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Kervelo Quartz
Kervelo Quartz - Wird dieser neue Antrieb das E-Biken revolutionieren?
Der oberhalb liegende Motor überträgt seine Kraft durch das Planetengetriebe an die Kurbelwelle
Der oberhalb liegende Motor überträgt seine Kraft durch das Planetengetriebe an die Kurbelwelle
Mit einer Breite von nur 126 mm soll die kleine Bauform Rahmendesigns zukünftig einfacher machen
Mit einer Breite von nur 126 mm soll die kleine Bauform Rahmendesigns zukünftig einfacher machen
Mit einer Länge von 147 mm fällt der Quartz Anrteib mit 12 Gängen etwas größer aus als die beiden mit 4 und 6 Gängen
Mit einer Länge von 147 mm fällt der Quartz Anrteib mit 12 Gängen etwas größer aus als die beiden mit 4 und 6 Gängen
Wird dieser Kleine Antrieb bald schon die E-Bikes der Zukunft bedienen?
Wird dieser Kleine Antrieb bald schon die E-Bikes der Zukunft bedienen?

Der französische Hersteller Kervelo präsentiert stolz sein neues und patentiertes Antriebskonzept, welches für den Einsatz aller E-Bike Sparten konzipiert wurde. Der Kervelo Quartz ist ein Antrieb, der mit integriertem Getriebe vier, sechs oder zwölf Gänge liefert. Wir haben die ersten Informationen.

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Kervelo Quartz

Kervelo Quartz
# Kervelo Quartz - Wird dieser neue Antrieb das E-Biken revolutionieren?

Dieser neuartige Antrieb basiert auf einem 48 V System, dessen Herzstück aus einem angeflanschten Planetengetriebe der Firma Kernel besteht. Beim Betrachten des Konzeptes liegen die Vorteile schon sichtlich auf der Hand. Kervelo will durch die Größe der Bauform Rahmenherstellern die Möglichkeit bieten, diese einfacher zu gestalten. Durch das integrierte Getriebe fallen Naben oder Kettenschaltung weg und durch die kleine Bauform sollen Rahmenkonstruktionen einfacher möglich sein.

Da die Ausmaße um die Kurbelachse auch derart gering ausfallen, könnte dies besonders im E-MTB Segment einen entscheidenden Vorteil liefern. Denn so können Tretlagerhöhen von Rahmen zukünftig tiefer gestaltet werden, ohne dabei Gefahr zu laufen mit dem Motor bzw. Getriebe auf dem Boden aufzusetzen. Zudem kommt noch der tiefer liegende Schwerpunkt. An dieser Stelle muss man sich aber bewusst sein, das da wo jetzt der eigentliche Motor sitzt, bei den anderen Herstellern schon die Batterie ihren Platz findet. Energiespeicher integrierter Systeme müssen deshalb vermutlich bis weit unter dem Steuerrohr platziert werden, was sich wiederum negativ auf den Schwerpunkt auswirken kann.

Der Antrieb kann seine Kraft dann wahlweise mit Kette oder Riemen an das Hinterrad übertragen und durch die Größe der Bauform könnten E-Bikes in Zukunft nur noch schwer als solche erkennbar sein.

Der oberhalb liegende Motor überträgt seine Kraft durch das Planetengetriebe an die Kurbelwelle
# Der oberhalb liegende Motor überträgt seine Kraft durch das Planetengetriebe an die Kurbelwelle

Aufbau des Systems

Geschützt von einer stabilen Hülle befindet sich das Planetengetriebe, welches in 3 verschiedenen Ausführungen erhältlich ist. Die mit der Bauform einhergehende Reduktion beweglicher mechanischer Bauteile soll das Getriebe robust und funktionell machen. In den Abstufungen von vier, sechs oder zwölf Gängen kann man das System dem Einsatzgebiet des E-Bikes entsprechend auswählen. Die Gänge lassen sich natürlich während der Fahrt, aber auch im Stand wechseln, was vor allem beim E-Mountainbiken im Gelände ein großer Pluspunkt sein kann. Wie Effizient das Getriebe funktioniert und welche Geräuschkulisse dabei entsteht, sind Punkte, die uns brennend interessieren.

Mit einer Breite von nur 126 mm soll die kleine Bauform Rahmendesigns zukünftig einfacher machen
# Mit einer Breite von nur 126 mm soll die kleine Bauform Rahmendesigns zukünftig einfacher machen

Leistungsdaten

  • Leistung: max. 250 W (Variante für S-Pedelec 400 W)
  • Drehmoment: 70 Nm

Das sind zeitgemäße Werte, mit denen Hersteller arbeiten können. Gepaart mit dem leichten Gewicht und der kompakten Bauform dürften Rahmenkonstruktionen realisierbar sein, auf die wir schon sehr gespannt sind. Optional bietet Kervelo auch ein kompatibles 48 V Batteriesystem mit 330 Wh an. Hersteller haben zudem auch die Möglichkeit das System mit anderen Batteriesystemen zu speisen.

 GewichtGanganzahlBandbreiteEinsatzzweck
Quartz 43,3 kg4200 %City-E-Bikes
Quartz 63,6 kg6323 %E-Gravel oder E-Road
Quartz 123,9 kg12545 %E-MTB
Quartz 12 Speed (400 W)3,9 kg12545 %S-Pedelec
Laut Hersteller, ist das Getriebe sehr wartungsarm und robust. Alle 10.000 km, beziehungsweise nach einem Jahr muss das Getriebe gewartet werden, in dem man einen Ölwechsel durchführt. Das klingt in der Theorie schon ziemlich verlockend – dies müssen Tests aber belegen.
Mit einer Länge von 147 mm fällt der Quartz Anrteib mit 12 Gängen etwas größer aus als die beiden mit 4 und 6 Gängen
# Mit einer Länge von 147 mm fällt der Quartz Anrteib mit 12 Gängen etwas größer aus als die beiden mit 4 und 6 Gängen

Kervelo Getriebe für Hersteller und Endkunden

Besonders interessant ist, das der Hersteller sein Konzept nicht nur an große Hersteller verkauft, sondern auch an Endkunden. Das könnte vor allem McGyver-Typen interessieren, die zum Beispiel ihr eigenes E-Bike konstruieren wollen. Wie hoch die Kosten für den neuartigen Antrieb sein sollen und wie das Patent in Wirklichkeit funktioniert ist noch nicht bekannt.

Wird dieser Kleine Antrieb bald schon die E-Bikes der Zukunft bedienen?
# Wird dieser Kleine Antrieb bald schon die E-Bikes der Zukunft bedienen?

Innovationen braucht es in der E-Bike Branche! Deswegen sind wir äußerst gespannt, wie sich dieses Konzept in Zukunft durchsetzen wird. Denn die Kennwerte sind vielversprechend. Zeitgemäße Motorleistung und Drehmoment ist zumindest auf dem Papier vorhanden. Wie sich das System in Echt fahren lässt und ob Hersteller auch im E-Mountainbike Segment darauf zurückgreifen? Wir sind mal gespannt!

Wir sind sehr gespannt, ob Hersteller in Zukunft auf das neuartige Antriebskonzept von Kervelo setzen werden! Was haltet ihr davon?

Info: Pressemitteilung KERVELO
  1. benutzerbild

    bluecat

    dabei seit 12/2011

    Delete1985
    Meiner Meinung nach hat dieses aber eher was mit Tourenrädern oder S-Pedelecs zu tun.
    Ja, da hast Du vollkommen Recht - aber es hat einen Grund, weshalb ich soweit ausgeholt hatte.

    Die Frage war: Was bringe die Motor-Getriebekombination. Der erste Vorteil liegt auf der Hand. Ein Tretlagermotor rupft massiv am Antriebsstrang, alles Veloteile, gebaut für unsere bescheideneren Kräfte. Ist das Getriebe beim Motor, kann die Kraft via T-Belt oder Kardan ans Antriebsrad.

    Leider bleibt ein konzeptionelles Problem bestehen: Die vielen NM, die ein Tretlagermotor liefert, verpuffen entweder im Antriebsstrang oder im Getriebe. Weil die Hersteller weder Drehmomentkurve noch Drehmoment an der Antriebsachse nennen, habe ich im kleinen Feldversuch Vergleichsfahrten gemacht.

    Die empirische Methode hat dem theoretischen Berechnen voraus, dass tatsächliche Resultat gefunden werden und nicht lediglich theoretisch mögliche. Als Vergleichsfahrzeug drängte sich mein schwächlicher 45er geradezu auf.

    Um mehr Kraft aufs Hinterrad zu bringen, müssen die Motoren selbst kräftiger werden. Dem steht die Lebensdauer der Velokomponenten im Wege. Temporäre Zugkraftunterbrechung beim Schalten is ja bereits ein Thema. Mit der Motor-Getriebekombination jedoch liessen sich massiv kräftigere Motoren einsetzen.

    Bleib die Kleinigkeit des Gangwechsels unter Last und der Schaltzeiten, aber dafür haben wir ja die dipl. Ing.
  2. benutzerbild

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  3. benutzerbild

    HageBen

    dabei seit 05/2018

    Wo hast Du deinen Feldversuch gemacht? Bestimmt nicht im alpinen Gelände. Im Flachland würde ich auch einen Heckmotor bevorzugen.

    bluecat
    Wie kann das sein? Die Tretlagermotoren haben doch ein Drehmoment, das auf dem Papier meinem locker um das Dreifache überlegen ist!
    Was hier viele übersehen oder nicht verstehen. Man kann die Drehmoment Angaben nicht einfach so miteinander vergleichen. Bei Motorrädern zB sind die Nm Angaben von der Kurbelwelle, dazu muss man die primär (Schaltgetriebe) und sekundär (Kettentrieb) Untersetzung multiplizieren, damit man weiß wieviel Drehmoment am Hinterrad anliegt.

    Bei Mittelmotor-Pedelecs wird das Drehmoment nach der primär Untersetzung (an der Tretkurbel) angegeben. Die dort verbauten Elektromotoren haben eher so 3Nm am Rotor. Dazu multipliziert man die sekundär Untersetzung von der Kettenschaltung.

    Also muss man bei Mittelmotor Antrieben den genutzten Gang berücksichtigen. Je nach Kettenblatt und Kassetten Kombination (MTB) hat man ab dem dritten oder vierten Gang allerdings eine Übersetzung und somit weniger Drehmoment. Bei CX-Bikes/TOUREN RÄDER sogar schon im ersten Gang. Deshalb ist der Heckmotor im Flachen bzw bei höherer Geschwindigkeit im Vorteil. Umso langsamer und steiler, desto mehr Vorteil beim Mittelmotor.

Sag uns jetzt was du dazu meinst, wir sind gespannt!

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