Carbon vs. Aluminium im Allerweltsbetrieb

m01

Aktives Mitglied
Auch wenn Carbon vs. Aluminium eine müßige Diskussion ist, ich würde dazu gerne eine konkrete Frage stellen:

Ich nutze mein Emtb (bisher One22 Alu) im Alltag und auch sportlich. Es erfüllt für mich den Anspruch der eierlegenden Wollmilchsau am besten - man sagt sowas ja gerne von Hardtails, aber die sind für mich schon bei gröberen Feldwegen im Nachteil. Und dank Tailfin u.ä. ist bei Bedarf auch Gepäck am Fully kein Thema mehr. Transportabel ist es Dank Alu auch stressfrei ohne Rahmenschützer, unterwegs mal schnell was ohne Drehmomentschlüssel reparieren: keine Panik. Am Ende bin ich sehr groß und fahrfertig mit Rucksack 100 kg schwer, mir gehts also nicht ums letzte Gramm.
Ich vermute, das geht alles am besten mit Alu als Rahmenmaterial, daher überlege ich mir ein Upgrade auf ein Cube One44 EXC (das ist die letzte Stufe unterhalb der Carbon-EMTBs). Für Nicolai bin ich zu geizig (oder verdiene nicht genug 🙃).

Stutzig macht mich, dass Cube für die Carbon-EMTBs der selben „Klasse“ eine höhere Einsatzkategorie und 5 kg mehr Fahrergewicht gegenüber Alu zugesteht. Ich dachte immer, Alu wäre in der Praxis die robustere Wald- und Wiesenvariante.

Liege ich mit meiner Interpretation falsch oder interpretiere ich da zu viel?
 
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Hilfreichster Beitrag geschrieben von h_beale

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kommt extrem auf die Auslegung an. Alulegierung, Lastverteilen, wie viel Material, welche Carbonfasern und mit welchem Harzanteil, etc. Im DH sind Carbon und Alu etwa 50/50 aufgeteilt.

Carbon würde ich jetzt auch nicht als fragil ansehen, meine Räder haben noch nie einen Drehmomentschlüssel gesehen (habe aber auch etwas mehr Training/Gefühl als der Durchschnittsheimwerker), da ich weiß wie ungenau eigentlich Drehmomentschlüssel sind und wie viel Toleranz man bei einer Schraube hat, die nur per Drehmoment angezogen wird. Wenn man sich an Maschinenbaubüchern hält, hast du schon ca 10% Toleranz bei nicht kalibrierten Drehmomentschlüsseln und nochmal 15% geplante Variation bei drehmomentbasiertem Anziehen.

Kurz gesagt, Alu als robust darzustellen ist Bullshit, genauso Carbon als fragil zu bezeichnen.
 
Richtig dimensionierte Carbonrahmen sind bei ähnlichem Gewicht deutlich haltbarer und halten höhere Lasten aus.
Der einzigen Nachteil von Carbon sehe ich bei hohen Schlagbelastungen (z.B. Einschlag in einen Fels). Da könnte sich Aluminium gegebenenfalls gutmütiger verhalten.
 
Habe meinen Carbonrahmen seit fünf Jahren.
Ich würde vorsichtig behaupten, dass ich ihn eher übel behandelt habe, als pfleglich.
Von diversen Stürzen und daraus resultierenden Einschlägen ganz zu schweigen.
Selbst einen Frontalcrash mit einem Felsen (von 15 auf 0 in ein paar Hunderstel Sekunden) hat der Rahmen weggesteckt.
Der Fahrer nicht so...
 
Solange die Rotorblätter der "umweltfreundlichen" Windanlagen aus GFK und CFK gefertigt und in der Sahara endgelagert werden, sollten wir uns kein schlechtes Gewissen machen.
Außerdem gibt es schon CFK Recycling (Solvolyse und Pyrolyse).
Damit kann man zwar keine Rahmen mehr herstellen, aber immerhin lassen sich gute Dämmstoffe damit machen.
 
Solange die Rotorblätter der "umweltfreundlichen" Windanlagen aus GFK und CFK gefertigt und in der Sahara endgelagert werden, sollten wir uns kein schlechtes Gewissen machen.
Solange wir ganz allgemein so konsumieren, wie wir im Schnitt in Deutschland konsumieren brauchen wir uns natürlich bezüglich Carbonrahmen kein schlechtes Gewissen machen...nur was ist das für ein Argument? Whataboutism könnte man das nennen.
 
Kurz gesagt, Alu als robust darzustellen ist Bullshit, genauso Carbon als fragil zu bezeichnen.
Fragil würde ich es nicht nennen. Aber vielleicht sensibler? Alleine die Montagepunkte: Ständer, Hängerkupplung, Gepäckträger ans Alu-Rad: geht. Am Carbonrahmen: bloß nicht. Nicht dass ich das vorhätte, aber die eine oder andere "ungeplante" Belastung mute ich meinen Rädern schon zu: ein Zugseil für Junior unterm Sattel, die Klemme vom Fahrrad-Heckträger, zeitweise ein MacRide zwischen Vorbau und Sattelstütze... Und wo Kinder sind, fällt auch mal ein Fahrrad um.
Meine Interpretation: Carbon ist super, wenn es exakt so wie ausgelegt belastet wird. Für alles andere ist Alu die robustere, tolerantere Allerweltsvariante - kann man das so sagen?
 
Fragil würde ich es nicht nennen. Aber vielleicht sensibler? Alleine die Montagepunkte: Ständer, Hängerkupplung, Gepäckträger ans Alu-Rad: geht. Am Carbonrahmen: bloß nicht. Nicht dass ich das vorhätte, aber die eine oder andere "ungeplante" Belastung mute ich meinen Rädern schon zu: ein Zugseil für Junior unterm Sattel, die Klemme vom Fahrrad-Heckträger, zeitweise ein MacRide zwischen Vorbau und Sattelstütze... Und wo Kinder sind, fällt auch mal ein Fahrrad um.
Meine Interpretation: Carbon ist super, wenn es exakt so wie ausgelegt belastet wird. Für alles andere ist Alu die robustere, tolerantere Allerweltsvariante - kann man das so sagen?
Hallo

So würde ich mal sagen.
Carbon ist für ein reines Spaß bike sinnvoll.
( und zum pendeln)
Alu ist die Eier Legende Woll Milch Sau im Bezug auf das was du schreibst was es alles außer der Reihe noch so machen soll und ein Spaß 🤩 bike

Grüße
 
Also wenn ich mir den Titel anschaue verstehe ich das so, wie wenn die frag so gemeint ist, ob Carbon Probleme macht, wenn man es bei jedem Wetter nutzt - und darauf kann man ganz klar NEIN antworten
 
Meine Interpretation: Carbon ist super, wenn es exakt so wie ausgelegt belastet wird. Für alles andere ist Alu die robustere, tolerantere Allerweltsvariante - kann man das so sagen?
Nein das kann man so nicht sagen denn es kommt in beiden fällen darauf an wie der rahmen ausgelegt ist.

Um dein beispiel mit der klemmung aufzugreifen:
Bei vielen modernen CF MTB rahmen sind die Rohre so stark ausgeführt das klemmen und Stürze in der Regel kein Problem ist.
Auf der anderenseite hat man bei alu einen Ermüdungseffekt über zeit. ob der innerhalb der lebenszeit eines rades eine rolle spielt hängt aber auch davon ab wie robust ein rahmen konstruiert ist.

Unterm strich hängt die Robustheit und Dauer Haltbarkeit in erster Linie von der Konstruktion und Auslegung ab. Daher kann man hier keine allgemeingültigen aussagen treffen.
 
Und das sind "unsere" Windräder? Nein, denn in der EU gilt ein Deponieverbot für derartige Güter.

(Macht die Herausforderung nicht kleiner, ist trotzdem eine nicht ganz irrelevante Information...)
Ist das dieser Whataboutism, der mir vorgeworfen wurde?
Nein, das ist er bestimmt nicht.
Das ist was anderes...
 
Immer Carbon wenn's finanziell nicht weh tut.

Alu hat u.a. mit dem Thema Bauxitabbau und dem höheren Anteil an Kinderarbeit keinen moralischen Bonus gegenüber Carbon.

Wenn einem das Thema wirklich wichtig ist, dann sollte man auf's Biken verzichten. Hat auch einen echten Nutzen beim Thema Naturschutz.
 
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