Insolvenzen in der Bike-Industrie: Gibt es Licht am Ende des Tunnels?

Kann aus Händler Sicht nicht wirklich etwas sagen, dazu bin ich zu wenig im Game.
Ich denke aber, dass bei vielen einfach falsch Gewirtschaftet wurde.
Corona kam, der Boom ging los und es wurde bestellt wie verrückt. Die Räder wurden den Händlern ja praktisch aus den Händen gerissen. Preise konnten utopisch hoch angesetzt werden.

Wer konnte ahnen, dass das nicht so bleibt.....
Ein Stückweit selbst Schuld.
Wenn bestellt wird wie verrückt, nicht alles geliefert werden kann weil die Nachfrage höher als das Angebot ist, dann laufen die Lager mit der zeit halt voll.

Nun sind alle wieder auf dem Boden der Tatsachen.
Der Boom ist vorbei, die Lager voll, und es wurde wahrscheinlich zu sehr hohen Kosten eingekauft sodass Preisnachlässe weh tun.
Folglich schießen Insolvenzen aus dem Boden und die ganze Rad Welt ist am weinen.

Evtl. sollte der ganze Preisapparat in der Zukunft mal überdacht werden.
High-End eMTB`s zu dessen Preisen man teilweise schon kleine Elektro Autos bekommt.
Motorräder sowieso. Wo ist da das Verhältnis?

Ich denke wir sind noch nicht am ende.
Da wird noch eine deutlich größere Pleitewelle anrollen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Nö, denke da ist nix vorbei. Wenn die Überproduktions/Bestands Kriese überstanden ist haben wir weiterhin eine übel hohe Inflation & Chinesische Hersteller die sich aus ihrer OEM Ecke erheben (Litecarbon z.B. - und das ist erst der Anfang) und in den Markt drücken.
Ich sehe da auf Absehbare Zeit keine Besserung.
 
Evtl. sollte der ganze Preisapparat in der Zukunft mal überdacht werden.
High-End eMTB`s zu dessen Preisen man teilweise schon kleine Elektro Autos bekommt.
Motorräder sowieso. Wo ist da das Verhältnis?

Ich denke wir sind noch nicht am ende.
Da wird noch eine deutlich größere Pleitewelle anrollen.
Da bin ich komplett bei dir, die Preisschraube ist vollkommen überdreht.
Wenn ich beispielsweise bei Canyon € 149,- für die Bikeübergabe bezahlen soll,
dann hat die Bikebranche vollkommen die Kontrolle über ihr Handeln verloren.
Die Campingbranche schwächet auch extrem, weil man in der Boomzeit einfach voll
überzogen hat.
Sollte mal das Bikeleasing weg fallen, dann ist es komplett aus......
 
Da bin ich komplett bei dir, die Preisschraube ist vollkommen überdreht.
Wenn ich beispielsweise bei Canyon € 149,- für die Bikeübergabe bezahlen soll,
dann hat die Bikebranche vollkommen die Kontrolle über ihr Handeln verloren.
Die Campingbranche schwächet auch extrem, weil man in der Boomzeit einfach voll
überzogen hat.
Sollte mal das Bikeleasing weg fallen, dann ist es komplett aus......

Oberhammer! :cool:
Wenn ich ein neues Bike beim Händler vor Ort kaufe, und dafür sowieso schon horrende Preise zahle, erwarte ich dass das Teil komplett montiert und auf mich eingestellt ist / wird. Dafür noch 150€ zu verlangen ist einfach nur dreist. Insbesondere für lächerliche Einstellungen wie Sattel und Lenker.
Wenn Job Bike Leasing weg fallen sollte, bricht alles zusammen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Drüben im gelben Forum wird viel geschrieben über diesen Beitrag. Danke, guter Artikel.

Mich erstaunt, dass es Stand heute nicht noch mehr Marktbereinigung gibt. Neue Investoren oder privates Kapital, um gescheiterte Unternehmung wiederzubeleben? Nope, der falsche Weg. Das verzögert nur, um zu einem neuen Gleichgewicht aus Nachfrage und Angebot zu kommen.

Habe ich Schadenfreude (bzw. frage ich mich selbst: Bist Du gerade ein schlechter Mensch?)? Nö, nix da, ich bin Bike-verrückt und muss ständig kaufen, demnach wurde und werde ich genug geschröpft.

Wir sind positiv und negativ gleichsam betroffen. Man profitiert von sehr frühen, hohen Rabatten selbst bei neu am Markt platzierten Komplettbikes (absolute Ausnahme ist Heißerscheiß irgendwas mit Avinox), oder surreal anmutenden, niedrigen Komponentenpreisen für aktuelle Serien. Andererseits, versuche mal heutzutage was privat zu verkaufen. Am besten noch Bio-Bike aus dem überbordenden Hobbykeller? Vergiss es. Ich weine deswegen nicht leise, nein, ich weine laut deswegen und es schmerzt.

Selbst bei Vinted für Klamotten zB, bei Kleinanzeigen für anderes Hobby-Zeugs, bei 2 bis 3 Jahre alten E-Autos oder Hybriden und und und, Preisverfall allenthalben!! Und eines ist doch wahr: Die (negative) Freisetzung kommt doch erst doch noch, in der der EU, in DEU. Sprich, das heißt, die Leute, die noch Geld übrig haben für Hobby und Luxus und Konsum, die entfallen doch jetzt erst beginnend?? Meine These also: Das wird noch viel krasser. Da bricht, verfällt demnächst, die nächsten 2 bis 5 Jahre noch soviel mehr!

Will heißen, ein paar Thesen:
  • Liebgewonnene Bike-Marken werden verschwinden. Auch solche, die wir gar nicht auf dem Schirm haben!
  • Marktbereinigung (aus VWL Sicht zu begrüßen) wird sich nichtsdestotrotz verzögern. Aber das kommt gewaltig. Ein paar Exoten mit exklusivem Standing überleben (Yeti zB?), der Rest wird überrollt und platt gemacht --- zumeist durch und bei chinesischen Produkten, die mindestens gleichwertig in der Performance sind/sein werden, aber preislich nicht zu unterbieten sein werden.
  • Insolvenzen? Das Heute ist nur der Anfang!
  • Als Käufer (der noch Geld fürs Hobby hat) werde ich noch ein paar Jahre günstigste Preise erleben dürfen. Yeah! Freu.
  • Als Privatverkäufer bekomme ich graue Haare (check, kein Prob: mehr geht ja nicht mehr bei mir).
  • Du investierst am besten in Sachwerte, wenn Du ein wenig Kohle über haben solltest und ZEIT! hast. Ansonsten helfe Dir Gott (keine Blasphemie, ich bin gläubig!) , oder der deutsche Sozialstaat - was auch immer zukünftig davon übrig sein sollte.
Ich war nie Unternehmer! Meine Leichtigkeit ist diejenige, diese Verantwortung am Markt als Hersteller oder als Händler ---eben, nicht getragen zu haben. Leid macht es mir ggüber guten Modellen (sprich: klasse Produkten) und Mitarbeitern, wenn es nicht klappt. Ich bin nur belesen und versuche, am Wind zu bleiben (meine privaten Finanzen und Entscheidungen dazu).

Ketzerei und goldene Regel: der schlaue Unternehmer verkauft/hört auf, solange die Bücher noch schwarze Zahlen tragen? Diesen Punkt zu erkennen, ist eine Kunst. Der Vollzug zu diesem Zeitpunkt ist eine noch sehr viel größere Kunst.
 
Zuletzt bearbeitet:
Wenn ich beispielsweise bei Canyon € 149,- für die Bikeübergabe bezahlen soll,
Inzwischen haben die auf 99€ reduziert... da liest jemand den Chat ;-)
allerdings finde ich es auch frech, dass man mehr bezahlt als Versand.

Ich werde auch mein 2023 EMTB länger fahren...Ich hab es zu Absoluten-Corona-Preis-Spitze geleast ohne Preisnachlässe und in der Zeit einige Komponenten Upgrade verpasst. Verkaufen kommt nicht in Frage wegen der Marktnachfrage... und nur wegen einen neuen Motors mit noch mehr Power als mein EP801 mit 660W, werde ich es nicht tauschen da ich eh Abfahrt orientierter Fahrer bin und auf Sachen wie Trail-Performance, Fahrer-Position und Steifigkeit des Rahmes mehr wert lege als reine Power des Motors... und da taugt mir mein 23 Spectral:On absolut. Auch Sachen wie Akku-Entnehmbarkeit oder Schrauber-Freundlichkeit und Bauteil-Replacement ist mir absolut wichtig... und da Entwickeln gerade die Hersteller gegen die Kunden. Ich verstehe warum... die sind halt getrieben davon das "leichteste" EMTB zu bauen um ein Alleinstellungsmerkmal zu haben... auch von der Presse getrieben....weil sonst keine Objektiven-Punkte mehr gibt, wenn man sich anschaut die Masse an (E-)MTBs.... alle sind ähnliche Viergelenker (weil Kinematik simpel /optimal), alle mit gleichen Komponenten (SRAM , Shimano,) und Fahrwerken ( FOX oder RS), alle gleiche Rahmenformen...

Wie wäre das mit Reperierbarkeit des Motor-Systems oder des Akkus... einen neuen Rahmen brauche ich nicht alle drei Jahre.... dass wird halt nicht gewollt, da sonst die Hersteller keine neuen Bikes alle drei Jahre verkaufen würden... Es muss halt neuer Motor her... Stärker, Besser, Leichter, ... und halt automatisch teurerer (sobald die Corona-Blase abgeschrieben wird)...

Ob die Kunden das noch lange mitmachen? Na ja solange Firmen-Bikeleasing (Jobrad und Co) wird das noch ein Weilchen gut laufen für Volumen-Marken (sieht man an Auto-Markt)... die kleinen/mittleren Bike-Unternehmen werden Straucheln..
 
Ich sehe das ähnlich gelagert wie in der Automobilindustrie.

Die großen Player der Branche werden sich mittelfristig mit immer mehr Konkurrenz aus Fernost konfrontiert sehen. Einfach das Spiel weitertreiben und ohne ernsthafte Innovation die Preise steigern, in Kombination mit abnehmender Qualität und Service, wird nicht funktionieren.
Die Mitbewerber sind mittlerweile in Sachen Qualität und Service locker auf Augenhöhe und technologisch teilweise sogar mit ganz vorne dabei.

Aus meiner Sicht gilt für beide Branchen: Die hohen Preise werden sich nur im Ansatz so halten lassen, wenn mit entsprechender Technologie, Qualität und Service geliefert wird. Zurücklehnen und mit einer gewissen Überheblichkeit über vermeintliche Billigprodukte aus China zu lächeln, wird sicher schiefgehen.

Nachtrag: Bei mir selbst ist es zuletzt ein Amflow geworden. Ich war ganz und gar davon überzeugt ein Santa Cruz oder Specialized zu kaufen aber Amflow hat am Ende überzeugt. Bis jetzt bin ich sehr Happy mit dem Bike und der Entscheidung. Dazu muss ich ergänzen, dass ich selbst sehr skeptisch gegenüber dem Bike war.
 
Zuletzt bearbeitet:
In der Automobil Welt versteht man es ja so langsam..
Auch die deutschen Hersteller. VW bringt jetzt den ganzen neuen ID Polo (vollelektrisch) für 25.000€.
Hoffen wir, dass es weiter in diese Richtung geht.

Allerdings geht man in der Automobilindustrie auch mehr und mehr auf ein Agentur Modell über, wo der Hersteller den Preis bestimmt und der Händler nur noch ausliefert, Provision bekommt und den Service macht.

Und gerade der neue ID Polo ist doch ein Synonym für Stillstand. Von innen extrem altbacken. Als ob er 15 Jahre alt ist.
Dann wollte man den modernen Autos mit großen Monitoren nacheifern und überfrachtet das Lenkrad mit 5000 Tasten.
Ich halte davon nichts. Da ist unser E Mini nen ganz anderes Level.
 
Ketzerei und goldene Regel: der schlaue Unternehmer verkauft/hört auf, solange die Bücher noch schwarze Zahlen tragen? Diesen Punkt zu erkennen, ist eine Kunst. Der Vollzug zu diesem Zeitpunkt ist eine noch sehr viel größere Kunst.

Deshalb kann es hilfreich sein, wenn ein Investor das Sagen hat. Anders als ein Veloverliebter/verblendeter Firmenlenker hat ein Investor nur Geld aber keine Emotionen investiert. Das macht es leichter, das Ende rechtzietig einzuläuten.
 
Wenn ich beispielsweise bei Canyon € 149,- für die Bikeübergabe bezahlen soll,
dann hat die Bikebranche vollkommen die Kontrolle über ihr Handeln verloren.
Lass es Dir schicken, es ist ein Direktversender.

Wenn Du außerhalb der Reihe tanzt und einen zusätzliches kostenpflichtiges Angebot in Anspruch nimmst, dann bezahlst halt dafür.

Fertig, der Preis ist dir vorher bekannt, die beinhaltete Leistung auch.

https://www.canyon.com/de-at/kundenservice/versand-lieferung/collect-and-ride.html


Sich darüber auf einer Online Plattform aufzuregen ist mehr als lächerlich.
 
Zuletzt bearbeitet:
Zurück