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Nonplus Components GEN2 MTB-Laufräder & Naben
170 g-Nabe trifft auf Kegelverzahnung

Nonplus Components – so lautet der Name eines Herstellers von MTB-Naben und edlen Laufrädern, den vielleicht noch nicht jeder kennt. Doch auch wenn die Baden-Württemberger noch etwas unter dem Radar fliegen, haben sie interessante Produkte zu bieten – wie eine leichte und doch sehr belastbare MTB-Hinterradnabe mit gerade mal 170 Gramm. Wir hatten bereits erste Fotos auf der Eurobike machen können und geben euch einen kleinen Überblick zur Kernkompetenz – der Nonplus Components Hinterradnabe GEN2 sowie den erhältlichen MTB-Laufradsätzen.

Beim ein oder anderen Laufradfan werden schon die Ohren klingeln, denn Nonplus MTB Laufräder sind bereits eine Weile im Rennzirkus oder auf lokalen Hometrails unterwegs. Zuerst nur verfügbar für Profi Racer*innen oder die, die es mal werden wollen, sind die edlen und superleichten Naben und Laufradsätze seit letztem Jahr auch für die breite Masse verfügbar. Zuvor wurde das Konzept zusammen mit der speziellen Freilauftechnik ausgiebig auf Herz und Nieren geprüft, um mithilfe eines Investors auch schlussendlich in die Serienfertigung gehen zu können. Erhältlich sind heute neben dem Nabenset mit eigens entwickelter Kegelverzahnung und Features wie dem Non Vacuum-Entlüftungssystem auch komplette MTB-Laufradsätze, die vor allem mit Stabilität und geringem Gewicht punkten wollen.

Preis Vorderradnabe GEN2 200 € (UVP)
Preis Hinterradnabe GEN2  500 € (UVP)

Preis Laufradsatz Alu ab 1.048 € (UVP)
Preis Laufradsatz Carbon ab 1.848 € (UVP)

# Die Nonplus GEN2-Hinterradnabe - das Herzstück der edlen Laufräder aus Baden-Württemberg.
# Auch die Vorderradnabe weiß mit geringem Gewicht und innovativen Features zu glänzen.

Die Idee hinter der neu entwickelten Nabe kam nicht von ungefähr – Kopf und Entwicklungsleiter hinter der Nonplus GEN2 Hinternabe ist Christian Jenny, hier im Forum auch bekannt als TuningChristian. Mit seiner 30-jährigen Erfahrung in der Entwicklung und Produktion von Naben kann das technische Oberhaupt von Nonplus Components auf geballtes Praxiswissen zurückgreifen, was im Jahr 2018 schlussendlich zur offiziellen Gründung der Marke führte. Die Erfahrung und das Know-How der noch jungen Firma spiegelt sich auch in diversen Patenten wider, welche durch die Entwicklungsarbeit bei Nonplus entstanden sind.

Gerade im heutigen Zeitalter spielt die Herkunft von Produkten eine relativ große Rolle. Passend also, dass die Nabenbauer aus Murr – 30 km nördlich von Stuttgart – von Anfang an auf Fertigung in Deutschland gesetzt haben. Denn der erwähnte Investor ist auch gleichzeitig die Fertigungszentrale von Nonplus. Ein ortsansässiger CNC-Dienstleister, der sich auf Präzisionsteile spezialisiert hat.

# Die Firma Frank Präzisionsteile GmbH stellt die Produktionszentrale der Made in Germany Naben dar.
# Der Firmensitz von Nonplus liegt im baden-württembergischen Murr – 30 km östlich von Stuttgart.

Nun aber zur eigentlichen Kernkompetenz, den Naben: Wenn man von Nonplus gehört hat, dann meist im Kontext des Gewichtes und der freigegebenen Einsatzmöglichkeiten der GEN2-Hinterradnabe. Denn die ca. 170 Gramm leichte Nabe mit überdimensioniertem Nabenkörper ist für so ziemlich jeden Einsatzbereich freigegeben, selbst für E-Bikes und Pedelecs mit einem max. Systemgewicht von bis zu 160 kg. Laut Nonplus sollten selbst 200 kg für die Nabe keinerlei Problem darstellen. Zum Vergleich: eine vergleichbare DT Swiss 240 Nabe liegt bei ca. 223 Gramm, eine Nabe fürs Grobe wie die Hope Pro 4 kommt auf satte 310 Gramm.

# Mit Fokus auf die Waage - 169 Gramm für eine Hinterradnabe, die sogar über die max. 160 kg Systemgewicht hinaus belastbar sein soll.
# Das Nabenset mit 255 Gramm bleibt unterhalb von so mancher Konkurrenz-Hinterradnabe. - hier könnte man die viel gefahrene Hope Pro 4 mit 310 Gramm erwähnen.

Durch ihr geringes Gewicht wird die besagte Nabe auch im Bereich der Cross Country Bikes erfolgreich eingesetzt. Kein Geringerer als Simon Gegenheimer pedalierte seinen Nonplus Laufradsatz inkl. GEN2 Nabe immerhin viermal infolge auf das oberste Treppchen des Eliminator World Cups 2022 – Rekord! Auch seine Teamkollegin Marion Fromberger konnte dieses Jahr bereits zwei Silbermedaillen mit nach Hause nehmen.

# Weltmeister Simon Gegenheimer in Action beim Cross-Country Eliminator World Cup.
# Der gebürtige Baden-Württemberger konnte insgesamt schon 5 Siege auf den Nonplus-Laufrädern einfahren.

Was die Nabe besonders mache, sei laut Nonplus ihre Strapazierfähigkeit in Kombination mit dem äußerst geringen Gesamtgewicht. Dabei bildet der schwarz eloxierte Nabenkörper das Herzstück der Nabe, zu dem sich zwei groß dimensionierte Lager gesellen, um den Nabenkörper auf einer 17 mm-Achse abzustützen. Zwei weitere Lager tragen den Freilauf und die zugehörigen Microspalt-Endkappen sollen Schmutz und Wasser vom Inneren der Nabe fernhalten. Die Bremsscheibenaufnahme wurde direkt mit dem Speichenflansch verbunden, was eine erhöhte Festigkeit erzeugen und damit eine optimale Übertragung der Bremskräfte gewährleisten soll.

# Tiefe Einblicke in das Herzstück von Nonplus - Microspalt-Endkappen, Bremsscheibenaufnahme am Flansch, patentierte Kegelverzahnung und ein spezielles Entlüftungssystem.

Die Kegelverzahnung des Freilaufmechanismus soll eine um ca. 400 % größere Auflagefläche aufweisen als herkömmliche Stirnradverzahnungen. Dadurch soll eine maximale Kraftübertragung bei minimalem Verschleiß ermöglicht werden, da beim patentierten Nonplus-System die wirkenden Kräfte flächig statt punktuell übertragen werden. Eine spezielle Zahnrückseite soll durch die Linienberührung auf der Kontaktfläche ihrer Verzahnung zusammen mit einer hart eloxierten Oberfläche für einen sehr geringen Abrieb sorgen und will damit die Lebensdauer nochmals erhöhen. Hierdurch soll auch beim Einsatz unter härtesten Bedingungen die Verwendung von Aluminium kein Problem darstellen.

# Die eigens entwickelte Kegelverzahnung soll eine um ca. 400 % größere Auflagefläche als herkömmliche Stirnradverzahnungen aufweisen - was eine maximale Kraftübertragung bei minimalem Verschleiß ermöglichen soll.

Bei der gewählten 45-fachen Verzahnung ergibt sich so ein Leerweg von 8°, was einen sehr direkten Antrieb zur Folge hat und jede Kurbelbewegung direkt in Vortrieb verwandeln will. Laut der Entwicklungsabteilung von Nonplus soll sich durch die 1:1 „Tooth to Tooth“ Verzahnung trotz des eher geringen Leerwegs ein optimales Verhältnis von Vortrieb und Pedalrückschlag einstellen. Die sogenannte „Non Stop“-Konstruktion verfolgt hierbei eine direkte Kraftübertragung vom Freilauf auf die Zahnscheibe, um die Kraft von dort direkt von der Zahnscheibe in den Nabenkörper weiterzuleiten. Die Kraftübertragung der Kegelverzahnung geht somit 1:1 in die der Außenverzahnung über.

# Durch Linienberührung auf der Verzahnungskontaktfläche soll sehr geringer Abrieb gewährleistet werden.
# Die „Non Stop-Konstruktion“ ermöglicht direkte Kraftübertragung vom Freilauf bis in den Nabenkörper.

Für die erste Iterationsstufe, welche im freien Handel zu erwerben war, setzte man auf das Feature eines einstellbaren Lagerspiels, welches laut Jenny die technisch bessere, aber auch anspruchsvollere Lösung darstellt. Nach kurzer Zeit kristallisierte sich heraus, dass der Markt eine etwas unkompliziertere Version der Nabe verlangt. Damit entstand die GEN2-Hinternabe, die die Vorteile eines einstellbaren und fixen Lagerspiels vereinen soll, indem sie die Anzugskräfte durch die Steckachse selbst zu kompensieren vermag. Ein eingesetzter Gummipuffer (O-Ring) gleicht unterschiedlich starke Kompressionen (generiert durch das Anziehen der Steckachse) aus und soll zusammen mit den dazu entwickelten Microspalt-Endkappen für einen guten Sitz der Kugellager auf der Achse sorgen. Weitere Vorteile des minimierten Achsspiels und den dadurch ausbleibenden Vibrationen sollen sich in verbesserter Schaltpräzision sowie reduziertem Schleifen der Bremsscheibe äußern.

Durch ein Entlüftungssystem namens „Non Vacuum“ will man zudem das Entstehen von Unterdruck in der Nabe verhindern – welcher bspw. beim Reinigen einer aufgeheizten Nabe mit kaltem Wasser entsteht – und so den Wassereindrang durch den generierten Sog in die Nabe verhindern.

# Ein ausgefeiltes Entlüftungssystem soll verhindern, dass Wasser und Schmutz in die Nabe gezogen werden.

Wer sich schlecht für Naben im Einzelnen begeistern kann und eher auf der Suche nach einem kompletten MTB-Laufradsatz ist, der findet bei Nonplus Components eine Auswahl an unterschiedlichen Carbon- und Aluminiumfelgen. Bei den Carbonfelgen setzt man laut Christian Jenny auf Kohlefasererzeugnisse aus China, welche nach den Vorgaben des Entwicklungsleiters gefertigt werden. Hierbei wird ab All Mountain-Einsatzbereich belastungsoptimiert gefertigt. Bedeutet: eine Hinterradfelge bekommt mehr Material und dementsprechend Gewicht als ein Felgenring für die Front. Bei der Aluminiumvariante setzt man auf Bewährtes von der Firma Newmen, zur Auswahl steht die SL A30-Felge als 28 und 32-Loch-Variante. Alles in allem sollen die Laufräder aus Murr zu allem bereit sein, was man sich auf grobstolligen Zweirädern vorstellen kann.

# Der EN299-Laufradsatz kommt zusammen mit D-Light Speichen und 32-Loch Felgen auf schlanke 1.495 Gramm.
# Für Customizing-Fans gibt es frei wählbare Decals in schlichten bis poppigen Farben.
# Das EN349-Carbon-Felgenhorn - mit 29 und 34 mm Maulweite erhältlich.

Preislich muss man für einen Carbon-Felgenring 450 € einberechnen, bei der Aluminium-Version steht der Preis bei 89 € pro Felge. Ein Alu-Komplettlaufradsatz von der Stange startet bei 1.048 €, die edle carbonisierte Variante geht ab 1.848 € über den Tresen. Kleines Schmankerl: die Decalfarben sind bei den Laufradsätzen frei wählbar, dazu gibt es noch 4 Jahre Garantie auf die verbauten GEN2-Naben.

Was sagt ihr zu den High-End-Naben und Laufrädern von Nonplus?

Infos und Bilder: Pressemitteilung Nonplus
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