Unno Mith – Update nach ein paar Wochen: Setup, App‑Settings & Eindrücke
Moin zusammen,
ich hatte ja Ende Februar schon meine ersten Eindrücke zum Mith geteilt. Inzwischen sind ein paar Touren (ca. 10 000 hm und einige km) dazugekommen und ich habe am Setup und an den Avinox‑Einstellungen geschraubt. Vielleicht hilft das ja dem ein oder anderen bei der eigenen Suche nach einem Basis‑Setup.
Kurz zu mir
- Seit ca. 25 Jahren auf dem MTB unterwegs, von Alpencross bis Marathon‑Rennen war alles dabei.
- Gardasee (Altissimo, Tremalzo …) damals noch mit Moser‑Guide und ohne Motor.
- Fahrtechnik solide, aber kein „Mega‑Techniker“.
- Ich fahre gern bergauf und bergab, aber keine schwarzen Trails mehr.
- Das Unno kann definitiv mehr als ich – und das ist völlig okay.

- Systemgewicht aktuell so um die 82 kg fahrfertig.
Setup – Stand jetzt
Reifen / Druck (Schwalbe Magic Mary Radial)
- Vorne: 1,5 bar
- Hinten: 1,7 bar
Radialreifen funktionieren für mich hervorragend. Ich bin von 1,5 auf 1,7 bar hinten hoch, weil Reserven behalten will. Grip ist nach wie vor top, Durchschläge hatte ich bisher keine. Dies hat natürlich auch mit meinen Touren zu tun. Bike-Park kommt bald.
Fahrwerk
Gabel – Fox Podium (170 mm)
– Luft: 90 psi
– HSR: 6/8 offen
– LSR: 8/12 offen
– HSC: 4/8 offen
– LSC: 10/16 offen
Dämpfer – Fox X2 (230 x 65)
– Luft: 200 psi (ca. 29 % SAG; Übersetzungsverhältnis von ca. 1:2,46 mit 190mm)
– HSR: 3/8 offen
– LSR: 8/16 offen
– HSC: 1/8 offen
– LSC: 5/16 offen
Der Dämpfer sitzt jetzt nicht mehr so tief im Federweg wie ganz am Anfang, spricht aber immer noch super fein an. Für mich aktuell ein perfekter Kompromiss aus Komfort und Support. Die Podium fährt sich traumhaft und bügelt alle Steine, Wurzeln weg.
Avinox‑App – meine Modi
Ich habe mir die Modi so gelegt, dass ich von „Training“ bis „Gondel“ alles abdecken kann, ohne ständig in der App herumzufummeln.
Trail- und Turbo-Modus fahre ich mit den Default-Werten. Nutze ich aber fast nie.
Eco
Unterstützung: 5, 40 Nm / 400 W, Nachlauf: 0, Anfahrhilfe: 3, Kont. Unterstützung: 3
Eco ist mein Standardmodus. Ich muss arbeiten, komm aber alles hoch, was ich so fahre. Im Gelände liege ich so bei grob 1,2–2 % Akku pro km, je nach Höhenmetern. Für 1400 hm habe ich 60% Akku Kapazität verbraucht.
Auto
Unterstützung: 7–9, 105 Nm / 800 W, Nachlauf: 3, Anfahrhilfe: 5, Kont. Unterstützung: 3
Nutze ich für sehr steile Anstiege ab 15 %. Fühlt sich sehr natürlich an, regelt schön rauf und runter. Werde noch die Watt anpassen und auf 600 begrenzen.
Fahreindrücke – was sich verändert hat
Fahrwerk
Mit dem aktuellen Setup steht das Bike deutlich neutraler im Federweg.
– Kleine Schläge bügelt es weg, ohne wegzusacken.
– In steileren Passagen hab ich genug Reserven, ohne dauernd im Anschlag zu sein.
– Das Mehrgewicht der Podium spürt man ein bisschen, aber das gibt vorne auch Ruhe. Ich bin froh, dass ich es nicht direkt getauscht habe.
Motor / Antrieb
– Der Avinox M1 unterstützt extrem feinfühlig, gerade im Eco – das ist nicht dieses „On/Off‑Turbo‑Gebolze“.
– Schalten unter Last mit der SRAM + Motor ist schon eine eigene Liga, da knarzt nichts.
– Schalten ohne Pedalieren ist im technischen Gelände ein echtes Highlight – man rollt irgendwo rein, legt den passenden Gang ein, ohne extra zu kurbeln, und weiter geht’s.
Kletterfähigkeit – was geht bergauf?
Kurz gesagt: Das Ding klettert brutal gut. Ich bin Rampen mit bis zu
24,6 % hochgefahren – ohne Drama, ohne dass ich das Gefühl hatte, das Bike will mich abwerfen. Klar, da ist das Kinn dann nah am Lenker, aber:
- Geometrie passt fürs Steile: Front bleibt kontrollierbar, Hinterrad hat Grip.
- Im Eco ist das noch sportlich, im Auto einfach nur „wow“.
- Technische Uphills mit Stufen und Wurzeln machen richtig Laune, weil Motor und Hinterbau so feinfühlig arbeiten.
Für jemanden, der Uphill gerne aktiv fährt und nicht nur „hochgondeln“ will, ist das Paket aus Mith‑Geometrie und Avinox echt eine Waffe.
Fahreindrücke bergab – Downhill‑Performance
Downhill (max S2-

bin ich vom Mith inzwischen richtig angefixt.
- Das Bike liegt satt in der Spur – egal ob Wurzelteppich, kleine Absätze oder verblockte Passagen.
- Man merkt das Mehrgewicht gegenüber einem Light‑Ebike, aber bergab wirkt es eher wie ein Beruhigungsmittel: weniger Nervosität, mehr Ruhe im Fahrwerk.
- Die Progression vom Hinterbau gefällt mir richtig gut, ich habe selten das Gefühl, „durchs Bike zu fallen“.
- Schnelle, ruppige Stücke fährt das Mith eher „platt“, ohne hektisch zu werden – das gibt Vertrauen und macht Mut, noch ein bisschen mehr rollen zu lassen.
Fazit – Stand jetzt
– Das Unno Mith ist das teuerste, aber auch das beste Bike, das ich bisher gefahren bin.
– Mit dem aktuellen Setup bin ich schon ziemlich nah dran an „ankommen und fahren“, ich werd aber sicher noch hier und da an Klicks und Drücken spielen – gehört irgendwie dazu.
Wer ein sicheres, potentes E‑Enduro mit sehr starkem, aber fein einstellbarem Motor sucht und keine Angst vor etwas Experimentieren hat, dürfte mit dem Mith ziemlich glücklich werden.