SRAM EX1: Die neue e-Bike Schaltung mit 8 Gängen im Test

Bit

Bekanntes Mitglied
Mein nächstes wird diese Schaltung haben, ich bin mir zwar nicht so ganz sicher wie das mit den 8-Gängen sein wird, aber die Bandbreite ist schon mal interessant und auch das Schalten unter last scheint mir, für mich, sehr interessant zu sein. Mit Glück bekomme ich meines im August.
 
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Wertungen: Ben

xspace

Aktives Mitglied
Ach die 470teuro sind doch UVP Preise, z.B kostet die XX1 464€ UVP, im onlineshop gibts die für 269€, wichtig ist eigentlich was die ganze Gruppen bei onlinehändler kosten wird
 

Bit

Bekanntes Mitglied
Ja, der Preis der Kassette ist happig, aber wenn es funktioniert dann ist es mir den Preis wert. Ich müsste ja sonst irgend etwas wie die Eagle, oder eine "Custom" Kassette haben.
Rohloff hatte ich auch mal im Auge, aber schalten unter Last ist ein Thema bei mir und mir gefällt das Gewicht am Hinterrad nicht. Zudem sind mehrere Laufradsätze mit Rohloff.. nicht so optimal. Aber Motor und ein Getriebe, das hat schon was.
 

lexle

Aktives Mitglied
Ja Last geht am ebike net wirklich, dafür kannst halt viele auf einmal..

Und mit Kettenschaltung hat das bike so seine Probleme..

Gewichtsverteilung passt ganz gut.. Vorne ist ja Akku
 

avau

Aktives Mitglied
Finde die Idee von Sram prinzipiell gut.:)
Die Kette wiegt ja so 100g mehr als die sonstigen. Die dürfte somit etwas länger halten als meine jetzige X1 am B. Perf. Die hat nach nun 1300Km bald die Verschleißgrenze erreicht. Die 10fach Shim. HGX 50 an meinem B. Classic und der meiner Frau, hielt 3500Km.
Seit Bekanntgabe der EX1 habe ich öfter darauf geachtet, welche Gänge ich schalte, und die sinnvoll für mein Fahrprofil sind. Und für mich bedeutet das, das mir die EX1 gerade in der Mitte zu grob abgestuft ist.:(
Ich hätte dann gerne eine mit mind. 9 Ritzeln. Und als kleinstest ein 12er.:D
 

elisabet

Aktives Mitglied
also die idee ist super ...der preis zu hoch ...für den preis kann man sich 3x 1x10fach mit 11-42 kaufen ....und 3 mal länger hält die sram kassette sicher nicht ....da tausch ich lieber öfter kassette und kette dafür ist es immer neu ...anstatt lange gebraucht... denn bei dem preis überlegt man 10x ob man schnell mal ne neue kassette verbaut ....ne shimano kassette mit kette kostet grad mal 50 euro ...ein neues rizel vorn 20 ...sind alo 70 euro und alles ist neu....
 

Bit

Bekanntes Mitglied
Wir fahren alle in unterschiedlichen Gegenden und haben unterschiedliche Anforderungen an unsere MTB. Ich kann den Preis schlucken, wenn dafür das System gut funktioniert und bei mir ist ein 42'er hinten, beim neuen Bike, einfach zu wenig.
 

OldMan54

Bekanntes Mitglied
In den 90 igern hatte ich vorne 3 Kettenblätter, hinten 9 Ritzel. Macht theoretisch 27 Gänge, praktisch nutzbar wegen Überschneidungen und Schräglauf der Kette ca 12≈14 Gänge. Jeder halbwegs geübte Fahrer wäre kaum auf die Idee gekommen, vorne und hinten auf dem kleinen Blatt zu fahren, vorne und hinten gross genauso wenig. Man schaltete möglichst so, dass die Kette nicht zu schräg lief.

Inzwischen sind wir bei 10 bis 12 Ritzeln hinten, vorne oft nur noch ein Blatt bzw. Ritzel (Bosch). Man spart sich den Umwerfer, den 2. Schalthebel, Kassetten mit immer größeren Bandbreiten decken das ab. Für Fullys ist die Kinematik einfacher zu konstruieren, die Kette zieht immer von der gleichen Höhe vorne. Ritzel und Ketten müssen schmäler werden, der Platz ist begrenzt. Übertrage ich die gleiche Kraft mit weniger Auflagefläche, steigt der Druck. Kann jeder einfach selbst testen, der Finger merkt ob mit dem Messerrücken oder der schmalen (scharfen) Seite gedrückt wird :p

Wer sich mal die Mühe macht, im ersten Gang die Kette anzuschauen, wird nachdenklich.
Schräglauf.jpg


Nur zum Verständnis, Ritzel, Kette etc. wurden für den Einsatz mit Menschen konstruiert, berechnet, an Motoren dachte da niemand, weder bei der Ketten-, noch bei der Nabenschaltung.

In den letzten 2 Jahren hat sich das Drehmoment der Pedelec Motoren stark erhöht, 50 Nm sind eigentlich das Minimum, 75-90, zumindest auf dem Papier, die Norm. 400 Watt treten dauerhaft wohl nicht so wahnsinnig viele von uns. Nehmen wir als Beispiel 250 Watt, dazu kommen nun ggf. ca. 500 Watt des Motors. Nominell haben die alle 250 Watt Dauerleistung, , allerdings fühlen die sich auf dem Bosch Active etwas zahmer als auf dem CX an o_O

Je nach Ausstattung kann das ausgelesen werden, da sind mitunter Systemleistungen (Fahrer + Motor) von kurzfristig über 1 KW drin.
Grob überschlagen liegt die Belastung für Kettenblatt, Kette und Kassette schnell beim 3 fachen der „normalen“ Belastung durch rein biologischen Antrieb.
Material das ständig am Limit gefordert wird, geht entweder kaputt oder verschleißt sehr schnell.
Überhaupt kein Problem in 1000 Kilometer Kassette und Kette zu schrotten.

Ein Blick in die Preislisten lockt keine Begeisterungsschreie hervor, manche Motorräder sind günstiger im Unterhalt.:confused:

Was tun? Kombinationen wie das Pinion Getriebe funktionieren bislang nur mit Front- oder Heckmotoren, die können aber langsame Geschwindigkeiten am Berg nur bedingt ab.
Als Tourenradler ist Rohloff, am besten mit Zahnriemen sicher die erste Wahl, wenn auch nicht gerade billig. Es gibt eben keine Nabenschaltung auf dem Markt, die sich unter Last schalten lässt, auch NuVinci nicht.

SRAM bringt nun die EX1, wird beworben als erste Schaltgruppe speziell für emtb`s.
Was steckt dahinter?

Bilder ©SRAM
EX1-1.jpg
EX1-2.jpg
EX1-3.jpg

Im Vergleich zur „normalen“ 11 fach sind die Gangsprünge deutlich größer, die Übersetzungsbreite deckt 436% ab, bei 11 fach 420%.
XX1-1.jpg


Es scheint so, als ob die Gruppe Richtung Bosch zielt, mit der EX1 kann in Kombination mit 14 er Ritzel vorne, eine ähnliche Bandbreite wie z.B. mit einem Speci Levo abgedeckt werden. Das war vorher nicht möglich, konstruktiv ist durch die 2,5 fache Übersetzung im Bosch bei rechnerisch 35 Zähnen vorne Schluss (Levo 32). Ein Nachteil soll nicht verschwiegen werden, im 1. Gang hängt die Schaltung schon tief.

Ein geklautes Bild aus dem Forum
EX.jpg


Levo im Vergleich
Schaltung.jpg


Die deutlich größeren Gangsprünge zielen auf das Fahren mit (hoher) Unterstützung ab, sonst wären die Stufen etwas heftig. Es kann nur noch Gang für Gang geschaltet werden, dass Überschalten unter hoher Last ist nach Meinung von SRAM mit verantwortlich für Kettenrisse, erhöhten Verschleiß. Die Kassette baut in der Breite wohl schmäler, was der Kettenlinie zugute kommt. Die 8 fach Kette dürfte robuster als 10-12 fach sein, vermutlich sind auch die Ritzel etwas breiter bzw. dicker.

Bin die Kombo noch nicht gefahren, ob sie wirklich besser (weicher) schaltet als die bisherigen Spitzengruppen, wird sich zeigen.

Spannend bleibt auch die Frage, wie wirkt sich das auf die Standzeit (Lebensdauer) von Kassette und Kette aus.
Meine Kette nach 1000 km (Shimano XTR)
Kette 1000 km 4.jpg
Kette 1000 km 5.jpg


Resümee:

Shimano geht den Weg der Elektronik mit Steps, DI2 Schaltung, SRAM versucht einen anderen Lösungsansatz. Das ist erfreulich, immerhin wurde das Problem erkannt.

Klar muss auch sein, wer sehr viel mit niedriger Unterstützung fährt, sollte gut testen, ob er mit den deutlich größeren Gangsprüngen klar kommt.

Positiv für die Bosch Fahrer, endlich ist eine wirklich bergtaugliche Übersetzung ohne Tricks bald käuflich.
 

SEB92

Mitglied
Ich bin einen Großteil der Testrunde mit der EX1 im Tour-Modus gefahren und empfand die Gangsprünge durchaus als angenehm und nicht zu groß. Das ist aber natürlich eine Sache die viel mit der persönlichen Vorliebe und dem Einsatzbereich zu tun hat.

@OldMan54 Schöne Zusammenfassung. Ich hoffe demnächst auch den Shimano-Antrieb testen zu können, um den direkten Vergleich zu haben und auch darüber zu berichten. Deutlich weicher und leiser als bisherige Spitzengruppen schaltet die EX1 nach meinem ersten Testeindruck definitiv. Ob die Lebensdauer dadurch wirklich höher ausfällt, muss sich natürlich noch zeigen.

Es bleibt zu hoffen, dass der Straßenpreis für die Kassette deutlich unter der UVP von 450 € liegen wird.
 
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