Accell mit neuer Finanzierung Investor KKR steigt aus

Der angeschlagene Fahrradriese Accell hat sich mit seinen Gläubigern geeinigt. Wie der Mutterkonzern von Marken wie Ghost, Babboe oder Raleigh bekannt gab, soll eine neue Finanzierung die Zukunft sichern, während sich der bisherige Eigentümer KKR zurückzieht. Ziel ist eine deutliche Schuldenreduzierung und eine stabilere Aufstellung für die Zukunft.
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Einigung mit Gläubigern erzielt

Nach einer schwierigen Phase für den niederländischen Fahrradkonzern scheint eine Lösung gefunden. Accell hat eine Einigung mit seinen Kreditgebern und Eigentümern über eine neue Finanzierung erzielt. Durch diese Transaktion sollen dem Unternehmen nicht nur zusätzliche Finanzmittel zufließen, sondern auch die Verschuldung „erheblich“ gesenkt werden können.

Wie hoch die Entlastung genau ausfällt, ließ Accell offen. Bereits im Januar 2025 soll eine Vereinbarung getroffen worden sein, die die Schuldenlast um 600 Millionen Euro reduzierte. Der CEO von Accell, Jonas Nilsson, bezeichnete die neue Einigung als wichtigen Schritt, um die langfristige Zukunft des Konzerns zu gestalten.

KKR zieht sich zurück

Ein zentraler Punkt der Neuausrichtung ist der Ausstieg des bisherigen Eigentümers KKR. Die neue Eigentümerstruktur soll sich künftig aus den vorrangigen Kreditgebern der Gruppe zusammensetzen, zu denen laut Accell primär institutionelle Investoren und Banken gehören. Diese würden die langfristige Strategie unterstützen.

Berichten zufolge soll KKR zum Abschied noch frisches Kapital in Form von Barmitteln bereitstellen. Der US-Investor hatte Accell 2022 gemeinsam mit Teslin Capital Management übernommen. Nach dem Ende des Fahrrad-Booms geriet das Unternehmen durch hohe Lagerbestände und Margendruck jedoch in wirtschaftliche Schwierigkeiten.

Optimismus und Sparmaßnahmen

Accell sieht sich durch die Rekapitalisierung und die angepasste Eigentümerstruktur finanziell gestärkt. Da sich die Marktbedingungen nach Einschätzung des Managements allmählich verbessern dürften, sieht man sich auf einem Weg zu einer nachhaltigen Cashflow-Generierung.

Begleitet wird die finanzielle Neuaufstellung von harten Sparmaßnahmen. Um Kosten zu senken, wurde die Produktion in den Niederlanden geschlossen und nach Ungarn verlagert. Auch in Deutschland und Großbritannien sollen bereits Fertigungsstätten aufgegeben worden sein. Ob sich der Konzern von weiteren Marken trennen wird, bleibt vorerst offen.

Die Pressemitteilung im Original

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Infos: Pressemitteilung Accell

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