Bremsscheiben Design vs. Funktion

ja, die laufen sehr gut

die Punch ist in Bezug Kühlleistung extrem gut, dafür etwas sensibler in Bezug Belagauswahl (Sinter Green, Sinter Blue, Galfer Black und Shimano Resin laufen bisher bei mir sehr gut, TS Power laufen nicht gut)

BS empfiehlt keine Metallbeläge, deshalb würde ich auch zuerst mit Shimano Resin mit Kühlrippen oder Sinter Green testen

der Sinter Green ist ein etwas weicherer Race Belag und wird auch tlw. bei Downhillrennen verwendet, ich bin mit der Haltbarkeit aber trotzdem sehr zufrieden, das kommt auch viel auf die Scheibe an (kleine Löcher hobeln weniger stark)

generell sind feine Lochungen etwas weniger kompatibel zu verschiedene Beläge, die Belagreinigung ist etwas schwächer, die Bremspower ist hoch (viel Auflagefläche) aber etwas weniger aggressiv (weniger Hineinkippeffekt möglich) dafür halten die Beläge bei einer Punch extrem lange!

wenn mehr Biss gewünscht wird dann sind die Scheiben mit zusätzlich Schlitze vorteilhafter (TRP S05E) diese sind dann zunehmend etwas lauter rauher und aggressiver mit mehr Belagverbrauch!


gute Schrauben sind bei BS dabei (für 6 Loch Befestigung) bei Centerlock muß man einen Adapter verwenden, hier bevorzuge ich den Shimano Adapter da die Scheibe nicht nur drauf gesteckt ist sondern zusätzlich am Adapter verschraubt wird, das ergibt eine zus. Befestigung etwas weiter aussen als der Lockring alleine (und das ergibt etwas mehr Seitenstabilität)

Lg Tirolbiker 63
Danke dir.

Ich teste die E-Bikes und besorge mir nochmal die Sinter Green und alternativ die Shimano mit Kühlrippen.

Danke nochmal und ein prima Wochenende :)
 
... eine wirklich steile 800m-Abfahrt vom Brocken (ohne gerade oder ansteigende Passagen) problemlos am Stück. Allerdings lasse ich die Bremse nie schleifen, ich denke, dass das keine Bremse der Welt aushalten würde...
Kolonnenweg vom Brocken runter bei bis zu 16% Gefälle.
4km und 480hm (laut Komoot), permanent schleifen lassen, selten mal härter gebremst nach dem ich laufen lassen habe. Topspeed waren 60km/h. ca. 130kg Systemgewicht. Hatte das Rad gerade mal 20 Tage, also keinerlei praktische Erfahrung damit.
hat meine Bremse nicht interessiert ✌️
Scheiben und Beläge sind nach weiteren 4000km immer noch am Rad.

just my 2 cents 🤭
 
Die Löcher kühlen. Ich muss gerade richtig schmunzeln
Grundsätzlich finde ich einen Weckruf gut, nun muss jede(r) nochmals neu nachdenken ;)
Meine Gedanken wären: Viele kleine Löcher reduzieren die Masse der Scheibe weniger, als Große :p
Mehr Masse, und auch mehr Oberfläche = bessere Kühlung.
Die Löcher selbst können natürlich nicht kühlen, aber das ist Wortklauberei :openedeyewink:
 
Wenn man die Flächen bei Bohrungen ausrechnet, dann kommt man auf das Ergebnis, das die Stirnflächen der Bohrung nur bis 3mm Durchmesser größer sind. Siehe Foto
Dabei ist aber noch gar nicht berücksichtigt, ob diese Fläche in den Bohrungen dann wirklich durchströmt wird. Und welcher Volumenstrom wirklich während der Fahrt dort durchfließt. Da müsste ich mal meine CFD Abteilung fragen ob sie mir das mal rechnen können
 

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Mehr Masse, und auch mehr Oberfläche = bessere Kühlung.
Die Löcher selbst können natürlich nicht kühlen, aber das ist Wortklauberei :openedeyewink:
die Thematik ist sehr komplex

die Löcher tragen indirekt zur Vergrösserung oder Verkleinerung der Kühloberfläche bei, es gibt ev. mehr Verwirbelungen und einen Belagreinigungseffekt (eine gute Verteilung ist wichtig)

es gibt Scheiben die mit sehr wenig Masse relativ viel Oberfläche generieren (z.B. eine Galfer Shark)
und manche Scheiben haben mit sehr viel Masse relativ wenig Oberfläche (z.B MDR-S oder eine Formula Monolitic)

letzteres ist aber auch nicht optimal da die Scheibe dann sehr schwer ist und sich die Masse eher träge erhitzt und auch eher träge abkühlt

nur dicker machen bringt Stabilität und Kapazität für brachiale Bremsungen, bei langer hoher Belastung ist allerdings die Kühloberfläche entscheidend (ergibt eine niedrige max. Stagnationstemperatur)

Brakestuff und auch die TRP S05E sind in Bezug Kühloberfläche hervorragend, wobei die Brakestuff Punch absolute Referenz in Bezug Kühlleistung darstellt (645 Löcher im perfekten Durchmesser)
und das lässt sich messtechnisch und in der Praxis auch eindeutig belegen

und die Masse ist trotzdem noch hoch genug (dicker und eher breiter Reibring)

ich hab auch mal eine Tabelle angehängt damit man die Zusammenhänge der Lochdurchmesser mal sieht,
bei jedem Loch verliert man Oberfläche durch Wegfall der 2 Kreisflächen, und man gewinnt dafür die Innenmantelfläche dazu, der optimalste Zugewinn ergibt sich bei Lochdurchmesser = Scheibendicke, abhängig von der Scheibendicke ist der Umkehrpunkt ~ bei 4-4,5mm (neutral) grössere Löcher vermindern dabei die Oberfläche und auch die Masse deutlich

es muß deshalb aber auch nicht schlecht sein, kommt halt darauf an was man erzielen will
hoher Biss (MDR-P) oder max. Kühlleistung (BS Punch) oder ev. einen guten Kompromiss (TRP S05E, BS XT)

Lg Tirolbiker 63

Lochberechnung (bei viele Löcher muß man den Effekt natürlich mit der Lochanzahl multiplizieren)
1769346372994.png
 
Ich konnte leider nirgends objektive Versuche und Messwerte finden die das ganze beweisen können. Wenn du sowas hast oder weißt, wo ich das finden könnte, dann wäre ich dir dankbar für die Information.
Meine Meinung dazu ist, wenn das wirklich so wäre, dann hätten alle Rennfahrzeuge Bremsscheiben mit 4mm Bohrungen drinnen. Haben sie aber nicht. Da gibt es Nuten und Bohrungen. Die aber rein für die Reinigung vor Wasser und Schmutz zuständig sind. Nachdem auch in der technischen Literatur diese Bohrungen nur für die Selbstreinigung (Wasser und Schmutz) angeführt werden, zweifel ich an dem Ganzen gewaltig. Aber durch objektive Versuche lasse ich mich gern vom Gegenteil überzeugen. Und objektiv ist es, die gleiche Bremsscheibe einmal mit und dann mit verschiedenen Bohrungen den gleichen Strapazen auszusetzen. Und dabei die Temperaturen an definierten Stellen kontinuierlich zu überwachen. Sowas ist halt wirklich nur auf einen Prüfstand möglich.
 
Na bitte, da wird quer Beet Äpfel mit Birnen verglichen. Was haben willkürliche Versuche für eine Aussagekraft?
Wenn ich als Techniker mit solchen Versuchen was freigeben würde, dann wäre es nur eine Frage der Zeit, bis ich vorm Richter stehe!
Nochmals: wo gibt es reproduzierbare Ergebnisse mit gleichen Testbedingungen, Methoden und Vorraussetzungen?

Damit ich auch das klarstelle: Ich schätze denn Enthusiasmus hier, vor allem vom Tirolbiker. Absolut top wie du dich ins Zeug legst. Aber ein Forum lebt von der Diskussion und Meinungsaustausch. Und ich habe halt eine andere Meinung zu dem Thema. Und diese Meinung ändere ich nur mit entsprechenden Argumenten und Nachweisen.

PS: irgendwer hat hier den Vergleich mit einem Fahrzeugkühler gebracht. So weit wie ich weiß, werden Kühler immer in Fahrtrichtung ausgerichtet und definitiv nicht mit 90 Grad entgegen der Fahrtrichtung (wie die Bohrungen in Bremsscheiben). Und jeder weiß auch, dass man durch kleine Öffnungen extrem schwer Luft oder Flüssiges durchbekommt!
 
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Na bitte, da wird quer Beet Äpfel mit Birnen verglichen. Was haben willkürliche Versuche für eine Aussagekraft?
Wenn ich als Techniker mit solchen Versuchen was freigeben würde, dann wäre es nur eine Frage der Zeit, bis ich vorm Richter stehe!
Nochmals: wo gibt es reproduzierbare Ergebnisse mit gleichen Testbedingungen, Methoden und Vorraussetzungen?
Du machst es immer schlimmer... Leg dein Grubengrabgerät zur Seite
 
Nachdem auch in der technischen Literatur diese Bohrungen nur für die Selbstreinigung (Wasser und Schmutz) angeführt werden, zweifel ich an dem Ganzen gewaltig. Aber durch objektive Versuche lasse ich mich gern vom Gegenteil überzeugen.
ich fahr bis zu 170.000 Tm im Jahr in den Tiroler Bergen rum, tlw. Tests mit 4 Kanal Temp. Logger verkabelt (am Bremssattel und Belagspange) danach oft Messungen mit Testo an der Bremsscheibe und am Bremssattel

bei manchen Scheiben mußte ich nach 330Tm kühlen lassen, mit meiner Punch fahr ich 2000Tm ohne Kühlpause

wer das nicht glaubt muß es halt selbst in der Praxis testen

Labormessergebnisse hätte wohl am ehesten TRP (Verbesserung der S05E zur R01) es gab auch mal einen Test mit einer dünnen 1,95mm Brakestuff Punch, die hatte extrem niedrige Temperaturen, ich weiss aber den Link nicht mehr (ist irgendwo im Thread drinnen)

Lg Tirolbiker 63
 
ich fahr bis zu 170.000 Tm im Jahr in den Tiroler Bergen rum, tlw. Tests mit 4 Kanal Temp. Logger verkabelt (am Bremssattel und Belagspange) danach oft Messungen mit Testo an der Bremsscheibe und am Bremssattel

bei manchen Scheiben mußte ich nach 330Tm kühlen lassen, mit meiner Punch fahr ich 2000Tm ohne Kühlpause

wer das nicht glaubt muß es halt selbst in der Praxis testen

Labormessergebnisse hätte wohl am ehesten TRP (Verbesserung der S05E zur R01) es gab auch mal einen Test mit einer dünnen 1,95mm Brakestuff Punch, die hatte extrem niedrige Temperaturen, ich weiss aber den Link nicht mehr (ist irgendwo im Thread drinnen)

Lg Tirolbiker 63
Das mag so sein.
Aber:
Waren es exakt die gleichen Bremsmanöver?
Gleiche Lufttemperaturen überall auf der Strecke?
Luftfeuchtigkeit?
Gleicher Bremsdruck?
Gleiche Bremsdauer?
Usw.
Da sind halt so viele Variablen in der Gleichung, dass du definitiv nicht mit Sicherheit sagen kannst, ob es wirklich die Scheibe war.

Wichtig ist halt auch, woran du glaubst. Denn der Glaube versetzt bekanntermaßen ja auch Berge (auch Tiroler Berge 😉)

Ich bin halt Techniker. Glauben tut man in der Kirche. Ich weiß es lieber 😉
 
Ich bin halt Techniker. Glauben tut man in der Kirche. Ich weiß es lieber 😉
Dann weißt du leider halt auch nur das was unter Laborbedingungen funktioniert.
Da man im allgemeinen eher nicht unter Laborbedingungen biken geht sind mir Erfahrungen aus der Praxis lieber.
Die vielen umgebauten Auffahrten mit ihren Beschleunigungs-/Einfädelspuren bei uns hier auf der Bundesstraße (B312 zwischen Metzingen und Neckartenzlingen) funktionieren in der Theorie bestimmt auch. In der Praxis gibt es jetzt täglich Staus, wo vorher keine waren.😡
 
Zuletzt bearbeitet:
Das mag so sein.
Aber:
Waren es exakt die gleichen Bremsmanöver?
Gleiche Lufttemperaturen überall auf der Strecke?
Luftfeuchtigkeit?
Gleicher Bremsdruck?
Gleiche Bremsdauer?
Usw.
Da sind halt so viele Variablen in der Gleichung, dass du definitiv nicht mit Sicherheit sagen kannst, ob es wirklich die Scheibe war.

Wichtig ist halt auch, woran du glaubst. Denn der Glaube versetzt bekanntermaßen ja auch Berge (auch Tiroler Berge 😉)

Ich bin halt Techniker. Glauben tut man in der Kirche. Ich weiß es lieber 😉
Dann fang doch einfach mal an dein Testlabor aufzubauen…
Ich schätze jedenfalls die von Tirolbiker63 durchgeführten Tests sehr. Ich finde mich mit meinen Erfahrungen (34Jahre MTB) sehr oft bei seinen Ergebnissen wieder.
Und die Wortwahl „sehr oft“ bezieht sich darauf, dass ich nicht alles an Material ausprobiert habe welches Tirolbiker63 getestet hat.
 
Das was mir an den Erfahrungen von Tirolbiker63 gefällt ist, dass er kein "Schwarz- Weiss Denker" ist.
z.B.
"es muß deshalb aber auch nicht schlecht sein, kommt halt darauf an was man erzielen will
hoher Biss (MDR-P) oder max. Kühlleistung (BS Punch) oder ev. einen guten Kompromiss (TRP S05E, BS XT)"
Wie so oft, kommt es darauf an....
So habe ich nicht nur theoretische Laborwerte, sondern für mich den idealen Einsatzzweck.
Super, an der Stelle danke dir (Tirolbiker6, habe schon einige Tipps erfolgreich umsetzten können!

Ja, und natürlich ALLEN ANDEREN auch, die konstruktive Beiträge und Erfahrungswerte zum Besten geben - das ist Hilfreich.🤗
 
aus aktuellem Anlass:

Dunning-Kruger-Effekt bezeichnet die kognitive Verzerrung im Selbstverständnis inkompetenter Menschen, das eigene Wissen und Können bezüglich eines bestimmten Bereiches zu überschätzen.
Diese Neigung beruht auf der Unfähigkeit, sich selbst mittels Metakognition objektiv zu beurteilen. Der Begriff geht auf eine Publikation von David Dunning und Justin Kruger im Jahr 1999 zurück.

Ergebnis der Beobachtungen von Dunning und Kruger: Selbst eingeschätzte Leistung (blau) und tatsächliche Leistung (rot) der Probanden.

https://de.wikipedia.org/wiki/Dunning-Kruger-Effekt
 
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