1000km Kenevo – Ein Fazit

Sammi ElPadre

Bekanntes Mitglied
Hallo Zusammen,



vielleicht Interessiert es ja jemanden: Die ersten 1000km mit meinem Kenevo sind fertig. Deshalb an dieser Stelle ein möglicherweise nicht ganz so kurzes Fazit von mir:



Das Kenevo ist einfach eine Granate. Nach 1000km kann ich sagen, ich würde das Bike jederzeit wieder so kaufen. Ich habe am fahren einen unglaublichen Spaß gefunden, den ich mit meinem alten Fahrrad so nie hatte. Ich bin früher mit meinem Hardtail auf die Arbeit und wieder zurückgefahren, eventuell noch mal am Wochenende ne kleine Tour, aber für mich mit meiner Wampe war das einfach nur eine Qual. Jetzt, mit Motorunterstützung und der Tatsache, dass einfach jeder Weg fahrbar ist fahre ich deutlich mehr Kilometer als auf dem alten Bike.

Natürlich, es ist nicht so anstrengend. Aber mit meinem normalen Rad war ich nach einem Jahr Training immer noch beim kleinsten Anstieg mit dem Puls im 180er Bereich. Jetzt fahre ich mit 150-160 dieselben Anstiege und bin am Ende der Steigung noch nicht am Kollabieren. Auch fühle ich mich deutlich fitter.

Ich habe das Kenevo in Situationen genutzt, die früher für mich einfach unfahrbar gewesen wären. Ich war in den Alpen, ich war auf Flowtrails, ich bin ein Event mitgefahren. Vor zwei Jahren noch absolut undenkbar für mich, letztes Jahr eine kaum vorstellbare Herausforderung, dieses Jahr mit dem Kenevo eine große Anstrengung, aber machbar.

Das Bike hat natürlich auch Schwachstellen. Also eigentlich nur Zwei. Die Bremsanlage (in der Serie eine SRAM Guide RE) ist für mein Gewicht nicht gedacht und überfordert. Lange Abfahrten führen schnell zum überhitzen der Bremsanlage. Hier muss ich nachbessern und werde in absehbarer Zeit auf eine Magura MT7 umrüsten. Damit kombiniert werden andere Scheiben und das Problem sollte sich zumindest deutlich gebessert haben. Ganz verschwinden wird es wahrscheinlich nie, dafür bin ich einfach zu schwer. Aber die Wampe wird weniger, also könnte sich auch dieses Problem irgendwann erledigen.

Mein zweiter Kritikpunkt ist der Sattel. Sorry, aber das Ding ist einfach nur eine Frechheit. Sowas sollte eigentlich heutzutage kein Hersteller, der etwas auf sich hält mehr verbauen. Aber da kann man ja ganz einfach Abhilfe schaffen. Ich habe jetzt einen Sattel von SQLab verbaut. Seltsamerweise habe ich übrigens MIT Radunterwäsche mehr Schmerzen am verlängerten Rückgrat als ohne. Mein Pöter ist da wohl ein Spezialfall.

Warum ist es eigentlich das Kenevo geworden? Naja, ich wollte ursprünglich kein Enduro sondern ein Trailbike haben. Hier habe ich aber festgestellt, dass ich, wenn es nach den Bikeherstellern geht, eigentlich gar kein Fahrrad fahren dürfte (oder zumindest nicht im Gelände). Also habe ich Angefangen nach Bikes zu suchen, die meine Fahrziele deutlich übersteigen. Zur Auswahl standen somit Enduros und Downhiller. Nachdem Downhiller aber Bergauf ziemlich bescheiden zu fahren sind (egal ob mit oder ohne Motor) bin ich bei den Enduros hängen geblieben. Hier kam die nächste Schwierigkeit ins Spiel: ich brauchte eine Federgabel und vor allem einen Dämpfer, den man auf mein Gewicht einstellen kann. Und gerade beim Dämpfer heißt das, ich brauche einen Stahlfederdämpfer.

Daher habe ich eine Bestandsaufnahme gemacht, welche Bikes in Frage kommen und dann geschaut, für welche Bikes ich einen Händler in der Nähe habe. Bei einem Bio-Bike wär mir das noch egal gewesen, aber bei einem E-Bike will ich den direkten Händlersupport haben. Somit war ich bei den Bikes von Specialized und Ghost unten. Nun ja, und dann hat mir mein Speci-Händler ein Angebot gemacht, dass ich nicht ablehnen konnte. Das Kenevo mit dem Umbau der Feder von einer 500er auf eine 600er zu einem Preis deutlich unterhalb der Liste.

Ich bin echt höchst zufrieden mit dem Motor und der Unterstützung. Auch die 460Wh im Akku sind absolut ausreichend. Bei voller Power bewegt mich das ganze über 30km mit ca. 640 Höhenmetern, im Eco habe ich etwa 45km und 1100 Höhenmeter aus dem Akku gekitzelt. Und auch wenn der 1.2er Brose-Motor im Kenevo „nur“ 50Nm Drehmoment hat: Es geht Bergauf, und zwar wie eine Rakete. Einzig für Trail- und Bikeparks mit Shuttle überlege ich tatsächlich, mir noch ein Bio-Bike in der selben Klasse anzuschaffen....

So, genug des wirren Gefasels, auf die nächsten 1000 Kilometer….
 
.... Nachdem Downhiller aber Bergauf ziemlich bescheiden zu fahren sind (egal ob mit oder ohne Motor) ....

Auch wenn es nur einen kleinen Nebensatz betrifft. Mit Motor geht mein Xduro Dwnhll sensationell gut. Man musste die Übersetzung ändern, aber die Geo mit dem langen Radstand hält auf den steilsten Anstiegen das Vorderrad unten. Ich bin nach wie vor sehr zufrieden zu einem E-Downhill gegriffen zu haben. Das verträgt sich meiner Meinung nach sehr gut mit den >20kg die ein E-MTB auf die Waage bringt.
 
Mit Motor geht mein Xduro Dwnhll sensationell gut. Man musste die Übersetzung ändern, aber die Geo mit dem langen Radstand hält auf den steilsten Anstiegen das Vorderrad unten.
Das kann man sicher nicht bezweifeln, grad nen Downhiller profitiert vom E Antrieb, die würde ich sonst als eher unfahrbar bergauf sehen. ;-)
Ist dann aber auch eher ein Up and Downhiller, sonst stört die Geo mich und es gibt eh Tage wo ich keine so steilen Berge rauf muss.
Ich denke da hat er schon die richtige Wahl getroffen.

Am Ende egal, jedem was im Spaß macht, perfekt für jede Strecke gibt's eh nicht.
Hauptsache man macht was wie Sammy es tut.
Daumen hoch.
 
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