e-MTBs in freier Wildbahn - Bilderthread

Im NĂŒrnberger Wald verfahren 😆.

IMG_0920.jpeg
IMG_0918.jpeg
IMG_0917.jpeg
 

Anzeige

Re: e-MTBs in freier Wildbahn - Bilderthread
Der Herr @orangeknuckles und ich wollten eine entspannte kleine Runde drehen, um einige Dinge zu ĂŒberprĂŒfen, die man nur ab ca 67 km und guten 1.000 Höhenmetern feststellen kann.
Geht das mit einem schon leicht ergrauten 600 Wh Akku?
Was sagt das wohlstandsverwöhnte Sitzfleisch zu solch einer Distanz?
Herr Orange, dessen Orientierungsvermögen ich hier ausdrĂŒcklich loben muss, hat er doch die ganze Tour ohne nennenswerte Hilfe moderner Technik aus dem Kopf abgerufen, und ich wollten es ausprobieren.
Interessant waren jedoch die Antworten auf Fragen, die wir gar nicht gestellt hatten, wie zum Beispiel:
Scheissen Schafe wirklich den ganzen Grund, auf dem sie stehen, voll?
Taugt eine Big Betty im Schmodder bergauf?
Aber der Reihe nach.
Ein erster Blick in den Himmel zeigte uns, dass die ErderwĂ€rmung bei den ganzen Klimaklebern hier in Deutschland eingeknickt ist und fortan in anderen LĂ€ndern Überzeugungsarbeit zu leisten versucht.
Nun denn, auch im Regen lĂ€sst sich ja Fahrrad fahren, die Älteren unter uns kennen es noch vom Radweg in die Schule, der war auch oft verregnet und die Eltern hatten keinerlei Skrupel, ihre LendenfrĂŒchte ins Nasse zu entsenden.
Energisch trat ich also in die Pedale, um dem Herrn Orange zu folgen; selbiger war bereits mit seinem mit Viermillionenwattstunden ausgerĂŒsteten und mit einem zusĂ€tzlichen Rangeextender, unbekannter, aber sicher enormer KapazitĂ€t, versehenen Elektrofluxkompensator bereits etwas enteilt.
Bei mir waren heute die altersschwachen Körnchen in meinen Beinen gefragt, die nÀmlichen sollten mir behilflich sein, die angedachte Distanz mit meinem mickrigen 600 Wh Akku zu schafffen.
So ganz traute ich meinen beiden Gehhilfen nicht ĂŒber den Weg und so testete ich gleich die Tragtoleranz meiner RĂŒckenmuskulatur mit, indem ich den Zweitakku in meinem Rucksack mitnahm. Eine Trinkblase, Regenklamotten und ein belegtes Brötchen, zubereitet von der besten aller Ehefrauen wo gibt auf Welt, leisteten dem Ersatzakku auf meinem RĂŒcken Gesellschaft.
Herr Orange war durch einen grippalen Infekt stark geschwÀcht. Wie wir MÀnner ja wissen, enden grippale Infekte bei uns stets mit dem Tod, daher ist das Geleistete von Herrn Orange hoch anzurechnen!
Sodenn, nach wenigen Kilometern bergauf versuchten wir uns am ersten Uphill Trail des Tages. Er begann recht unterhaltsam, entwickelte jedoch im weiteren Verlauf eine sehr matschige Note, garniert mit nassen Wurzeln sowie interessanter StreckenfĂŒhrung.
Ich fĂŒhre ja, neben meiner Ehefrau, noch eine Zweitbeziehung mit einer jungen, griffigen Dame, nennen wir sie der Einfachheit halber und weil sie gern markige Statements setzt, Big Betty. Nun haben weibliche Bettys hin und wieder ihre Tage und zeigen es einem dann auch durch exzessives Anderssein.
Bin ich normalerweise von meiner Betty einen zuverlÀssigen Grip in allen Bereichen gewohnt, wollte die Prinzessin auf der Erbse heute einfach nicht performen.
Sie drehte durch, stÀndig.
Sobald meine Betty ein kleines StĂŒckchen Morast oder eine nasse Wurzel sah, zog sie ihre Stollen ein und verwandelte sich in ein fieses StĂŒck Schmierseife aus dem Herrentrakt des FrauengefĂ€ngnisses zu Aichach.
Der Herr Orange wiederum war bewaffnet mit Gripmonstern der Kategorie Traktor Attack 5000, hergestellt von Michelin und die französische Mutter taufte sie eWild.
WÀhrend meine Betty ihre Tage hatte und fortwÀhrend durchdrehte, stampften die Michellen bergauf, als wÀre es eine trockene Teerstrasse.
Ich verlor den Anschluss und spÀter die Fassung.
Der Herr Orange versuchte mir anhand der Stollenform den Unterschied zwischen Betty und eWild zu erklÀren, doch war ich sicher, dass meine Betty einfach nur unpÀsslich war.
Dieses Schauspiel wiederholte sich nunan stĂ€ndig. Da es im Wald selten trocken war, musste ich in jedem Bergauftrail der französischen Übermacht Tribut zollen und kam stets als Zweiter oben an, schlecht gelaunt versteht sich.
Zur Tourhalbzeit wagte ich einen kurzen Blick auf den Akkustand: Noch 70 Prozent.
Sehr gut, meine Beine brannten zwar, weil ich alles mit zwei Stufen weniger UnterstĂŒtzung nahm, als sonst, aber es zahlte sich aus.
Der Akku von Herrn Orange zeigte noch 100 Prozent an, kein Wunder, wenn man einen Atomreaktor im Rahmen hat.
Nachdem ich mich mit der launenhaften Betty endlich abgefunden hatte, begann es zu regnen. Schon toll, hatten wir schon so lange nicht mehr.
An dieser Stelle sei erwÀhnt, dass der Dauerregen die Flora, speziell die bodennahe, enorm dicht und hoch wachsen gelassen hatte.
Eine ĂŒber zwei Meter hohe Brennnessel sieht man nicht alle Tage, sehr viele davon sind schon Ă€ußerst ungewöhnlich.
Die von uns befahrenen Trails waren unter dem Dickicht natĂŒrlich ĂŒber zwei Meter breit, aber gesehen hat man davon freilich nix.
Im Gegenteil: Plötzlich ein kurzer Schrei und schon polterte Herr Orange ĂŒber einen Baumstamm, der unbesehen im grĂŒnen Pflanzenmeer lag. Sturzfrei, zum GlĂŒck, doch es war knapp.
Wir beschlossen eine Pause an einer Kneippanlage einzulegen, sie erschien uns altersgerecht.
Bis dahin begegnete uns kein Mensch.
Erst, als ich mich kurz umdrehte, um mich zu erleichtern, fuhren zwei Radler vorbei.
Murphy's law...
GlĂŒcklicherweise begannen die Trails nun eher bergab zu zeigen und die Betty zickte in dieser Himmelsrichtung weit weniger herum, als bergauf.
Wir enterten einen feinen Trail und liessen es ordentlich laufen, trotz Matsch und Ästen.
Auf einmal bremste Herr Orange stark ab und blieb stehen.
Vier Zentimeter dahinter machte mein Bike einen Stoppie und ich große Augen.
Der Trail war von einer beeindruckend großen Herde Schafe blockiert, die sich der Graserei hingaben.
Ich setzte meinen Fuß auf den Boden und trat direkt in Schafscheisse hinein.
Bei Herrn Orange war es nicht anders, wie ich an seiner ungewÀhlten Wortwahl erkannte.
NatĂŒrlich konnten wir nicht einfach durch die Herde radeln, also grĂŒssten wir die Schafe höflich, schoben die RĂ€der durch die Herde und traten mit jedem Schritt in Schafkacke.
Logischerweise jauchten sich auch die Reifen unserer FahrrÀder ordentlich ein.
Beim anschließenden BergabstĂŒck hielt ich grossen Abstand zu meinem Vordermann, denn seine Reifen schossen mit exkrementaler Munition.
Es kam, wie es kommen musste, der Schafsweidezaun versperrte uns das Weiterfahren und wir können uns im Nachhinein beide beim SchĂ€fer bedanken, dass er noch keinen Strom angelegt hatte, denn wir mussten beim DrĂŒberklettern ein stark im Zaun verfangenes Pedal befreien.
Noch dazu klatschte der Zaun beim DrĂŒberkraxeln ungebremst in meinen Schritt.
Nicht auszudenken, was ich daheim fĂŒr einen Ärger bekommen hĂ€tte, wenn ich mein Liebespaket am Zaun bewusstlos getasert hĂ€tte.
ErwÀhnte ich, dass es wieder anfing zu regnen?
Leicht angefeuchtet erreichten wir nach vier lebhaften Stunden unser Ziel.
Wie ĂŒblich eine tolle und unterhaltsame Tour.
Nun fehlen noch die Antworten auf die eingangs gestellten und nicht gestellten Fragen.
Ging es mit einem Akku?
Ja, auch wenn meine Oberschenkel jetzt beleidigt sind. 20 Prozent Rest stand auf der Uhr. Ich bin zufrieden.
Ging es mit dem Sitzfleisch?
Ziemlich gut sogar.
Scheissen Schafe alles voll?
Ja!
Taugt die Big Betty im Schmodder bergauf?
Nein!
So, hier ein paar Fotos:

photo-output.jpeg

Das Bild stellt den Dschungel nur unzureichend dar, durch den wir uns kÀmpfen mussten.

IMG_1612.jpeg

Eine Machete dabei zu haben, wÀre sicher nicht schlecht gewesen.

IMG_1635.jpeg

Haigerloch von oben

IMG_1630.jpeg

Nochmal Haigerloch, aber mit Kreuz.

photo-output.jpeg

Kreuz mit zwei Posern.

IMG_1615.jpeg

Wir sind beide Veganer, aber ich nur in Teilzeit.

IMG_1623.jpeg

Hier versuche ich, an der Kneippanlage das Gleichgewicht zu finden.

photo-output.jpeg

Hier der Versuch von Herrn Orange.

photo-output.jpeg

Geschafft!

IMG_1618.jpeg

Dem Herrn Orange erschien diese Sitzhaltung sicherer.
 
ZurĂŒck