Nach den ersten 2 Tagen, 1x Hausrunde mit ca. 1000hm und 35km, einen Tag im BikePark, ca. 1500hm, erstes Feedback zum M2S Motor:
Klar, die Leistung macht Spaß, ich hab die 2 größeren Ritzel noch nie benötigt, auch bei Anstiegen, wo man schon auf den Schwerpunkt achten muss, im Turbo-Modus macht auch berauf ein Uphill-Flow Trail richtig Spaß, man muss Kurven anbremsen. Ja, wenn man nicht aufpasst, geht einem das VR hoch. Ist mir schon passiert, ist der "Chefin" passiert.
Oder heute bin ich kurz nach einem Gewitter einen Hang hoch gekommen, welcher bis jetzt selbst trocken eine Herausforderung war. Alle 3 bis 4 Auffahrten muss ich nochmal neu anfahren.
Und trotzdem greift das viel zu kurz, DJI hat hier tolles Paket, das sich einfach schön, natürlich anfüllt und mit den richtigen Einstellungen auch kontrolliert fährt, halbwegs sparsam ist, umfangreich einstellen lässt, der Motor kommt dem Gefühl eines Biobikes sehr nahe.
Ich kenne, vom kurzen Radl-Tausch den Bosch CX4, Brose im Vorgänger Spezi, schon länger her, den Shimano EP800, komme vom Giant SyncDrive Pro2 (der sicher keinen hochwertigen Maßstab bietet).
Trotz wahrscheinlich schon mehr Unterstützung, hab ich min. die selbe Reichweite, wie vorher mit dem Giant + 800er Akku (aber da hatte ich noch zusätzlich einen 250Wh REX und fürn Bikepark einen 750er Zweit Akku).
500hm in ca. 30min im Trailmodus hoch, selbst im schönen GA Bereich mitgetreten, ca. 140 bis 150 Puls, also noch angenehmes treten, angenehme Geschwindigkeit, um die 15kmh herum, hat 32% Akku geschluckt.
Bei 97kg netto, mit Ausrüstung irgendwo 105 bis 110kg.
Im Turbo Modus, immer wieder nahe an der 25kmh Grenze, selbst aber auch ordentlich Gas gegeben, bis 176 Puls, die selbe Strecke in 20min hoch. Das hat dann auch "nur" 38% Akku gekostet.
Mit dem Giant hab ich mit dem 800er Akku knapp 4 solche Auffahrten geschafft, also eigentlich besser, aber mit deutlich mehr Eigenleistung. Da bin ich eher langsamer unterwegs und mit höherem Puls, also mehr Eigenleistung.
Gestern bei der Hitze war es OK, bei normalen Tagen wäre ein Wechselakku schon fein. Mit 64% SoC hab ich kurz mal das nachladen des warmen Akkus mit einer Powerstation getestet: Ca. 10min für 10%. Ladegerät hat um die 440W gezogen.
Mit niedrigerem SoC wirds schon etwas schneller gehen, trotzdem statt schnell Akkuwechseln wird man an einem Bikepark-Tag schon etwas Zeit, ne Stunde oder mehr, Ladezeit einplanen müssen.
Laut E-Bike Lab soll der Motor frei von Derating sein......kann ich leider nicht bestätigen.
Ich habs auch bei dem Motor geschafft....(war der größte Minuspunkt beim Giant, den hab ich schon tw. nach 15min, bei 20° ins Derating gebracht und ist dann richtig eingebrochen).
Kann sein, dass er vorher schon bißerl zurück geregelt hat, auf einmal war deutlich Leistung weg, ich konnte nur mehr ca. 18kmh statt 22-24kmh fahren!
Leider hab ich nicht sofort dran gedacht, in die App zu schauen.
Das hier, war ca. 2-3 Minuten später: 59° Akku und 70° Motor Temperatur.

Der Giant Motor hat bei 65° deutlich zurück geregelt und bei 75° komplett abgeschaltet.
Trotz nur ca.der halben Leistung, hat der Motor oft schon bei 10° weniger zurück geregelt oder sich gar ganz abgeschaltet.
Hier hatten wir gestern über 30°, hab den Motor knapp 20min, 500hm im Turbo stark gefordert (wie oben geschrieben, selbst auch stark mit getreten, etwas höherer Kadenz, der Motor wird schon ordentlich Leistung abgegeben haben).
Selbst mit der zurück genommen Leistung, gabs noch mehr dazu, als andere Motoren überhaupt liefern.
Wird nicht häufig eintreten und wenn, nicht so störend, wie bei anderen Motoren.
Ein Negativ-Punkt ist noch, dass mit so manchem Update auch Fehler kommen. Tw. haben die Besitzer gerade eine Meldung, es wäre ein Fremdakku montiert sei oder ich kann mir die Tourendaten in der App nicht ansehen, angeblich wäre die App zu alt, ist aber aktuell.
Aber DJI reagiert schnell, gestern gabs schon Updates, gegen das Akku Problem.
Ich hatte die Akku-Warnung auch kurz, für eine Sekunde, ging aber dann gleich wieder weg.
Auch nicht Optimal:
Das runterladen von Touren auf die App dauert ne Ewigkeit....
Leider, trotz ANT+, kein Datenaustausch mit Garmin und Co.
Zurück zum Positiven, dem Fahren:
Beim "normalen" Fahren, im GA Bereich, ist der Motor sehr leise, erst bei höherer Leistung hört man etwas mehr. Allein deshalb, fühlt es sich schon mehr nach normalen Radlfahren an.
Aber auch, wie das Pedal am Fuß klebt, wie der Motor auf die eingebrachte Kraft reagiert, einfach toll.
Mit den Standard-Einstellungen ist der Trailmodus schon etwas schwierig zu kontrollieren. Der Trailmodus bietet, ähnlich dem richtigen Automatikmodus, eine Automatik, eine variable Unterstützung. Dass ist mir dann doch zuviel, was dazu kommt, wenn man stärker rein tritt. Inkl. den langen Nachlauf, nicht so einfach, steigt das VR öfters ungewollt auf oder geht das HR durch.
Man muss sich schon bißerl damit beschäftigen. z.B. hab ich den Trailmodus auf eine fixe Unterstützung 9 von 15 möglichen Stufen, eingestellt. Nachlauf um einen Punkt weniger.
Damit fühlt sich das Ganze natürlich an, 1:1 je stärker man tritt, umso mehr Drehmoment. Dass passt nun sehr gut.
Die Varianz ist auch hier noch sehr breit, so dass man das Radl fast wie einen V8 Diesel oder Elektro Auto fahren kann: Ein Gang für fast Alles. z.B. ich fahr den Uphilltrail im 4. Gang mit leichtem Tritt im GA Bereich. Dann kommt eine ca. 10m hohe, steinige Abkürzung schon ordentlich steil. Mit dem Giant musste ich da auf den 2. Gang und Turbo, um da hoch zu kommen.
Hier reicht, ohne zu schalten, einfach stärker rein zu treten, quasi einen Sprint ein zu legen, für den nächsten Schnapper. Der Motor gibt beim stärkeren Treten auch dementsprechend mehr dazu, die Reserven hat er ja.
Wie schon früher mal geschrieben: Die hohe Leistung bedeutet, dass mit steigender Trittfrequenz die Unterstützung nicht geringer wird (Kraft x Geschwindigkeit = Leistung), d.h. höhere Trittfrequenz wird nicht bestraft, im Gegenteil. Das wird auch dem natürlichen Fahrgefühl beitragen.
Praktisch ist auch, eigene Profile anlegen zu können und die Reihenfolge selbst fest zu legen. So hab ich einen "Normal" Modus zwischen Eco und Trail. 85Nm und 750W max, Unterstützung so ähnlich wie die 2er Stufe beim Giant. Im Grundlagenbereich komme ich knapp an die 25kmh auf der Straße, ohne die Abregelung zu spüren.
Generell ist die Abregelung sehr breit, bei Tacho 26 gibt es noch immer Etwas dazu, bis 27,2 fadet es fein aus, ohne dass man eine harte "Wand" spürt.
Bei den höheren Unterstützungsstufen ist es dann natürlich schon deutlicher spürbar.
Man kann den Turbo-Modus aber auch nutzen, um sich über die 25 hinaus zu "schießen". Damit braucht man das höhere Tempo "nur" halten, nicht selbst hoch beschleunigen.
Tacho weicht mit dem Maxxis HighRoller neu, 1,8bar, ca. 5% zum Garmin GPS ab. Also ca. 1km zuwenig.
Da der Motor bis Tacho 27,2 unterstützt, dürfte das bei Gruppenfahrten gut passen.
SmoothShift ist schon praktisch, die Kettenschutz-Funktion wird die Lebensdauer, besonders bei Fahrern wie mich, die öfters mal zu spät zurück schalten, hilfreich sein.
SmoothShift ist nicht nur beim Bergab-Shredern wo man nicht treten kann, aber bald ein Gegenanstieg kommt praktisch, sondern z.B. auch, wenn man einen Hang nicht schafft, neu anfahren muss. Durch die hohe Kraft, fährt man dies 2-3 Gänge höher und passt auch, wenn man noch gewisse Geschwindigkeit hat, im Fluss bleibt
Aus dem Stand bekommt man nicht gleich soviel Kraft vom Motor, dass man mit diesen Gängen gut wegfahren kann, also zurück schalten.
Im Handbuch steht noch, dass dies nur im Schiebemodus möglich sei. Braucht es nicht. Einfach am Stand schalten, Hinterrad aufheben, schon dreht der Motor und schaltet. Irgendwie erkennt das System, das angehobene Hinterrad, genial.
Für mich ist es besonders praktisch, in meine Garage geht es bergab (und auch die ganze Zufahrt, ca. die letzten 500m), so dass ich fast immer mit einem schnellen Gang rein fahre...vergesse immer wieder, vorher beim ran rollen zurück zu schalten.
Die Schiebehilfe ist hier wirklich brauchbar. Bleibt auch drinnen, bis man 6kmh erreicht hat. Ist sogar so stark, dass man das als Anfahrhilfe nutzen kann: Aufsitzen, Taste halten, fährt los

In der Anleitung steht zwar, dass man das auf keinem Fall machen soll, Unfallgefahr....na ja.
Zusammengefaßt:
+ Kraft+Leistung im Überfluss
+ Natürliches Fahrgefühl
+ Verbrauch/Reichweite
+ Anpassungsmöglichkeiten
+ Dosierung, nach Anpassung
+ Smooth Shift + Kettenschutz
+ Brauchbare Schiebehilfe
- App nicht Fehlerfrei
- Runterladen der Touren dauert sehr lange
- Trotz ANT+ Zertifizierung, keine Kommunikation mit externen Systemen (Garmin).
- Schnellladen ersetzt einen Wechselakku nicht so wirklich.
Mag schon sein, dass bißerl die Rosa Brille beim neuen Spielzeug mit dabei ist, aber ich hoffe, halbwegs neutral geblieben zu sein.
Letztendlich, bei dem Motor wahrscheinlich umso mehr: Selber fahren, vor dem nächsten Radlkauf, probiert ihn mal aus und macht Euch selbst ein Bild. Schaut Euch aber die Einstellungen der Modi an. IMHO ist der Trail-Modus in der Werkseinstellung zu variabel und agressiv.