit der mechanischen SRAM Eagle 90-Schaltung, ausreichende Bremspower soll – im Aftermarket sehr hochpreisige – TRP Evo Pro-Bremse liefern. Die E-Bike-spezifischen Laufräder stammen von DT Swiss und sind mit Schwalbe-Reifen mit Gravity-Karkasse bestückt – an der Front der grobstollige Shredda, hinten ein leichter rollender Albert. Das Cockpit stammt ebenso wie die Sattelstütze von Cannondale selbst.

  • Federgabel Fox 38 Performance Grip (170 mm)
  • Dämpfer Fox DHX Performance (165 mm)
  • Schaltung SRAM Eagle 90
  • Bremsen TRP Evo Pro
  • Laufräder DT Swiss H1900
  • Reifen Schwalbe Shredda Front Gravity / Schwalbe Albert Gravity
  • Cockpit Cannondale 3 Riser (800 mm) / Cannondale 1 (40 mm)
  • Motor Bosch Performance CX Gen5
  • Akkukapazität 800 Wh
  • Display Bosch Top Tube System Controller
  • Gewicht 25,2 kg (Größe M, gewogen von eMTB-News)
  • Preis (UVP) 7.399 € | Bikemarkt: Cannondale Moterra LT kaufen
  • www.cannondale.com
Die 170 mm Federweg an der Front werden von einer Fox 38 Performance-Federgabel mit günstiger Grip-Dämpfung verwaltet.
# Die 170 mm Federweg an der Front werden von einer Fox 38 Performance-Federgabel mit günstiger Grip-Dämpfung verwaltet.
Am Heck soll ein DHX-Stahlfederdämpfer in der Performance-Version für Grip und Kontrolle sorgen.
# Am Heck soll ein DHX-Stahlfederdämpfer in der Performance-Version für Grip und Kontrolle sorgen.
Geschaltet wird mit der mechanischen SRAM 90 Transmission mit 12 Gängen.
# Geschaltet wird mit der mechanischen SRAM 90 Transmission mit 12 Gängen.
Die Alu-Kurbel stammt von e*thirteen.
# Die Alu-Kurbel stammt von e*thirteen.
An der Front gibt
# An der Front gibt
Hinten soll mit dem Albert in Soft-Mischung der Rollwiderstand gering gehalten werden.
# Hinten soll mit dem Albert in Soft-Mischung der Rollwiderstand gering gehalten werden.
Die Alu-Laufräder stammen aus dem Hause DT Swiss.
# Die Alu-Laufräder stammen aus dem Hause DT Swiss.
Die TRP Evo Pro-Bremsen sind nicht gerade günstig.
# Die TRP Evo Pro-Bremsen sind nicht gerade günstig.
Die passende Bremspower war Cannondale wohl wichtig.
# Die passende Bremspower war Cannondale wohl wichtig.
Der Sattel wird über eine hauseigene Sattelstütze abgesenkt.
# Der Sattel wird über eine hauseigene Sattelstütze abgesenkt.
Auch das Cockpit stammt aus dem Hause Cannondale.
# Auch das Cockpit stammt aus dem Hause Cannondale.

Cannondale Moterra LT – Test auf dem Trail

Das Cannondale Moterra LT hat mich für den Test kurz vor Weihnachten erreicht. Um den winterlichen Bedingungen gerecht zu werden, wurde am Heck von mir ein Schwalbe Shredda Rear mit radialer Gravity-Karkasse montiert. Die verbaute und für mein Gewicht empfohlene 450 lbs Feder ergibt bei meinen etwa 83 kg 35 % Sag, was definitiv etwas auf der weichen Seite ist. Die Fox 38-Feder habe ich zunächst auf 102 psi aufgepumpt, um das Fahrwerk nicht zu unbalanciert werden zu lassen. Nach einigen Testfahrten bin ich auf eine härtere 500 lbs Feder gewechselt, kombiniert mit 110 psi Luftdruck in der Gabel.

Uphill

Die Sitzposition fällt entspannt und nicht zu gestreckt aus.

Wie bereits die Geometrie-Tabelle schon Anlass zu vermuten gegeben hat, habe ich mich auf dem Cannondale Moterra LT ziemlich schnell wohlgefühlt. Die Sitzposition fällt entspannt und nicht zu gestreckt aus. Trotz recht hohem Cockpit hilft der relativ steile Sitzwinkel in Verbindung mit den moderat langen Kettenstreben, auch im gemäßigten Uphill bequem und nicht zu stark nach vorn gebeugt zu sitzen. Gleichzeitig habe ich es in langen Anstiegen gut im Sattel ausgehalten. In sehr technischen Anstiegen musste ich mich weit über den Lenker beugen, war dann allerdings überrascht, dass sich das Moterra LT als fähiger Kletterer erwiesen hat.

Das Moterra LT ist kein ausgewiesener Kletter-Experte, hat sich im Uphill aber überraschend gut geschlagen.
# Das Moterra LT ist kein ausgewiesener Kletter-Experte, hat sich im Uphill aber überraschend gut geschlagen. – Wer es wirklich wissen will, sollte die vollen 100 Nm des Motors in der App freischalten.

Für technische Anstiege war der Wechsel auf den Shredda am Heck absolut notwendig. Selbst im Sommer würde ich auf einem so potenten E-Enduro auf einen etwas aggressiveren Reifen als den montierten Albert wechseln. Über die Qualitäten des Bosch-Systems muss man nicht mehr allzu viele Worte verlieren. Wer viel Wert auf anspruchsvolle Uphills legt, sollte aber definitiv die Smartphone-App bemühen, um sich einen passenden Modus zu basteln – mit viel Bumms und einem intuitiven Ansprechverhalten.

Downhill

Auch im Downhill habe ich mich erstaunlich schnell wohlgefühlt an Bord des Cannondale Moterra LT. Das Fahrwerk hat sich wie vermutet schnell als etwas zu weich herausgestellt – auch wenn der Hinterbau hinten raus wirklich viele Reserven bietet und auch bei härteren Einschlägen nicht unkontrolliert durchgeschlagen ist. Allerdings hat mir das Rad deutlich zu sehr am Boden geklebt, was insbesondere lange Abfahrten irgendwann sehr anstrengend gemacht hat.

Man kann es richtig laufen lassen mit dem Moterra LT
# Man kann es richtig laufen lassen mit dem Moterra LT – der Hinterbau bietet viel Gegenhalt, spricht aber sensibel an. Dazu kommt eine absolute Wohlfühl-Geometrie.

Mit härterem Fahrwerk war ich teilweise überrascht, wie aktiv sich das Moterra LT fahren lässt. Man sollte das nicht missverstehen – es ist ein schweres, potentes E-Enduro, das meilenweit von der Fahrweise eines Bio-Trailbikes entfernt ist. Doch der Hinterbau bietet frühzeitig ausreichend Gegenhalt, um das Moterra aktiv über Hindernisse zu bewegen. Auf Sprüngen fühlt sich das Cannondale sehr ausgewogen an und vermittelt viel Sicherheit – auch bei sehr stumpfen Landungen, wie ich feststellen konnte.

In der Luft liegt das Moterra LT sehr ruhig
# In der Luft liegt das Moterra LT sehr ruhig – ein paar sehr stumpfe Landungen hat das Rad problemlos weggesteckt.
Die Geometrie und das vorhersehbare Fahrverhalten motivieren, auch in ruppigem Gelände zu pushen.
# Die Geometrie und das vorhersehbare Fahrverhalten motivieren, auch in ruppigem Gelände zu pushen.

Es lohnt sich nochmal, den hohen Stack zu erwähnen: Ich bin Fan hoher Lenker und wechsle an Testbikes häufig auf ein Modell mit mehr Rise. Beim Moterra LT war dies definitiv nicht notwendig, ich musste mich sogar etwas daran gewöhnen. Der hohe Stack passt jedoch hervorragend zur restlichen Geometrie und ergibt ein sehr integriertes Gefühl – man steht richtig im Bike und nicht drauf.

Der hohe Stack erlaubt eine sehr relaxte Position in roughem Gelände
# Der hohe Stack erlaubt eine sehr relaxte Position in roughem Gelände – wird es flach und verwinkelt, muss man aber sehr aktiv Druck auf die Front ausüben.

Trail

Enge Kurven erfordern dank hohem Gewicht, hoher Front und flachem Lenkwinkel sehr viel Körpereinsatz

Das Cannondale Moterra LT ist weiß Gott kein Trailbike – dafür haben die US-Amerikaner die Version ohne LT-Zusatz im Angebot. Der erwähnte Gegenhalt im Fahrwerk hilft, auch auf flachen Trails, die etwas Körpereinsatz fordern, nicht total zu verhungern. Doch enge Kurven erfordern dank hohem Gewicht, hoher Front und flachem Lenkwinkel sehr viel Körpereinsatz. Dazu kommt der Shredda-Reifen, der mit Grip glänzt, aber wirklich kein Rollwunder ist. Dass ich hinten einen weiteren verbaut habe, hat die Sache nicht besser gemacht.

Solange man genug Speed hat und nicht um allzu enge Kurven muss, fühlt sich das Cannondale erstaunlich aktiv an.
# Solange man genug Speed hat und nicht um allzu enge Kurven muss, fühlt sich das Cannondale erstaunlich aktiv an.

Solange die Trails nicht zu eng und verwunden sind und genug Gefälle haben, kann man mit dem Moterra LT richtig Spaß haben. Unlustig wurden die Test-Ausfahrten auf sehr flachen Trails mit langen Geraden, wo man über 25 km/h rollt und sich schwer tut, mit Pumpen und Pushen Speed zu generieren. Das Moterra LT braucht Gefälle und kann damit auch wunderbar umgehen.

#

Das ist uns aufgefallen

  • Kabelführung durch den Steuersatz Diese ist ganz generell eine furchtbare Idee, die keine Vorteile, aber viele Nachteile mit sich bringt. Wie schon mein Kollege Chris beim ersten Test letztes Sommer fand ich es teilweise ungewohnt, dass die Kabel beim Lenken recht viel Widerstand bieten. Das fühlt sich anfangs an, als ob das Vorderrad in einer Spurrille wäre. Nach ein paar Trails hatte ich mich daran gewöhnt, aber es ist ein etwas unnötiges Problem, das mit einer regulären Kabelführung nicht auftreten würde.
  • Reifenwahl Die Idee, einen sehr griffigen Vorderreifen mit einem schnell rollenden Hinterreifen zu kombinieren, macht am Biobike durchaus Sinn. Am Moterra LT war mir der Schwalbe Albert im Up- und Downhill etwas zu wenig griffig. Im Winter war die Shredda-Kombination ideal, im Frühjahr erstaunlich solide. Im trockenen Sommer bei harten Böden würde ich wohl eher Richtung Magic Mary als Allrounder tendieren.
  • Federhärte Es ist das alte Leid mit Stahlfedern – ihre reale Federrate schwankt sehr. Die verbaute, für meine 83 kg empfohlene 450 lbs-Feder war deutlich zu weich – eine 500 lbs-Feder hat gepasst. Die Differenz war zu groß, um nur an der Toleranz zu liegen, allerdings sollte man diese berücksichtigen.
  • Ausstattung Ich würde das Moterra LT nicht als günstig bezeichnen, aber Cannondale hat eine sehr passende Mittelklasse-Ausstattung gewählt. Die sehr teuren – aber auch guten – TRP-Bremsen stechen etwas hervor, man hätte sie vielleicht gegen eine Grip X2-Dämpfung in der Gabel wechseln können, aber insgesamt sind bei mir keine nennenswerten Upgrade-Wünsche aufgekommen.
Ich musste eine 50 lbs härtere Feder als von Cannondale empfohlen wählen
# Ich musste eine 50 lbs härtere Feder als von Cannondale empfohlen wählen – generell sollte man jedoch beachten, dass Stahlfedern einer sehr großen Toleranz unterliegen und unterschiedlich ausfallen können.
Der Schwalbe Albert in härterer Mischung war mir etwas zu wenige Reifen für ein so potentes Bike.
# Der Schwalbe Albert in härterer Mischung war mir etwas zu wenige Reifen für ein so potentes Bike. – Am E-Bike würde ich sogar eher hinten den aggressiveren Reifen aufziehen und nicht vorn.

Fazit – Cannondale Moterra LT

Um so richtig in seinem Element zu sein, benötigt das Cannondale Moterra LT entsprechend anspruchsvolle Trails und Gefälle. Dann glänzt es mit seiner ausbalancierte, integrierenden Geometrie, einer sinnvollen Ausstattung und einem sensiblen Hinterbau, der jedoch frühzeitig ausreichend Gegenhalt bietet. Letzteres hilft, auch sanfteren Gefilden aktiv fahren zu können – ein flinkes Trail-Bike ist das E-Enduro allerdings nicht!

Artikelbild

Cannondale Moterra LT – Pro / Contra

Stärken

  • angenehme Sitzposition
  • ausgewogene Geometrie vermittelt integriertes Fahrgefühl
  • sensibler Hinterbau mit viel Gegenhalt
  • hohe Laufruhe

Schwächen

  • im flachen Gelände recht träge
Für so ein potentes E-Bike ist das Cannondale Moterra LT erstaunlich vielseitig
# Für so ein potentes E-Bike ist das Cannondale Moterra LT erstaunlich vielseitig – Geometrie und Hinterbau sorgen für ein sehr intuitives Fahrverhalten – solange nur genug Gefälle da ist!
Cannondale Moterra Carbon LT 1 29" / 27,5" E-Mountainbike
Cannondale Moterra Carbon LT 1 29" / 27,5" E-Mountainbike
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Wie gefällt dir das Cannondale Moterra LT? Hast du vielleicht schon selbst Erfahrungen mit diesem Modell gesammelt? Wenn ja, poste sie doch in die Kommentare und lass die Community daran teilhaben.


Testablauf

Auf unseren Testrunden bewegen wir die Bikes in ihrem natürlichen Habitat, sprich: Wir fahren Trails, Trails, Trails! Unsere Testrunden haben alles, was ein E-Bike braucht:
  • enge Uphill-Trails mit dicken Wurzeln, Steinen und losem Waldboden
  • flache Trails mit kleinen Gegenanstiegen
  • kurvige, flowige Downhills
  • lange Schotterpisten bergauf und bergab

Jedes E-Bike wurde mehrfach auf diesen Runden gefahren und im Anschluss sorgfältig beurteilt. Hier haben wir das Cannondale Moterra LT getestet

  • Graz, Österreich: hügelige Umgebung direkt an der steiermärkischen Landeshauptstadt. Etwa 200–400 hm Anstiege, relativ steile, technisch anspruchsvolle Trails auf hartem Lehmboden.
  • Schöckl, Österreich: 1.400 m hoher Hausberg von Graz mit etwa 1.100 hm durchgehendem Anstieg von der Stadt aus. Mehrere offizielle Bikepark-Strecken, sehr ruppig, Mix aus Bikepark und technischen Loamern.

Tester-Profil: Gregor Sinn
60 cm72 kg85,5 cm61 cm183 cm
Gregor fährt gerne Fahrräder jeglicher Kategorie, von Mountainbike bis Rennrad. Am liebsten ist er jedoch auf Downhill- und Enduro-Bikes unterwegs – gerne auch unter Zeitdruck im Renneinsatz.
Gregor likes to ride bikes of all categories, from mountain bikes to racing bikes. However, he prefers to ride downhill and enduro bikes - even under time pressure when racing.
Fahrstil / Riding style
verspielt / playful
Ich fahre hauptsächlich / I mainly ride
Downhill, Enduro / Downhill, Enduro
Vorlieben beim Fahrwerk / Preferred suspension setup
unauffällig, hinten progressiv, wenig Druckstufe / inconspicuous, rear progressive, little rebound compression
Vorlieben bei der Geometrie / Preferred geometry
Kettenstreben nicht zu kurz (ca. 430 mm oder gerne länger) / Chainstays not too short (e.g. 430 mm – better longer)

Testinfos kompakt

Moterra LT

Einsatzbereich
XC: 1/10 – All-Mountain: 7/10 – Trail: 4/10 – Enduro: 9/10 – Downhill: 7/10
Motor + Akku
Bosch
Performance Line CX Gen5
Akkukapazität
800 Wh
max. Drehmoment
100 Nm
E-Bike-Kategorie
power
POWER
> 90 Nm
≥ 500 Wh
Uphill
schlecht
super
Downhill
schlecht
super
Preis/Leistung
zu teuer
perfekt
Sitzposition
aufrecht
sportlich
Handling
verspielt
laufruhig
Erklärung der Einsatzbereiche
XC:
0 bis 120 mm Federweg (Hardtails und Full-Suspension)
Trail:
100 bis 150 mm Federweg (Hardtails und Full-Suspension)
All-Mountain:
120 bis 150 mm Federweg (Full-Suspension)
Enduro:
150 bis 180 mm Federweg (Full-Suspension)
Downhill:
über 180 mm Federweg (Full-Suspension)
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19 Kommentare

» Alle Kommentare im Forum
  1. https://www.duden.de/rechtschreibung/Sinn

    Der Moment, wenn der Duden moderner ist als du.
    In der Wortwolke sehe ich "machen", genau so wie Sinn weit, Sinn eng.

    Die Daten (der Wortwolke) sind maschinell erzeugt, die Berechnung basiert auf statistischen Verfahren.

    [...] In Einzelfällen können von der Normschreibung abweichende Verbindungen zur Anzeige kommen. Die bereitgestellten Daten erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit[...]
    [...] kein Ergebnis redaktioneller Arbeit und keine Handlungsempfehlung oder Wertung darstellen. Sie basieren auf der Typizität der Wortverbindungen in aktuellen Texten. Es ist unser Anspruch, den Sprachgebrauch authentisch abzubilden, weshalb wir die Resultate nicht nachträglich manuell bearbeiten.

    Bezüglich modern:

    Suchtreffer für "biobike", "bio bike":
    Leider ergab Ihre Suchanfrage keine Treffer.
  2. Ich finde die Leitungen durch den Steuersatz perfekt wenn's gut gemacht ist
    Wenn die Bremsleitungen im Lenker verlaufend direkt durch den Steuersatz führen, also gar keine Leitung sichtbar ist, ...finde ich das auch gut.
  3. Wenn die Bremsleitungen im Lenker verlaufend direkt durch den Steuersatz führen, also gar keine Leitung sichtbar ist, ...finde ich das auch gut.
    Dann braucht nen Lenker mit integriertem Vorbau. Beim Gravel geht das, beim MTB aktuell die Auswahl noch zu klein
  4. Dewey
    Dabei seit 03/2020

    Klar, habe ich am Gravel.
    Garage1.jpg

    Aber beim eMTB gibt es auch keine passenden Bremsen und durch die Federgabel kann die Bremsleitung auch nicht geführt werden, ...also kann man es gleich lassen.

  5. MAster
    Dabei seit 01/2025
    @Gregor ich selber fahre auch den Acros mit ICR in einem anderen Bike und da zerrt und zurrt gar nichts, es lenkt sich sogar leichtgängiger als bei meinen Vergleichsrädern mit klassischem Routing.
    Meine Vermutung, die Züge sind hier falsch verlegt (um den Schaft gewickelt oder einfach zu kurz im Rahmen)
    Wirkliche Nachteile beim Schrauben mit einer Lenkerhalterung habe ich auch nicht entdeckt.
    Insgesamt sieht das mit ICR m.E. schicker aus.
Was meinst du?

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