Video: Avinox M2 / M2S im Test
Avinox M2 und M2S – Daten, Fakten, Innovationen
Die Innovationen
✅ kompaktes Einbauvolumen
✅ 2,6 kg leicht
✅ 150 Nm max. Drehmoment
✅ 1500 W Spitzenleistung
✅ geringerer Innenwiderstand
✅ optimierte mechanische Reibung
✅ verbessertes Thermomanagement
✅ IP66-Zertifizierung
✅ Flachdrahtwicklung
✅ Dual-Gear-Design
Mit dem Avinox M2 und M2S entwickelt Avinox (dji) sein Antriebssystem konsequent weiter, ohne die bewährte Plattform grundlegend zu verändern. Äußerlich bleibt vieles beim Alten, unter der Haube legt der Motor jedoch deutlich zu: Eine um rund 26 Prozent gesteigerte Leistungsdichte sowie ein Plus beim Drehmoment zeigen, wohin die Reise geht – mehr Performance und Power bei nahezu identischem Gewicht.
Möglich wird das unter anderem durch eine überarbeitete Motorarchitektur mit moderner Flachdrahtwicklung und einem Dual-Gear-Design, das sowohl die Effizienz als auch die Haltbarkeit verbessert. Gleichzeitig reduziert Avinox interne Reibungsverluste und optimiert den elektrischen Widerstand, was sich positiv auf Reichweite und Ansprechverhalten auswirkt.
Ein weiterer Fokus liegt auf der thermischen Stabilität. Neue Sensorik und ein verbessertes Wärmemanagement sollen laut Hersteller dafür sorgen, dass der Motor auch unter Dauerlast seine Leistung konstanter abrufen kann. In Kombination mit einer erhöhten Schutzklasse (IP66) zeigt sich der M2 damit klar auf den anspruchsvollen Offroad-Einsatz ausgelegt.
Schlussendlich ist der Avinox M2 bzw. M2S weniger als radikaler Neuanfang zu verstehen, sondern vielmehr als gezielte Evolution: mehr Leistung, höhere Effizienz und gesteigerte Robustheit – bei vertrauter Plattform.
Avinox statt DJI: Das steckt hinter der Namensänderung
Einige unserer Leserinnen und Leser fragen sich vielleicht, warum die Motoren von Avinox inzwischen namentlich nicht mehr direkt mit dem Drohnenhersteller DJI in Verbindung gebracht werden. DJI hatte schließlich den Antrieb unter dem Namen Avinox entwickelt und auf den Markt gebracht, anfangs wurde der Motor auch gemeinsam mit dem DJI-Logo vermarktet. Seit Anfang 2026 verzichtet der Hersteller jedoch bewusst auf die Platzierung des DJI-Logos und auch in der Kommunikation taucht das Kürzel „DJI“ nicht mehr auf. Unsere Redaktion wurde vom Hersteller ebenfalls darauf hingewiesen, dass Avinox und DJI zwei verschiedene Firmen mit unterschiedlichem Fokus sind.
Wir vermuten, dass dahinter der Wunsch steht, Avinox als eigenständige, neutrale OE-Marke für E-Mobilitätslösungen zu positionieren. Eine direkte Verbindung zur Drohnenmarke DJI wäre dafür vermutlich wenig hilfreich – nicht zuletzt, weil sich die Produktwelten stark unterscheiden. Hinzu kommt, dass der US-amerikanische Markt eine Rolle spielen dürfte. Dort steht DJI aufgrund seiner Drohnentechnologie politisch stärker im Fokus. Eine eigenständige Marke im Fahrradbereich schafft hier etwas Abstand zur Drohnensparte und könnte die Markteinführung in sensiblen Märkten erleichtern.
Kennzahlen und Leistungsdaten im Überblick
- Avinox M2
- max. Drehmoment 125 Nm
- Leistung 1100 W
- Gewicht 2,6 kg
- Avinox M2S
- max. Drehmoment 150 Nm
- Leistung 1500 W
- Gewicht 2,6 kg
Avinox M2S und M2: Gemeinsamkeiten und Unterschiede
Mit dem M2S und dem parallel gelaunchten M2 hat Avinox auf einen Schlag gleich zwei neue Motor-Systeme präsentiert, die die M1-Generation ersetzen. Unter der Haube gibt es einige Unterschiede zwischen M2 und M2S, die durchaus erwähnenswert sind. Kurz zusammengefasst ist der hier primär thematisierte Avinox M2S die Hochleistungsvariante des Motors, während es sich beim regulären M2 eher um eine Mid-Spec-Variante handelt.
| Modell | Avinox M1 | Avinox M2 | Avinox M2S |
|---|---|---|---|
| Maximales Drehmoment (Boost, zeitlich begrenzt) | 120 Nm | 125 Nm | 150 Nm |
| Maximale Leistung (Boost, zeitlich begrenzt) | 1000 W | 1100 W | 1500 W |
| Maximales Drehmoment Turbo (unbegrenzt) | 105 Nm | 110 Nm | 130 Nm |
| Maximale Leistung Turbo (unbegrenzt) | 1000 W | 1100 W | 1300 W |
| Gewicht | 2,52 kg | 2,6 kg | 2,6 kg |
| Akkus | 600 Wh; 800 Wh | 700 Wh; 800 Wh | 700 Wh; 800 Wh |
| Ladegeräte | 4A; 12A | 4A; 12A | 4A; 12A |
Gewichtstechnisch gibt es keine nennenswerten Unterschiede zwischen M2 und M2S – hinsichtlich Leistung und maximalem Drehmoment sind diese aber durchaus vorhanden. Eine der Ursachen dafür dürfte die Drahtwicklung sein: Während der reguläre M2 auf eine Runddrahtwicklung setzt, verwendet Avinox beim M2S eine Flachdrahtwicklung, um Drehmoment und Leistung zu steigern. Was die Kennzahlen angeht, fällt auf, dass der M2 leicht über dem Niveau des bekannten M1-Systems liegen, während der M2S deutlich darüber positioniert ist. Abzuwarten bleibt, welche neuen E-Bikes auf das M2S-System und welche auf das M2-System setzen.
Avinox M2S – erster Test auf dem Trail
Extrem! 1500 Watt in der Spitze machen aus steilen Passagen eine Art Kaffeekränzchen. Klar, wir sind damit noch immer weit weg von einem gasgriffbestückten E-Moped – was gut ist –, aber das Plus an Leistung spürt man krass. Will man sich kritisch äußern, könnte man sagen: „Im Boost-Modus mutiert ein Bike mit diesem Motor zum Shuttle-Fahrzeug.“ Positiv betrachtet, macht der Motor jetzt einfach noch mehr Spaß!
Wenn moderne Mittelmotoren, hier allen voran der CX aus der Bosch Performance Line, vor Jahren die vollkommen neue Disziplin und Spielwiese Uphill eröffneten, dann ist das, was mit dem neuen Avinox-Motor jetzt möglich ist, Uphill 2.0!
Der Schritt vom M1 zum M2S ist kein kompletter Neustart, sondern eine konsequente Weiterentwicklung auf Basis der bestehenden Plattform. Ziel war es, das System in allen relevanten Bereichen spürbar zu verbessern: mit deutlich höherer Leistung, mehr Drehmoment, gesteigerter Effizienz, sensibler Sensorik und verbesserter Robustheit. Gleichzeitig sorgen ein geringerer Innenwiderstand und optimierte mechanische Reibung für ein direkteres Ansprechverhalten und eine stabilere Performance. Der Fokus liegt damit klar auf mehr Power, konstanter Dauerleistung und einer insgesamt höheren Zuverlässigkeit.
Betrachtet man die reinen Leistungsdaten, kann einem schon kurz mal schwindelig werden. 150 Nm, 1500 Watt – an einem E-Bike mit ca. 22 Kilo? Klingt wild. Ist es irgendwie auch. Ich hatte vor der Markteinführung des Avinox M2S die Möglichkeit, den Motor in einem neuen Mondraker Zendit zu testen. Eins vorweg: In diesem potenten E-Enduro, das viel Grip und Traktion am Hinterrad generiert, macht der Avinox M2S einfach nur Spaß!
Wenn moderne Mittelmotoren, hier allen voran der CX aus der Bosch Performance Line, vor Jahren die vollkommen neue Disziplin und Spielwiese Uphill eröffneten – Bosch entwickelte hierfür den Begriff „Uphillflow“ –, dann ist das, was mit dem neuen Avinox-Motor jetzt möglich ist, Uphill 2.0! Die Power, mit der hier supportet wird, ist so viel höher und kraftvoller, als bei allen aktuellen vergleichbaren Mittelmotoren (Stand April 2026), dass man selbst als erfahrener User etwas Zeit benötigt, um die Sache zu verstehen und seinen Fahrstil entsprechend anzupassen. Warum? Nun, ein E-MTB mit diesem Motor muss man im Uphill viel aktiver fahren. Das Vorderrad steigt schnell – passt man nicht auf, ist es eigentlich andauernd in der Luft – und braucht eigentlich immer aktiv Druck von oben. Heißt im Klartext: Will man einen Uphill schnell fahren, muss das Gewicht vor über den Lenker und man muss zwingend mit aktivem Körpereinsatz fahren. Sonst kann es durchaus sein, dass die schiere Kraft, mit der dieser Motor schiebt, einen selbst überfordert. Hat man es nicht ganz so eilig und tritt mit einer langsameren Trittfrequenz, unterstützt der Motor immer noch extrem kraftvoll und schiebt einen stoisch den Trail hinauf.
Mein persönliches Aha-Erlebnis: Wir shooten im Vinschgau auf einem Trail, der an dieser Stelle aus vielen verlegten Steinplatten, die einen ebenen Untergrund formen – fast wie flache Pflastersteine –, gebaut ist. Wer die Trails oberhalb von Latsch kennt, weiß ziemlich genau, welche Stelle ich meine. Von hier aus hat man einen herrlichen Blick über das Tal und gerade jetzt liegt er wunderbar in der Abendsonne. Hier wollen wir noch ein paar Fotos machen und ich sage zum Fotografen: „Lass uns hier Uphill versuchen. Ich weiß zwar nicht, ob ich hochkomme – die Steine sind in der Steilheit und mit dem Staub doch recht rutschig, und mit anderen Bikes kam ich bislang hier nur sehr, sehr mühsam hinauf, aber lass uns das versuchen.“
Gesagt, getan. Ich rolle etwas hinunter, suche mir eine ebene Stelle, drehe um, hebe vor dem Start das Hinterrad an, schalte im Stand dank Smooth-Shift und SRAM Transmission-Schaltung in einen leichteren Gang, setze mich auf den Sattel und fahre los. Ich pedaliere mit ca. 70 U/min ganz ruhig und der Motor schiebt überaus kraftvoll. Der Untergrund ist rutschig, das Hinterrad dreht einige Male durch, aber was soll ich sagen? Die Uphill-Sektion, die ich früher von 5 Versuchen vielleicht einmal schaffte, gelingt mir mit dem Avinox M2S auf Anhieb. Total stoked und euphorisch juble ich und rufe zum Fotografen: „Yeees! Geschafft! Wie geil!“ Um das Erlebnis komplett zu machen, bin ich diese Sektion im Anschluss weitere viermal hinaufgefahren und hatte dabei keinerlei Probleme. Genau das meine ich mit Uphill 2.0 – die Power, mit der der Avinox M2S schiebt, hebt den Fahrspaß bergauf auf ein neues Level. Einziger, kleiner Wehmutstropfen: Unter Volllast, gepaart mit einer höheren Trittfrequenz, signalisiert der Motor mit einem hochfrequenten, hörbaren Surren, dass er gerade richtig arbeiten muss.
Wer sich an seine allererste Fahrt mit einem E-Bike – oder noch besser: mit einem E-Mountainbike im Gelände – erinnert, kennt dieses Gefühl. Damals, als man noch rein muskelbetrieben unterwegs war und plötzlich eine völlig neue Dimension des Fahrens erlebte. Dieses breite, fast ungläubige Grinsen im Gesicht. Dieses Kribbeln, das durch den ganzen Körper ging. Jeder Moment voller Euphorie, jede Pore geflutet mit purem Glück. Und dieser eine Gedanke, der alles zusammenfasste: Das will ich haben.
Genau dieses Gefühl kehrt zurück. Nach der ersten Fahrt mit dem Avinox M2S – selbst dann, wenn man bereits ein E-Bike gewohnt ist. Es ist dieses unmittelbare, ungefilterte Grinsen, dieses „Wow“, das sich nicht erklären lässt, sondern einfach da ist. Kurz gesagt: Es macht einfach verdammt happy!
Avinox attestiert dem M2S eine Spitzenleistung von 1500 Watt und ein maximales Drehmoment von 150 Nm. Okay, aber warum sieht man dann in der App nur 130 bzw. 1300? Wichtige Randnotiz hierbei: Die Spitzenwerte schafft der Motor nur kurzzeitig im Boost-Mode und auch nur mit dem brandneuen 700-wh-Akku, wie er im Amflow PXCarbon oder im Raymon Tarok verbaut ist. Ich muss aber ganz offen sagen: Auf meinen Testfahrten über mehrere Tage in unterschiedlichem Gelände, habe ich den Boost-Modus nur zu Beginn mal auf einem Forstweg ausprobiert. Das Mehr an Leistung gegenüber dem Turbo-Modus mit bis zu 1300 W und 130 Nm hat mich nicht dazu veranlasst, auch auf dem Trail zu Boosten. Hier hat mir der Support des gut kontrollierbaren Turbo-Modus mehr als ausgereicht.
Betrachtet man die Sensorik des Avinox M2S, dann bleiben eigentlich keine Wünsche offen. Der kompakte Motor quittiert schon den kleinsten Pedalinput mit Vortrieb, und wer hier die Modulation individualisieren möchte: Bitte schön, in der Avinox-App lassen sich Modi und Parameter mannigfaltig einstellen. Mehr Nachlauf? Kein Problem. Eine kraftvollere Unterstützung im Eco-Mode? Klar, machbar. Über die App oder direkt am Bike kann man das komplette System umfangreich individualisieren und auf die eigenen Bedürfnisse anpassen.
Die Frage nach dem Verschleiß von Ritzel, Kette und Kassette muss man allerdings kritisch stellen. Auch wenn das System während eines Schaltvorgangs die Kraft etwas reduziert und damit versucht, den Antriebsstrang zu schonen, dürfte allen klar sein, dass mehr Power, die an der Kette zerrt, auch zu mehr Verschleiß führt. In der Kürze der Testphase konnte ich hierzu aber keine Ergebnisse und Erfahrungen sammeln. Hier hilft nur der Test über einen längeren Zeitraum in Zukunft.
Meinung @eMTB-News.de
Der Avinox M2S bleibt zum M1 äußerlich nahezu unverändert, legt intern aber deutlich zu:
Mehr Leistung pro Gewicht, verbessertes Thermomanagement und höhere Robustheit machen ihn zur konsequenten Weiterentwicklung des M1 – mit klarem Fokus auf Performance im harten Trail-Einsatz.
Man kennt ja das Sprichwort: „Hubraum ist nur mit noch mehr Hubraum zu ersetzen.“ Ob bei der Entwicklung der etwas prollige Spruch Fans amerikanischer V8-Hubraummonster Grundvater des Gedanken war? Ich weiß es nicht. Fakt ist aber, dass E-Mountainbikes mit derart viel Leistung viel Spaß machen, noch kraftvoller unterstützen, wenn es in technisch anspruchsvollem Terrain steil den Berg hinaufgeht oder man wiedermal der Erste im Ampelsprint sein muss.
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827 Kommentare
» Alle Kommentare im Forumvor schon 14 Jahre mit dem Bosch Classic und seinen 50Nm im Haibike. 😀
Die Bergwacht hat schon genug zutun
Du kannst dich wieder hinsetzen und beruhigen, bergauf ist nicht so gefährlich wie bergab. Es ist zwar rührend wie du dich sorgst, aber du würdest allen hier einen gefallen tun, wenn du nur dort mitdiskutierst, wo du etwas sinnvolles beizutragen hast, ja?
Dass e-MTB fahren nix für dich ist, wissen wir ja bereits:
Solltest du doch noch auf den Geschmack kommen, kannst du ja gerne wieder mitreden, wenn du etwas Erfahrung gesammelt hast.
Es gibt eigentlich nix sinnloseres als Leute, die den Drang haben, ungefragt überall ihren Senf dazugeben müssen, auch wenn sie keine Ahnung haben. Nix für ungut.
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