Schwalbe Recycling-Projekt: Die ZEG macht mit!

Schwalbe Recycling-Projekt: Die ZEG macht mit!

Die ZEG macht beim Schwalbe Recycling-Projekt mit! Ein wichtiges Zeichen in Richtung Nachhaltigkeit sendet Europas größte Zweirad-Einkaufs-Gemeinschaft, kurz ZEG. Mit ihren Mitgliedsbetrieben unterstützt sie das Recycling-Projekt des Reifenherstellers Schwalbe.

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Schwalbe Recycling-Projekt: Die ZEG macht mit!

Was hältst du vom Schwalbe Recycling-Projekt? Hast du einige alte Reifen, die du dem Recyclingprozess gern zuführen würdest?
 

Dewey

Bekanntes Mitglied
Reifenverwertung geht auch anders. Meine Altreifen verlassen mich in Richtung Müllverbrennungsanlage, ...um nach kurzer Zeit als Fernwärme wieder zu erscheinen. 😀
 

bluecat

Bekanntes Mitglied
@bluecat: wie sieht denn die Energiebilanz aus wenn man das rückgewonnenen Material neu herstellen müsste?

Die Frage hatte ich mir auch gestellt - aber keine konkreten Antworten gefunden.

Also von hinten aufrollen:

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Der Pneu hat einen komplexen Aufbau, Schwalbe erklärt das im Detail. Die Pyrolse liefert aber nur einzelne Grundstoffe. Es liegt in der Natur des Verfahrens, dass diese weder in der Menge noch in der Reinheit anfallen, wie sie für einen neuen Pneu gebraucht werden - es sind noch zahlreiche Veredelungsschritte notwendig.

Ob der zurück gewonnenen Rohstoff wirklich für alle Elmente des Reifen tauglich ist, wage ich zu bezweifeln.

Das bringt mich zum Schluss, dass das Verfahren nur "rentiert" wenn der Rohstoff extrem teuer ist. Die ist etwa bei der nuklearen Wiederaufbereitung der Fall.
 

bluecat

Bekanntes Mitglied
Bemerkenswert ist es auf jeden Fall, auf den Winter hin ein Verfahren zu propagieren, das mehr Energie verbraucht und verschwendet als es einbringt.

Da die Pneu in der Pyrolyse nicht brennen, wird ihre Verbrennungsenrgie verschwendet.

Da der Pyrolyseofen von aussen geheizt werden muss, wird zusätzlich Energie verbraucht.

Meine Altreifen verlassen mich in Richtung Müllverbrennungsanlage, ...um nach kurzer Zeit als Fernwärme wieder zu erscheinen

Das ist ohne Zweifel die derzeit sinnreichste Methode im Umgang mit ausgedienten Pneu.

Gut möglich, dass in (ferner?) Zukunft wieder Energie im Überfluss bereit steht. Dann soll IMHO sofort die Forschung an solchen Projekten wieder aufgenommen werden. Vielleicht kommt ja was tolles dabei raus.
 

bluecat

Bekanntes Mitglied
Geht es nicht auch darum, dass ein Teil der verwendeten Rohstoffe endlich sind? Diese dann nach Ablauf der Lebenszeit wieder zurück zu gewinnen ist für mein Verständnis schon ein Fortschritt.

Ja, genau darum gehts. Im Prinzip. Unglücklicherweise gibt es derzeit noch einen weiteren Gesichtspunkt:

Was wir zuerst ausgehen?
  • das Gas um den Pyrolyseofen zu Heizen
  • die Gummibäume um neue Pneu zu machen
Womit sich der Kreis schliesst:

Gut möglich, dass in (ferner?) Zukunft wieder Energie im Überfluss bereit steht. Dann soll IMHO sofort die Forschung an solchen Projekten wieder aufgenommen werden. Vielleicht kommt ja was tolles dabei raus.

Glücklicherweise gibt es in den E-Velos noch einen anderen Rohstoff, der bisher nicht zurückgewonnen wird: Das Lithium aus den Akku. Da liesse sich vielleicht eine Methode entwickeln, die auch bei Energieknappheit verantwortbar ist.
 

Jon Chickenway

Bekanntes Mitglied
Zu Schläuchen schreibt Schwalbe: "Die Energiebilanz dieses Recyclingprozesses ist unter Einbeziehung aller Transportwege äußerst positiv. Im Vergleich zur Herstellung der gleichen Menge neuen Butyls wird 80 % Energie eingespart."

Leider keine Infos zu Reifen. Aber in was für Materialien sie Zerlegt werden, und von wem:
Spart aber wohl 80% Co2, lt Pyrium.

@bluecat: laut dir verbrennt Schwalbe als gewinnorientiertes Unternehmen Geld. Was denkst Du ist deren Antrieb dahinter? (Nicht Porvokant gemeint. Ich such die Logik dahinter, das einzige was mir einleuchten würde wäre "Greenwashing".)
 

bluecat

Bekanntes Mitglied
(Nicht Porvokant gemeint. Ich such die Logik dahinter, das einzige was mir einleuchten würde wäre "Greenwashing".)

Annahme: Schlüche bestehen alle aus dem selben Material, einheitlichen Material mit geringer Verdeleung und varieren einzig in der Wandstärke. Dann kann ich mir einen Kreislauf wie beim Flaschenglas gut vorstellen.

Aussagen zu "Einsparungen" sind für mich wie Vorhersagen der Lottozahlen.

Solche Aussagen beruhen auf einer unmenge von Annahmen, die beliebig so gelegt werden können, dass das Resultat passt (Nehmen wir an, eMTB ist ein grüner Sport, weil 95% aller eMTB-Fahrer auf Achse ins Zielgebiet kommen und nur 5% dazu das Auto brauchen).

Den Pyrolyse-Prozess hatte ich nicht zufällig als Forschung bezeichnet. Ich sehe das als Versuch von Schwalbe, etwas Neues auszuprobieren nachdem die Sache mit den Schläuchen (irgendewie) läuft. Sowas kostet besonders in der Entwicklungsphase richtig Geld (die eingentliche Forschung fand an den Hochschulen statt).

Zum jetztigen Zeitpunk kann man durchaus einen Touch von Greenwashing sehen (wegen des Energie-Mehrverbrauchs ist die Sache ja nicht unbedenklich). Ich gehe aber davon aus, dass der Prozess, von der Energiefrage abgesehen, durchaus optimierbar ist, bis ein nützlicher Rohstoff in nennenwerten Mengen gewonnen werden kann.

Sollte die Sache aber auf diffusem Niveau verharren und Schwalbe sich dennoch damit Schmücken, würde ich es klar als Greenwashing einstufen.

Pyrum selbst schreibt zur Energiefrage:
deshalb sind auch wir gezwungen einen anteiligen Energiekostenzuschlag in Höhe von 10%, auf jede Rechnungssumme zu erheben.
 
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