Bikebranche 2026

Zur fehlerfreien Auslieferung von einem neuen bike (beim Händler gekauft und abgeholt) könnte ich was zum Thema Vorderradbremse bis zum Griff ziehen erzählen......
 
Habe im Laden 3/4 mal die Bremsen gezogen und nochmal (richtig) entlüften lassen bevor ich das Rad überhaupt mitgenommen habe.
Sowas macht aber nicht jeder und Mancheiner könnte durch so ne Scheisse direkt sterben.
 
War übrigens nicht die verbaute Bremse sondern eine, die sie selber eingebaut haben weil ich ganz sicher keine Magura Bremse fahre.
Das macht die ganze Sache eigentlich noch peinlicher.
Die vorgebrachten Entschuldigungsversuche bzw. ausgedachten Erklärungen möchte ich hier gar nicht erwähnen.
 
Sowas macht aber nicht jeder und Mancheiner könnte durch so ne Scheisse direkt sterben.
Naja, man kann es auch etwas übertreiben. Bevor man mit Vollgas mit einem neuen Gefährt irgendwo runterbrettert, wird man sich doch langsam in das Gerät "einarbeiten".
Wie das rechtlich ist, weiß ich nicht genau, in der Betriebsanleitung steht eh meist dass man vor jeder Fahrt eine Abfahrtskontrolle des Bikes durchführen muss (Bremsen, Speichen, Felgen, Mäntel etc). Macht natürlich keiner (liest ja nichtmal die Betriebsanleitung), rechtlich wird es aber wahrscheinlich seine Gründe haben.

weil ich ganz sicher keine Magura Bremse fahre.
Da bin ich voll und ganz bei dir! :)

Das macht die ganze Sache eigentlich noch peinlicher.
Absolut. Und das sollte natürlich nicht so sein. Ich traue aber eh meist andern (die ich nicht kenne) nicht so sehr, dass ich eben auch mal schaue ob wichte Funktionen gegeben sind, bevor ich meine Gesundheit dran hängen lasse.
 
Ich denke nicht, dass das ein spezifisches Würfel-Thema ist. Am Ende sinds ja teilweise auch Einzelkomponenten, deren Auslieferqualität weit weg von z.B. Automotive-Qualität ist.

Was hatte ich in letzter Zeit?
Steckachse hinten bei Auslieferung nicht fest (evtl. Händler?). Magura MT4 serienmäßig Bremsgeräusche bei 3 verschiedenen Rädern, Scheiben durch MDR-P ersetzt, dann erst Ruhe. MT200 Beläge im Neuzustand schon verglast (wie geht das?). MT520 Geber fabrikneu an der Membran undicht. Bike mit Hollowtech Tretlager mit 3 mm Axialspiel, so ausgeliefert. Axa Rücklicht (E-Trekkingbike) "angeschlossen", indem die Litzen des Lichtkabels ohne irgendeine Hülse o.ä. um die Kontakte des Rücklichts gewickelt waren. Sich lösende Kettenblätter am CX Gen4 und lockere Cube-Kurbeln: kennt man eh.
Hersteller und Händler querbeet - ich kaufe lokal, nachdem ich gekuckt habe welcher Händler in der Umgebung mein Wunschfahrrad im Laden hat.
Was liest man in Fahrradforen: meine Bremse quietscht, meine Schaltung lässt sich nicht vernünftig einstellen, meine Tauchrohre rosten, meine Ventile sind mit der siebzehnten Dichtmilch, die ich grad teste, verklebt.

Ich finde schon, dass das mit der Lage der Branche zu tun hat. Trotz der Höhenflüge rund um Corona geht die Qualität weiter in den Keller - anscheinend hat man die Umsätze der letzten Jahre komplett in (vermeintliche) Innovationen gesteckt und nicht in die Basics.

Man muss aber auch sagen, dass Abseits der Foren Bubble der Otto Normalo sein Rad null pflegt.
Wir sehen immer noch wie fanatisch die Leute auf ihre Autos achten, die Räder aber komplett verkommen lassen.
Wenn ich unterwegs bin, sind 80-90% der Räder die ich sehe einfach Müll. Alles verschlissen, kracht und knarzt.
Nicht einmal einen Tropfen Öl sieht die Kette, komplett verrostet.
Sogar bei ebikes teilweise. Wenn ich morgens in die Firma fahre sehe ich öfters eine Frau die auch pendelt.
Cube Trekking Rad mit Bosch Motor. Das Teil hörst du noch wenn du 50 Meter dahinter bist.
Der Antrieb ist dermaßen im Sack oder falsch eingestellt, dass es bei jeder 2-3 Kurbelumdrehung einen Schlag lässt und die Kurbel erstmal eine Viertel Umdrehung durchrutscht.. grauenhaft
 
Wie das rechtlich ist, weiß ich nicht genau
Wenn Du mit einem fabrikneuen Pkw vom Hof fährst und an der ersten Abzweigung Bremsversagen hast, ist der Hersteller und/oder der Händler dran.
Die Frage ist aber eher, warum es gefühlt 700 verschiedene Bremsscheiben-Designs mit den tollsten versprochenen Weltraum-Eigenschaften gibt, wenn es am Ende doch nur auf "macht keine Geräusche" und "Bremskraft passt" ankäme und selbst diese Basics erschreckend häufig nicht erreicht werden.

Irgendwie wird das Produkt "Fahrrad" auf der Kostenseite teils noch wie in den 70ern behandelt (Sicherheit nicht so wichtig, ist eh langsam), auf der Leistungsseite wie das feinste Highend.

So als würde ich mir einen 911 kaufen und dann feststellen, dass das Auto undicht ist und es reinregnet...
 
Oder ein Mercedes für ne viertel Million der dann extra Ladegerät hinten im Kofferraum hat um die Batterie für die Elektronik jeden Tag aufzuladen.
Gibt’s alles.
 
Wenn Du mit einem fabrikneuen Pkw vom Hof fährst und an der ersten Abzweigung Bremsversagen hast, ist der Hersteller und/oder der Händler dran.
Das kann man nicht vergleichen. Denn beim PKW ist es nichtmal erlaubt irgendeine Wunschbremse aus dem Regal zu nehmen und sie an den PKW zu bauen. Beim Fahrrad hingegen ist das erlaubt. Und in dem genannten Fall auch vom Kunden so gewünscht gewesen. Der Mechaniker hat dann aber beim Umbau geschlamt und nicht sauber entlüftet. Gebremst hat sie wahrscheinlich trotzdem, aber halt mit einem sehr schlechten Druckpunkt - und bevor ich den Druckpunkt meiner neuen Bremsanlage nicht kenne, mach ich doch keine Vollbremsung oder was auch immer.
 
Das kann man nicht vergleichen. Denn beim PKW ist es nichtmal erlaubt irgendeine Wunschbremse aus dem Regal zu nehmen und sie an den PKW zu bauen.
Erlaubt ist das schon. Die muss halt bestimmte technische Gütekriterien erfüllen und in den Fahrzeugpapieren eingetragen werden.
Beim Fahrrad ist das - warum auch immer - natürlich viel einfacher, das stimmt schon. Während §65 StVZO durchaus regelt, dass Fahrräder zwei unabhängige Bremsen haben müssen, ist deren Beschaffenheit anscheinend... egal. Rein theoretisch dürfte man also 300 kg Lastenrad mit 1500 W Avinox-Antrieb und 3 Kindersitzen mit irgendwelchen Linglong-Cantilevers und Holzbelägen verzögern. Manche China-Bikes sind da anscheinend auch nicht weit weg von.
 
Nicht ganz, zumindest bei E-Bikes gibt es schon gewisse Vorgaben Und bei Nichtbeachtung kann es auch teuer werden.
https://www.pd-f.de/teiletausch-bei-e‑bikes-ist-nicht-alles-erlaubt_16003/

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Beim Fahrrad ist das - warum auch immer - natürlich viel einfacher, das stimmt schon. Während §65 StVZO durchaus regelt, dass Fahrräder zwei unabhängige Bremsen haben müssen, ist deren Beschaffenheit anscheinend... egal. Rein theoretisch dürfte man also 300 kg Lastenrad mit 1500 W Avinox-Antrieb und 3 Kindersitzen mit irgendwelchen Linglong-Cantilevers und Holzbelägen verzögern. Manche China-Bikes sind da anscheinend auch nicht weit weg von.

So sieht`s aus.
Aber wehe dein Bike ist nur 5KM/H zu schnell, dann gibts gnadenlos horrende Strafen.
Bremsen darfst das Bike auch mit der letzten Bremse und abgefahrenen Belägen.

Selbst schon erlebt in der Polizeikontrolle.
Es interessierte nur wie schnell das Bike fährt, der Rest völlig egal, wurde nicht mal nach geschaut.
 
Nicht ganz, zumindest bei E-Bikes gibt es schon gewisse Vorgaben Und bei Nichtbeachtung kann es auch teuer werden.
https://www.pd-f.de/teiletausch-bei-e‑bikes-ist-nicht-alles-erlaubt_16003/
Hab mal gegoogelt, das ist in der Tat eine spannende Zusammenstellung: https://www.ziv-zweirad.de/wp-conte...faden_Bauteiletausch_E-Bike_25_DE_2023-05.pdf

Ist zwar nur ein Leitfaden, der wird aber anscheinend als Referenz dafür angesehen, was eine zulässige Modifikation eines CE-geprüften Pedelecs angesehen wird. Wahrscheinlich sind damit 9 von 10 E-Mountainbikern illegal unterwegs, etwa weil sie einen Bremsbelag ausgetauscht oder einen anderen Lenker montiert haben.
Wie gesagt, ich würd ja nix sagen, wenn Fahrräder im fabrikneuen Zustand so perfekt verkehrssicher wären, wie es diese ZIV-Zusammenstellung suggeriert.
 
Der Mechaniker hat dann aber beim Umbau geschlamt und nicht sauber entlüftet. Gebremst hat sie wahrscheinlich trotzdem, aber halt mit einem sehr schlechten Druckpunkt - und bevor ich den Druckpunkt meiner neuen Bremsanlage nicht kenne, mach ich doch keine Vollbremsung oder was auch immer.
Du nicht, ich nicht, viele andere schon. War ja nicht so dass die Bremse gar nicht gebremst hat, die ersten 2, 3 mal waren okay und beim 4. mal war der Hebel direkt vor Griff, das ganze im Stand.
Kunde Karl Otto fährt los, bremst zweimal und alles gut, 5 m weiter muss er ne Vollbremsung wegen Arschlochautofahrer machen und genau da will die Bremse nicht mehr und es kracht.
 
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