Die IG Metall Koblenz kritisiert die angekündigten Personalabbaupläne beim Fahrradhersteller Canyon und äußert Zweifel an der Notwendigkeit und dem Umfang der geplanten Stellenstreichungen. Zwar erkennt die Gewerkschaft den wirtschaftlichen Anpassungsdruck in der Fahrradbranche an, fordert jedoch mehr Transparenz zu den Zielen und zur Berechnungsgrundlage der Abbauzahlen. Gemeinsam mit dem Betriebsrat sollen die Pläne nun detailliert geprüft und mögliche Alternativen zum Stellenabbau entwickelt werden. Zudem ist eine Betriebsversammlung am Standort Koblenz geplant, nach der sich Gewerkschaft und Betriebsrat erneut öffentlich äußern wollen.
Die Stellungnahme der IG Metall Koblenz im Original:
Personalabbaupläne bei Canyon – IG Metall nimmt Stellung
21.01.2026 | Nach der Ankündigung eines Personalabbaus durch die Geschäftsführung von Canyon, nimmt die IG Metall wie folgt Stellung:
„Die IG Metall Koblenz nimmt die Stellenabbaupläne von Canyon zur Kenntnis. Uns ist bewusst, dass die Branche Überkapazitäten hat und ein gewisser Anpassungsdruck vorhanden ist. Wir sind noch nicht davon überzeugt, dass der genannte geplante Abbau in dieser Höhe notwendig ist.“ so Ali Yener, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Koblenz. „Es ist gut, dass der Gründer und aktuelle Executive Chairman von Canyon, Roman Arnold, sich zu seiner Heimat und damit zum Standort Koblenz bekennt. Dennoch soll gerade hier in unserer Region jeder vierte Arbeitsplatz bei Canyon wegfallen. Wir unterstützen grundsätzlich alle Unternehmen in unserer Region dabei, wettbewerbsfähig zu sein und flexibel am Markt zu agieren. Dazu müssen wir zunächst wissen, welche Ziele genau mit der Maßnahme verbunden sind. Geht es um Renditeziele, oder darum Canyon auf die aktuellen und erwartbaren Marktbedingungen einzustellen.“
Markus Friedel, Erschließungssekretär und IG Metall Betreuer bei Canyon: „Im nächsten Schritt werden wir die Pläne gemeinsam mit dem Betriebsrat besprechen. Wir müssen wissen, wie die Zahl der 320 Stellen zustande kommt und welche Bereiche betroffen sein sollen. Unser Ziel wird es sein, Alternativen zum Personalabbau und Perspektiven für die betroffenen Beschäftigten zu entwickeln.“
In der kommenden Woche findet auf Einladung des Betriebsrates, eine Betriebsversammlung für den gesamten Standort Koblenz statt. Danach werden sich der Betriebsrat und die IG Metall gemeinsam öffentlich äußern und zu einem Pressegespräch einladen.
Canyon Bicycles ist ein führender deutscher Fahrradhersteller mit Sitz in Koblenz. Das Unternehmen setzt seit Jahren Maßstäbe in der Fahrradbranche, die hochwertigen Fahrräder wurden bisher im Direktvertrieb angeboten. Canyon hat aktuell ca. 1200 Beschäftigte in der Region Koblenz.
Was sagt ihr zur Stellungnahme der IG Metall?
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8 Kommentare
» Alle Kommentare im ForumOhne Gewerkschaften hätten wir heute noch die 6-Tage Arbeitswoche, 15 Tage Urlaub im Jahr und weniger Sicherheitsmaßnahmen am Arbeitsplatz.
Schlimmer als das Gesülz der Politiker jeglicher Coleur sind die Statements der Gewerkschaften auch nicht.
Das macht die Gewerkschaften nicht besser, im Gegenteil.
Sie sollten sich von dem Gesülze der Politiker abheben.
Tun sie aber nicht, weil die Vollzeitgewerkschafter inzwischen auch Politiker sind, mehr oder weniger.
Wo dann regelmäßig bei Bränden die eingeschlossenen Nähsklaven zu Schaden kommen.
Dich interessieren die Arbeiter in den Bauxitminen die das Alu für dein Rad aus dem Boden holen und das dann unter schwierigster Bedingungen weiterverarbeitet wird, die Arbeiter in Indien die das Leder und menschenunwürdigen Bedingungen gerben damit dein Ledergürtel 10€ kostet.
Auch wo das Lithium für dein tolles umweltfreundliches E.Fahrzeug herkommt interessiert dich nicht, willst auch nicht wissen welche dramatischen Umweltschäden für dein Umweltgewissen woanders entstehen.
Und wie der böse Chinese viele deiner Alltagsprodukte produziert geht dir bestimmt am Popo vorbei?
Aber Hauptsache den Kapitalismus anprangern.
Achja, Du bereicherst Dich nicht. Kaufst nur fair hergestellte Produkte - alles klar.
Und nur so am Rande, jede Tag sterben 10.000 Kinder weil sie nichts zu essen haben. Was machst du persönlich dagegen?
Mich öden all diese achso guten Menschen an, kaufen billig Klamotten, billige Nahrungsmittel und prangern dann die Fimren an die ihnen genau das ermöglichen.
Achso, fährst Du einen Bosch Motor? Der wir übrigens auch nicht mehr in Deutschland zusammengeschraubt, sondern im preiswerteren Osteuropa.
Ich könnte jetzt die Löcher in deiner Slippery-Slope Argumentation aufzeigen. Könnte dir erklären, wie man auch heute noch einigermaßen fair produzierte Kleidung kauft. Könnte dir sagen, dass ich nicht den Anspruch habe, perfekt zu sein. Dir versuchen klarzumachen, dass auch kleine Schritte in die richtige Richtung einen Unterschied machen können.
Aber weißt du, über die Jahre hab ich gelernt - Leute wie du sind nicht an einer Diskussion interessiert. Du bist nicht einmal daran interessiert, MICH von irgendwas zu überzeugen.
Stattdessen möchtest du vor allem dich selbst überzeugen. Von deiner eigenen Machtlosigkeit. Als Rechtfertigung vor dir selbst hältst du eisern daran fest, damit dir beim Blick in den Spiegel nicht übel wird. Und zu einem gewissen Grad tun wir das alle, das ist auch okay.
Tragisch wird es eben dann, wenn wir uns als Gesellschaft so sehr in unserer eigenen Hilflosigkeit bestätigen - "Ist halt so, was willste machen" - dass sich die arbeitende Bevölkerung gegen Gewerkschaften richtet, Menschen politische Entscheidungen gegen ihre eigenen Bedürfnisse treffen und wir uns in Internetforen deshalb in die Haare kriegen.
Echt schade ... aber ... was willste machen.
Gut, von der Bild der für mich überraschende Aspekt das die als Premiumhersteller gehandelt werden. Woran erkennt man in der Radbranche einen Premiumhersteller? Was sind da die objektiven Kriterien?

Deutscher Fahrrad-Hersteller streicht 320 Stellen: Weltweit bekannte Marke | Regional | BILD.de https://share.google/lrTM9vfLRsfW8k0EL
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