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Shimano SH-AM903 MTB-Schuhe im Test
Beste Wahl für Enduro-Fahrer?

Shimano SH-AM903 Schuhe im Test: Seit November vergangenen Jahres steht die neuste Variante der Shimano MTB-Schuhe zum Kauf bereit. Wir haben den robusten Klickschuh mit dem praktischen Schnellschnürsystem – versteckt unter einer großen Zunge – nicht geschont und sie über viele Monate intensiv für euch getestet. Hier gehts zum Test der Shimano SH-AM903.

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Shimano SH-AM903 – Infos und Preise

Im November letzten Jahres präsentierte Shimano die Neuauflage seines Klassikers – der SH-AM-Serie. Auch wenn AM für All Mountain steht, ist der hier getestete Klicksystem-Schuh primär für Enduro und Downhill-Fahrer*innen konzipiert worden, welche dabei am liebsten fest verbunden mit dem Pedal attackieren wollen. Um diesem Zweck gerecht zu werden, verfügt die neuste Version namens Shimano SH-AM903 weiterhin über eine stabile Zehenbox, robustes Außenmaterial sowie einen hochgezogenen Knöchelbereich. Features, die euch vor Verletzungen sowie Schmutz und Wasser bewahren sollen. Erhältlich sind die schlichten MTB Schuhe in den Größen 38 bis 48, hierbei kann man zwischen zwei Farben wählen – Schwarz und Navy. Preislich liegt der AM-903 in der gehobenen Mittelklasse und kostet 159,95 €.

# Der aktuelle Shimano SH-AM9 - ein MTB-Schuh fürs Grobe im schlichten Design zum Preis von 159,95 €.
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Im Detail

Der neue Shimano AM9 verfügt über eine vor Staub & Nässe schützende große Zunge, die das praktische Shimano-Schnellschnürsystem verdeckt. Im Vergleich zu seinem Vorgänger (hier gehts zum Shimano AM9 im Test) wurde der Ristriemen nochmals verbreitert, um noch mehr Sicherheit und Halt im Schuh zu generieren. Um mit der Modellpalette des 2022er-Modells eine größere Bandbreite an Fußformen abdecken zu können, gibt es zudem einen neu geformten Leisten.

# Die große Zunge und der praktische Ristriemen verdecken spritzgeschützt das Shimano-Schnellschnürsystem. - auch in gut 12 Monaten Testeinsatz konnten wir das System nicht zur Aufgabe zwingen.

Dazu gesellen sich ein erneut überarbeiteter Pedalkanal für einen verbesserten Stand (auch ohne mit dem Pedal verbunden zu sein) sowie erleichterten Einklick-Verhalten, auch wenn es mal wild zugehen sollte auf dem Trail. Ein neues Blockprofil im Zehen- und Fersenbereich soll für verbesserten Grip beim Gehen oder Schieben sorgen. Auch der Schutz kommt nicht zu kurz: mit dem bekannten asymmetrischen gepolsterten Knöchelbereich und der verstärkten Zehenkappe ist man für möglichen Fels- und Wurzelkontakt gewappnet.

# Gut zu erkennen: Der hochgezogene Knöchelschutz am Schaft.
# Die Sohle mit integriertem Pedal bzw. Cleat-Kanal kann mit Grip und einwandfreiem Einklickverhalten punkten.

Die Außenhaut des Gravity-Schuhs besitzt eine wasserdichte Beschichtung, die den Fuß – mal abgesehen von der Belüftungsöffnungen – vor Wassereindrang schützen soll. Wenn wir schon beim Thema Zugluft sind: Der AM903 verfügt über perforierte Bereiche an der Innen- und Außenseite sowie auf der Zehenbox. So soll man auch bei sommerlichen Temperaturen nicht das Gefühl einer Fuß-Dampfsauna bekommen und sich stattdessen über ein angenehmes Schuhklima freuen.

Auf dem Trail

Trotz der Namensgebung „AM“ für All Mountain gehört der AM903 definitiv in den Bereich Enduro oder gar Downhill. Während des Testzeitraums wurde der Schuh absolut nicht geschont und bei jedem Wetter eingesetzt. Ob beim entspannten Trailride, mehrtägiger Bikepark-Hatz oder feuchtfröhlichem Enduro-Rennen – dieser Schuh hatte es definitiv nicht leicht.

# Der Testzeitraum umfasste gut 12 Monate, in denen der Schuh nicht geschont wurde - der AM903 kam bei so ziemlich jedem Radfahrereignis zum Einsatz.

Beim Hineinschlüpfen wird man zunächst mit dem Speed-Lacing-System samt Ristriemen konfrontiert. Dies stellt jedoch keinerlei Hürde dar, denn das einfache und praktische System funktioniert absolut narrensicher und lässt eine optimale Anpassung an jeden Fuß zu. Der nun etwas breiter ausgeführte Ristriemen gefällt und macht einen sehr stabilen Eindruck. Das Innenleben des AM903 ist bequem und bietet auch bei den 48er-Quadratlatschen des Testers noch Platz für ein zweites Paar Socken. Daran war bei Shimano-Modellen vor 2018 absolut nicht zu denken.

# Das aktuelle Modell kann als gelungene Weiterentwicklung zum Vorgänger betitelt werden …
# Generell ist das AM9-Modell seit 2018 etwas gewachsen und muss nun nicht mehr 1–2 Größen größer bestellt werden.

Sobald die gewählten Cleats montiert sind (wir kombinierten den Schuh mit klassischen Shimano DX-Pedalen) und man sich in Richtung Pedal bewegt, wird man mit einem wirklich angenehm definierten Einklick-Gefühl bezirzt. Der Schuh sitzt angenehm straff und gibt ein direktes und klares Feedback vom Pedal bzw. vom Einrasten. Der lange Cleat-Kanal sorgt dafür, dass auch weit in Richtung Fußmitte orientierte Positionen auf dem Pedal eingenommen werden dürfen. Auch ohne eingerasteten Cleat steht man (abhängig vom Pedal) sehr stabil und sicher. Die Sohle kann vielleicht nicht mit dem ultra-klebrigen Five Ten-Pendant konkurrieren, dennoch gab es hier keinerlei Punktabzüge unsererseits.

Auch abseits der Pedale überzeugt der AM903 mit einem hohen Tragekomfort und bewies sich sogar auf so mancher ausgearteten Tour als (bedingt) wandertauglich. Das neu ausgelegte Blockprofil im Zehen- und Fersenbereich verzahnte sich stets zuverlässig mit dem Untergrund.

Die Sohle wird mit einem Shimano-Steifigkeitsindex von 5 angegeben – das steifste Offroad-Modell SH-XC902 der Japaner liegt im Index bei 12. Dennoch würden wir dem Schuh eine absolut ausreichend steife Sohle attestieren, insbesondere für den angedachten Einsatzbereich auf dem Enduro-Bike oder im Abfahrtssektor. Denn selbst in der Größe 48 – bei der die Steifigkeit durch die schiere Länge der Sohle schon relativiert wird – haben wir uns zu keiner Zeit mehr Support vom Fußbett gewünscht. Auch wenn nach einigen Monaten die Steifigkeit etwas nachgelassen hat.

# Auch der quadratlatschige Tester mit rund 100 kg Lebendmasse konnte sich bis zum Schluss nicht über den Support des Schuhs beschweren.
# Die Sohle überzeugt mit hervorragender Festigkeit und gibt die eingeleitete Energie ohne nennenswerte Verluste in den Antriebsstrang weiter.

Auch in Bezug auf die Außenhülle kann man nur wenig Negatives berichten. Das Material ist robust und widersteht Wasser und Schlamm, ohne sich groß beeindrucken zu lassen. Die große Zunge schützt das Schnellschnürsystem vor Schlamm und Staub und hält gleichzeitig das Wasser zuverlässig draußen. Es dauert eine Weile, bis Nässe in den Schuh eindringt – wenn es doch passiert, dauert es allerdings auch etwas, bis der vollgesogene Schuh wieder trocken ist.

# Alt vs. neu - auch wenn man ihm die 12 Monate definitiv ansieht, die Funktion ist weiterhin gegeben.

Durch die partiell perforierte Außenhaut darf der Fuß auch etwas atmen und kommt dabei bei sommerlichen Temperaturen nicht in Hitzenot. Es gibt sicher besser belüftete Schuhe, aber der AM903 ist uns bei Temperaturen über 25 Grad nie negativ aufgefallen. Im Winter können die vielen Belüftungslöcher schon mal dazu führen, dass ein zweites Paar Socken oder sogar eine Heizsohle zum Einsatz kommt. Allerdings sprechen wir hier von nasskalten Temperaturen zwischen -2 und 5 Grad. Shimano bietet mit dem AM903 also keinen Winterschuh an.

Und wenn es einmal richtig schmutzig zur Sache geht, verlangt einem die glatte Oberfläche des Außenmaterials nur einen kurzen Lappenschwinger ab und der Schuh sieht wieder aus wie neu. Somit ist der AM903 – der ohne spezielle Applikationen oder Stoffeinsätze auskommt – schnell geputzt und wieder einsatzbereit.

Noch eine Randbemerkung zur Kompatibilität und Haltbarkeit des aktuellen AM903-Modells: Primär wurde auf den erwähnten Shimano DX Pedalen getestet. Hier passt der Schuh wie Topf auf Deckel und es gab keinerlei Beanstandungen. Auch die bereits getesteten
Nukeproof Horizon CS Trail-Klickpedale funktionierten einwandfrei in Kombination mit dem AM903. Lediglich eine reibungslose Verbindung mit den Time Speciale 12 stellte sich als kompliziert dar, hier scheint der Einrastmechanismus nicht optimal mit Sohlenform bzw. Cleat-Position zu harmonieren.

# Intensive Nutzung über ein Jahr hinterlassen Spuren …
# … die Shimano-Sohle wie auch die Cleats stehen dennoch gut im Futter.

In Bezug auf die Haltbarkeit kann man dem Shimano AM9 ein Lob aussprechen: Auch wenn der Schuh nach fast einem Jahr intensiver Nutzung (inklusive ungewolltem Steinkontakt im Zehenbereich) wirklich nicht mehr neuwertig aussieht, tut er noch immer seine Arbeit und gibt keinen Grund zur Beanstandung. Hierfür gibt es von unserer Seite einen Daumen nach oben.

# Abnutzungserscheinungen im Bereich des hochgezogenen Fersenschutzes sowie der Riemenlasche - das lässt sich bei derart starker Nutzung nicht vermeiden.

Fazit – Shimano SH-AM903 MTB Schuhe

Der Shimano SH-AM903 ist eine gelungene Weiterentwicklung des AM9 und überzeugt mit Tragekomfort, Stabilität und Schutzwirkung. Das Schnellschnürsystem ist so unkompliziert wie praktisch. Der überarbeitete Pedal/ Cleat-Kanal ist einwandfrei, Ein- und Ausklicken funktioniert auf SPD-Pedalen perfekt. Das schlichte Design gefällt und die Haltbarkeit überzeugt. Dabei lässt sich der SH-AM903 auch von schlechtem Wetter wenig beeindrucken und sorgt lange für trockene Füße – erst wenn die Temperatur unter 5 Grad fällt, wird es frisch am Fuß. Preislich liegt er im oberen Mittelfeld – aber der Preis hält, was er verspricht.

Pro / Contra

Pro

  • hoher Tragekomfort
  • Schnellschnürsystem ist unkompliziert und praktisch
  • Guter Schutz im Zehenbereich
  • durchaus schlechtwettertauglich

Contra

  • Innenmaterial benötigt einige Zeit zum Trocknen
  • Nicht alle Pedale perfekt kompatibel
# Der Shimano SH-AM9 überzeugt mit Tragekomfort, Stabilität und Schutzwirkung - und schreckt nicht vor täglichem Einsatz auf jedwedem Drahtesel zurück.

Wie gefallen euch die Shimano SH-AM903 MTB Schuhe?


Tester-Profil: Michael Biernoth
Körpergröße 194 cm
Schrittlänge 92 cm
Oberkörperlänge 71 cm
Armlänge 68 cm
Gewicht 100 kg
Mitch ist seit 2013 auf dem Mountainbike unterwegs. Gern bügelt er mit dem Enduro- oder Trail Bike auf heimischen Trails, egal ob flowig oder steil und technisch. Einer seiner Leidenschaften ist das Segeln, jedoch nicht auf dem Wasser, lieber durch die Luft am Local Jumpspot oder anderen Gelegenheiten in den Bikeparks dieser Welt.
Fahrstil
verspielt, strammes Grundtempo, lieber eine Kurve mehr als Straightline
Ich fahre hauptsächlich
Enduro, Trail, Jumps und auch gern mal Downhill
Vorlieben beim Fahrwerk
etwas straffer, schneller Rebound, so wenig Dämpfung wie nötig
Vorlieben bei der Geometrie
ausreichender Reach, mittellange Kettenstreben, tendenziell flacher Lenkwinkel

Preisvergleich – Shimano SH-AM903 MTB-Schuhe

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