Orbea Rallon RS im ersten Test: Mehr Mountainbike als E-Mountainbike?

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Re: Orbea Rallon RS im ersten Test: Mehr Mountainbike als E-Mountainbike?
Ich finde die Idee und das Konzept auch gar nicht so verkehrt. Ich glaube die erhoffen sich schon etwas einen neuen Markt bzw. neue Kundschaft dafür.
Es gibt ja immer noch ein sehr großes Lager der E-Bike Gegner, gerade im MTB Bereich. Da gibt es schon heute sehr viele die 5stellig oder knapp für ein Bio ausgeben.

Das Bike könnte da eine große Lücke schließen.
Um überhaupt an Unterstützung vom Motor zu kommen, muss man das Rad wie ein Bio Bike fahren. Dazu noch eine Optik die einem normalen MTB vollends entspricht. 98% der Bevölkerung würde nicht denken das es sich um ein E-Bike handelt.
Einzig das Thema mit dem zweiten Freilauf der wegfällt verstehe ich nicht. Was passiert dann über 25 km/h ?
 
Hab mal ganz grob überlegt ob der Motor wirklich Sinn macht. Wenn ein fitter Radler irgendwo um 250 bis 300 N aufs Pedal bringt, dann kommt man bei einer Kurbel Länge von 165mm auch ungefähr auf die 40 Nm. Das heißt der Motor gleicht mehr oder weniger die Phasen zwischen den 90 Gradstellungen aus.
Grafik entstammt dem Trekkingbike Magazin.
1769591389348.jpeg
 
Ich weiß nicht ob ich für den relativ geringen Leistungszugewinn bereit wäre die erhöhte Anfälligkeit eines Akkus- und Motorssystems in Kauf zu nehmen. Hab den hpr50 mal getestet und selbst den fand ich in den geringeren Unterstützungsstufen schon sehr zurückhaltend.
200 Watt Leistungsgewinn ist ordentlich, wenn man bisher ohne Unterstützung gefahren ist und/oder nicht viel Leistung vom System braucht.
Ich habe den HPR50 seit 1.5 Jahren und bin meistens in der geringsten Unterstützung unterwegs - diese "Zurückhaltung" ist genau das, was dieses System ausmacht.

Grundsätzlich: ich sehe, dass es verschiedene Anforderungen an ein Motorsystem gibt und ich meine, dass alle ihre Berechtigung haben. Selbst wenn mir DJI auch am Hinter vorbei geht gibt es für mich keinen Grund, diesem System (und anderen FP) die Daseinsberechtigung abzusprechen. Wieso aber tut sich die Anhängerschaft dieser Motoren so schwer damit zu akzeptieren, dass es für LA Systeme auch einen Markt gibt?
 
Ich sehe gerade, dass selbst im DJI Avinox 2025 Thema über das Rallon diskutiert wird - es scheinen manche tatsächlich verärgert zu sein, dass es einen Hersteller gibt, der aktuell ein anderes System als DJI verbaut. Das nimmt schon seltsame Ausmaße an - merkt man auch an den Kommentaren hier von Leuten, die das Thema LA eigentlich überhaupt nicht interessiert, oder @Rob878 ?
 
Ich sehe gerade, dass selbst im DJI Avinox 2025 Thema über das Rallon diskutiert wird - es scheinen manche tatsächlich verärgert zu sein, dass es einen Hersteller gibt, der aktuell ein anderes System als DJI verbaut. Das nimmt schon seltsame Ausmaße an - merkt man auch an den Kommentaren hier von Leuten, die das Thema LA eigentlich überhaupt nicht interessiert, oder @Rob878 ?
Viele der full power Leute sind völlig drüber. Ich hatte schon damals als noch Bosch ihr Lieblingsmotor war den Eindruck dass das oft Leute sind die so nen Carbrain-Zugang zu dem Thema haben. Also so bisschen Auto Bild mäßig. Inzwischen gibt es ja kaum mehr eine Ebike-Diskussion wo nicht ein Dji-Fanatiker reinrotzt dass das mit Dji alles viel besser wäre etc. pp auch wenn das vollkommen am Konzept oder Thema vorbei geht.
 
Danke für das viele ehrliche Feedback und die intensive Diskussion hier. Genau dafür zeigen wir solche Bikes auch so offen.

Das Rallon RS ist bewusst kein Produkt, das möglichst viele Menschen ansprechen soll. Es ist ein Entwicklungsprojekt auf Serienniveau, mit dem wir neue Wege testen und Erfahrungen sammeln. Nicht nur technisch, sondern auch im Zusammenspiel aus Motor, Fahrwerk, Integration und Fahrgefühl. Solche Schritte funktionieren nur, wenn man sie wirklich baut, fährt und im realen Einsatz erlebt. Papier und Simulationen reichen dafür nicht.

Zum ersten Mal haben wir bei einem Mountainbike so eng und tief mit verschiedenen europäischen Partnern zusammengearbeitet. Vom Antrieb über Fahrwerk bis zur Integration. Vieles davon entsteht in Europa und in sehr enger Abstimmung zwischen den beteiligten Teams. Das ist komplex, aufwendig und ehrlich gesagt auch nicht der einfachste Weg. Aber einer, an den wir glauben.

Uns ist bewusst, dass Themen wie Leistung, Reichweite oder Preis immer im Kontext gesehen werden. Dieses Bike richtet sich nicht an alle Fahrertypen und soll es auch nicht. Es geht darum, herauszufinden, was heute schon funktioniert, wo die Grenzen liegen und was wir daraus für zukünftige Bikes lernen können. Auch für Modelle, die später ganz andere Schwerpunkte setzen.

Wenn wir warten würden, bis alle Systeme kleiner, leichter oder günstiger sind, würden wir später anfangen zu lernen. Entwicklung passiert nicht rückblickend, sondern im Jetzt. Genau dafür sind solche Projekte da.

Das Feedback aus der Community fließt dabei direkt zurück. Nicht alles wird eins zu eins umgesetzt, aber nichts davon wird ignoriert. Am Ende entstehen daraus Bikes, die deutlich breiter aufgestellt sind und von diesen Erfahrungen profitieren.

Kurz gesagt: Das Rallon RS ist kein Versprechen für jeden. Es ist ein Blick nach vorne und ein sehr bewusster erster Schritt.

Danke euch fürs Mitdiskutieren.
 
Entsteht das Fox-Fahrwerk in Europa? Da wäre doch eher Intend naheliegend.
Gute Frage.

Fox ist hier tatsächlich eine Ausnahme. Sie sind seit vielen Jahren ein sehr enger und verlässlicher Entwicklungspartner von uns. Gerade bei einem Projekt wie dem Rallon RS, bei dem Fahrwerk, Kinematik und Elektronik sehr fein aufeinander abgestimmt sind, war diese gewachsene Zusammenarbeit ein entscheidender Faktor. Das hat die Entwicklung eher komplexer gemacht, unter anderem durch Zeitverschiebung und enge Abstimmung.

Grundsätzlich entwickelt Orbea sehr viel selbst und versucht bewusst, möglichst viele Wertschöpfungsschritte in Europa zu halten. Als Genossenschaft ist das Schaffen von Arbeitsplätzen, vor allem im Baskenland, ein zentraler Bestandteil unserer DNA. Ein europäischer Hersteller wie Intend ist technisch absolut spannend, für dieses Projekt waren jedoch bestehende Entwicklungsprozesse und Erfahrung ausschlaggebend.

Noch ein kurzer Hinweis: Es tut mir leid, wenn ich hier nicht jede Frage beantworten kann. Ich kann nicht dauerhaft im Forum anwesend sein, wir lesen aber so viel wie möglich mit und nehmen das Feedback sehr bewusst auf.

Danke für die sachliche Diskussion hier.
 
200 Watt Leistungsgewinn ist ordentlich, wenn man bisher ohne Unterstützung gefahren ist und/oder nicht viel Leistung vom System braucht.
Ich habe den HPR50 seit 1.5 Jahren und bin meistens in der geringsten Unterstützung unterwegs - diese "Zurückhaltung" ist genau das, was dieses System ausmacht.

Grundsätzlich: ich sehe, dass es verschiedene Anforderungen an ein Motorsystem gibt und ich meine, dass alle ihre Berechtigung haben. Selbst wenn mir DJI auch am Hinter vorbei geht gibt es für mich keinen Grund, diesem System (und anderen FP) die Daseinsberechtigung abzusprechen. Wieso aber tut sich die Anhängerschaft dieser Motoren so schwer damit zu akzeptieren, dass es für LA Systeme auch einen Markt gibt?
Ich bin kein ebike Experte, weil ich bis vor 2 Monaten nur Bio bike gefahren bin. Und hab mir jetzt ein Light assist mit bosch sx geholt, hauptsächlich weil damit auch einfach sehr steile technische Anstiege schaffen kann. Und meine Anforderung ging dabei hauptsächlich um für wirklich steile Rampen die ich sonst hätte schieben müssen.
Dji war auch gar nix für mich weil alles ausser eco modus nix mit Sport zu tun hat für mich. Und in technischen uphills echt schwer über den Pedaldruck zu kontrollieren war.

Meine Frage ist :
Wenn der Motor 200 w output liefert, kommt dass dann automatisch obendrauf zur Eigenleistung oder ist das der output des gesamten Systems also Fahrer +Motor?
 
Meine Frage ist :
Wenn der Motor 200 w output liefert, kommt dass dann automatisch obendrauf zur Eigenleistung oder ist das der output des gesamten Systems also Fahrer +Motor?
Natürlich kommt das dazu - (Eigen)Leistung soll sich ja lohnen :). Aber es kommt nicht automatisch oben drauf, sondern wächst mit der Eigenleistung, also 10 Watt Du + 200 Watt TQ wird so nicht möglich sein.
 
@Freier Reiter Die Motorleistung kommt auf die fahrerleistung obendrauf. Ein Pedelec ist ein Hybrid, Kraft aus zwei Quellen. Und je nach gewählter Unterstützungsstufe musst eben mehr oder weniger leisten um vom Motor so und so viel dazu zu bekommen, bzw bekommst eben weniger oder mehr zu deiner Leistung dazu.

Ist es beim MTB eigentlich für die Lebensdauer des Motorgetriebe gut wenn auf den Freilauf verzichtet wird?
Denk mir, beim MTB ist man eher weniger oft pedalieren oberhalb der Unterstützungsgrenze als beim Rennrad. Davon ab wird der Motor schon nicht so arg bremsen, dass das Getriebe deswegen nennenswert verschleißen wird.
 
@Orbea Warum sind da so viele Kabel im Tretlagerbereich? Kein daisy chain System, alles parallel/separat angebunden?

Edit. Okay der Motor alleine hat schon vier Kabel..
 
Spannendes Konzept.

Die Sattelstütze, die von unten angesteuert wird und an den Hauptakku angeschlossen wird ist klasse.

Dass der Motor keinen Freilauf hat ist jetzt nicht sooo sinnvoll.

Anwendungsbereiche sehe ich wenn man alleine fährt oder mit unmotorisierten sehr fitten Kollegen.

Aber wenn deine Freunde Fullpower E-Bikes fahren ist das ganze eher sinnlos.
 
Irgendwie denke ich manchmal, dass man als Kunde ständig verarscht wird.
Da wird ein "neues" System raus gebracht und alle sind ganz entzückt, weil es gehypt wird. Es ist alles "spannend und cool" aber nix ist schlecht oder noch nicht einmal "nicht so toll"... (gut, bis auf den Preis)

Dass es ein Rotwild RG375 gibt (und das schon seit ca. 4 Jahren) , das den gleichen Markt bedient, wird nicht erwähnt.
Dort eine Di2 dran, hat man ein ähnliches Rad und wenn man merkt, dass 200Watt zu wenig sind, kann man die Leistung auch noch hoch drehen und das Rad nicht gleich wieder verkaufen. (wahrscheinlich mit 50% Verlust🙈)

Klar, elektronischer Dämpfer fehlt...

Stichwort Di2: Das wird ja mit smart Shift auch voll gefeiert, gibt es aber auch schon seit Jahren von Pinion. Und wie ich meine in einer besseren Version (ja, ich habe beide)

Ich würde mir wünschen, dass man nicht immer so von dem neuen Zeug geblendet wird und sich auch mal fragt, ob neu wirklich neu ist!

Und dass orbea mit dem Rad keinen Gewinn macht, das glauben sicher die wenigsten... Die Komponenten die nicht günstig selbst produziert werden, werden von den Herstellern für einen Bruchteil eingekauft als wie dass, was am UVP dran steht.

Da es der Fahrrad Branche angeblich so schlecht geht, kann vielleicht auch mal einer damit anfangen wieder reell zu denken und in die Zukunft zu blicken.


Ja
Vielleicht ist das Rad ja richtungsweisend
Ich sehe es aber nur als logisch weiter gedacht an.

Nein
Ich würde mir das Rad nicht kaufen, sehe auch keinen wirklichen Markt dafür.


Ich habe lange überlegt, ob das oben geschriebene hier einstellen soll.
Aber dann habe ich mir gedacht, was soll's, hier wird tonnenweise Mist geschrieben, kommt es auf meinen Beitrag auch nicht mehr drauf an... 😘
 
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