extremer Lieferverzug, wie gehen die verschiedenen Hersteller damit um?

MB20

Aktives Mitglied
Die bzgl. Teile- und Frachtverfügbarkeit schwierige Lage der Branche ist ja nun hinlänglich bekannt. Was mich interessieren würde ist, wie die verschiedenen Hersteller damit umgehen.

Ich für meinen Teil habe am 19.11. ein R Raymon Trailray E 10.0 bestellt - lt. Händler "vorrätig, Lieferzeit ungefähr acht Wochen", das liegt mir schriftlich vor. Somit hätte das Rad Ende Januar geliefert werden sollen/müssen.

Der Termin wurde dann Anfang Februar auf Mitte/Ende Februar verschoben und Mitte Februar dann auf Mai. Am 10.5. hat man mir auf Nachfrage mitgeteilt, dass das Rad Mitte/Ende Mai geliefert werden soll. Ihr werdet es Euch sicherlich schon denken, von dem Rad ist weiterhin weit und breit keine Spur...

Ich habe langsam echt die Faxen dicke. Verarschen kann ich mich auch alleine. Es ist eines, dass es aufgrund der aktuellen Situation zu Verzögerungen kommen kann, die Frage ist nur, wie man als Hersteller/Händler damit umgeht. Auf der Seite von Pexco, dazu gehört u.a. R Raymon steht für Händler der Hinweis, dass genannte Liefertermine nur "Indikatoren" sind und "keine finalen Liefertermine" und dass man gegenüber den Kunden ganz auf die Angabe von genauen Lieferterminen verzichten soll.

Wer wartet hier denn aktuell noch auf sein Rad und wie ist das Kommunikationsverhalten? Bei R Raymon m.E. unter aller Sau. Von Emotion Technologies kommt leider auch nichts als freundliche Mails mit immer weiteren Verschiebungen aber kein erkennbares Bemühungen beim Hersteller endlich einen finalen Termin einzuholen.
 

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Trialbiker82

Bekanntes Mitglied
Bisher wurde keine Leistung erbracht, es bestand bisher somit kein Grund irgendetwas zu bezahlen.
Was meinste wie es dann Herrn Raymon geht.
Er würde wahrscheinlich gern sein Bike an dich verkaufen aber er kann ja nicht weil irgendwas fehlt.
Das es dich ankotzt kann ich voll und ganz verstehen. Ginge mir genauso.

Aber schau mal im Internet nach Teilen. Da kriegst du ne Krise.
 

E-Heizer

Bekanntes Mitglied
Ist doch bekannt, dass man sich aktuell nicht ansatzweise auf angegebene Liefertermine verlassen kann.
Ich habe gestern ein Bike bestellt, dass als "auf Lager" angegeben war. Ist heute schon unterwegs.
Viel schlimmer finde ich, dass ausgelieferte Räder im Falle eines Falles oft nicht repariert werden können.

Den Ärger kann ich aber sehr gut verstehen ... evtl. hat man ja schon einen Bike-Urlaub geplant ... echt großer Mist zur Zeit ...
 

MB20

Aktives Mitglied
Was meinste wie es dann Herrn Raymon geht.
Er würde wahrscheinlich gern sein Bike an dich verkaufen aber er kann ja nicht weil irgendwas fehlt.
Das es dich ankotzt kann ich voll und ganz verstehen. Ginge mir genauso.

Aber schau mal im Internet nach Teilen. Da kriegst du ne Krise.

Es wäre ein Anfang einmal mit mir zu sprechen wo genau das Problem liegt und was evtl. fehlt und zwar nicht pauschal, sondern mein Bike betreffend. Mich würde z.B. einmal interessieren, wie für ein zum Zeitpunkt der Bestellung "vorrätiges" Rad noch Teile fehlen können...
 

MB20

Aktives Mitglied
Ist doch bekannt, dass man sich aktuell nicht ansatzweise auf angegebene Liefertermine verlassen kann.
Ich habe gestern ein Bike bestellt, dass als "auf Lager" angegeben war. Ist heute schon unterwegs.
Viel schlimmer finde ich, dass ausgelieferte Räder im Falle eines Falles oft nicht repariert werden können.

Den Ärger kann ich aber sehr gut verstehen ... evtl. hat man ja schon einen Bike-Urlaub geplant ... echt großer Mist zur Zeit ...

Wenn man dem Kunden schriftlich im November mitteilt, dass das Rad "vorrätig" sei, ist es schlichtweg inakzeptabel jetzt den Liefertermin immer weiter zu verschieben. Um das Rad irgendwann vielleicht ganz zu canceln? Würde mich nicht mehr überraschen.

Ich habe mich für meine Bikes und auch das noch nicht gelieferte rechtzeitig mit Teilen eingedeckt. Von Rahmen, Fahrwerk, Motor und Akku abgesehen ist eigentlich alles da - fehlt nur noch das Rad...:weary:
 

E-Heizer

Bekanntes Mitglied
Wenn man dem Kunden schriftlich im November mitteilt, dass das Rad "vorrätig" sei,
Wenn von "vorrätig" gesprochen wurde, ists in der Tat eine Sauerei. Pandemie hin oder her. Es ist ebenfalls eine Sauerei, alle Teile in neue Bikes zu verbauen, die dann kurze Zeit später defekt stehenbleiben ... für Wochen oder gar Monate ... mangels Teilen 🙄. Die Fahrradindustrie handelt gerade, als ob es kein Morgen gäbe.
Ich frage mich sowieso inzwischen, wie das mit der Garantie ist. Ich kauf mir ne nagelneue Kiste, der Motor krepiert nach zwei Monaten und der Händler / Hersteller kann nicht reparieren. Kann ich dann vom Kaufvertrag zurücktreten?
Btw. Bikes sind mitnichten nur ein Hobby ... es gibt jede Menge Leute, (u.a. mich,) die darauf angewiesen sind um mobil zu sein. Das macht es dann doppelt ärgerlich.
 
Zuletzt bearbeitet:

MB20

Aktives Mitglied
Ich versteh einerseits euren Frust aber euch ist schon klar das wir seit gut 15 Monate eine P(l)andemie haben wo einige Firmen zu knabbern haben. Lockdown, Quarantäne von Mitarbeiter, weniger Flieger in der Luft die auch Waren transportieren zu dem Passagieren...
Die Welt befindet sich im Wandel.
Und wir beschweren uns ueber Lieferzeit fuer unser Bike Hobby...😂
Solange man ein Bike hat, Ist es doch halb so wild..
Wer bei Fixierung des Kaufes schriftlich festhält, dass es sich um ein vorrätiges Rad handelt, kann sich später nicht auf die Pandemie berufen - meine Meinung. So erweckt das Ganze den Eindruck Hauptsache einen Vertrag abgeschlossen zu haben, geliefert wird dann irgendwann, der Kunde wird schon warten. Dann noch der Hinweis für Händler auf der Homepage, der nichts anderes besagt als den Kunden möglichst lange im Ungewissen zu lassen.
 
Zuletzt bearbeitet:

MB20

Aktives Mitglied
Wenn von "vorrätig" gesprochen wurde, ists in der Tat eine Sauerei. Pandemie hin oder her. Es ist ebenfalls eine Sauerei, alle Teile in neue Bikes zu verbauen, die dann kurze Zeit später defekt stehenbleiben ... für Wochen oder gar Monate ... mangels Teilen 🙄. Die Fahrradindustrie handelt gerade, als ob es kein Morgen gäbe.
Ich frage mich sowieso inzwischen, wie das mit der Garantie ist. Ich kauf mir ne nagelneue Kiste, der Motor krepiert nach zwei Monaten und der Händler / Hersteller kann nicht reparieren. Kann ich dann vom Kaufvertrag zurücktreten?
Btw. Bikes sind mitnichten nur ein Hobby ... es gibt jede Menge Leute, (u.a. mich,) die darauf angewiesen sind um mobil zu sein. Das macht es dann doppelt ärgerlich.
Das geht schneller als man denkt und im schlimmsten Fall steht das Bike dann wirklich für Wochen oder Monate und die Saison ist gelaufen.

Wir haben Anfang April beim Rottweiler Spezialisten für superleichte Kinder-EMTBs, ben-e-bike, ein 24 Zoll Bike bestellt. Geliefert werden sollte ab Ende Mai. Am 20.5. wurde das Rad allerdings schon geliefert - es geht also auch so!

Problem: nach zwei Tagen ging nix mehr, Kommunikationsfehler lt. Display. Innerhalb einer halben Woche hat uns der Geschäftsführer den kompletten elektrischen Antriebsstrang vom Display bis hin zum Motor zugeschickt. Mittlerweile habe ich alles getauscht und das Rad fährt wieder eine Eins.

Es kann immer etwas schiefgehen, für mich ist nur die Frage wie der Hersteller damit umgeht. Und hier haben wir bei R Raymon und ben-e-bike beide Extreme erlebt.
 

OneCent

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Der Auslieferungstermin meines Simplon im 2020 wurde auch um ein paar Wochen Verschoben. Simplon hat dann mitgeteilt, das es Probleme beim Transport der Fahrradrahmen gibt. Kann man nachvollziehen wenn man weiss wie das zu dieser Zeit funktioniert hat.
 

orange69

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Wir bekommen momentan, und das wird noch eine Weile anhalten oder sich vielleicht sogar noch verschärfen, das Angebotsverhalten der Hersteller, das Verkaufsverhalten der Händler und unser eigenes Konsumverhalten gespiegelt.
Corona und der gleichzeitige Bikeboom haben das aufgezeigt aber nicht alleinig veursacht.

Hersteller: Modellzyklen gerade mal ein Jahr, 2022er Bikes werden schon im Frühjahr des Vorjahres präsentiert.
Vorjahresmodelle werden nur bis zu einem Zeitpunkt x überhaupt produziert und sind dann nicht mehr verfügbar.
Bikes werden mit TamTam präsentiert und kein Mensch weiss, wann sie überhaupt real verkauft werden.
Das geht so schon seit einigen Jahren und schon vor Corona.
Müssen diese kurzen Zyklen so sein? Das EMTB gibt es gerade mal 10 Jahre und wir erlebten gewaltige Innovationssprünge. Langsam hat sich die Sache aber konsolidiert, Antriebstechnologien ändern sich eher marginal, die Akkutechnologie an sich, bis auf immer grössere Kapazitäten, praktisch gar nicht.
Wie die Autoindustrie in USA in den 50ern, jedes Jahr ein neues Modell.
Die Teileindustrie verhält sich identisch.

Händler: diese müssen die Modellzyklen mitmachen und sich mit Bikes eindecken. Nicht zu viel aber auch nicht zu wenig, sonst bleiben sie beim nächsten Modellwechsel auf den "Alten" sitzen und müssen diese verramschen.
Der Kunder erwartet Rabatte und möchte die gesamte Angebotspalette anschauen und ausgiebigst testen.
Gleichzeitig sind die Händler durch den Direktversandhandel direkt betroffen und müssen damit konkurrieren.
Internetkauf auch bei Teilen stark zunehmend.
Mancher Händler lebt heute noch mehr schlecht als recht vom Service und nicht mehr vom Bike- oder Teileverkauf. Einige kleine Händler stehen mit dem Rücken an der Wand.

Kunde: Wir lechzen nach immer neuen und tolleren Bikes und Parts.
Die Medien unterstützen dies kräftigst.
Wir kaufen gerne im Netz und nicht mehr vor Ort, heute bestellt, morgen geliefert, übermorgen wieder was Neues angeklickt.
Möglichst billig und grundsätzlich nur mit Rabatt.
Es soll ja sogar Kunden geben, die sich beim Händler ausführlichst beraten lassen und testen und danach heimgehen und im Netz kaufen.

Man sieht, alles schon vor Corona so und nun sehen wir die Folgen.
Natürlich nicht nur bei Bikes so.
Vielleicht überspitzt formuliert und Ausnahmen bestätigen die Regel.
Mal sehen, ob alle o.g. Beteiligten aus dem irgendwas gelernt haben.
 
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E-Heizer

Bekanntes Mitglied
Ich glaube nicht, dass der Trend zum Fahrrad nur eine vorübergehende Erscheinung ist. Das Autofahren in den Städten wird immer unangenehmer und teurer und neue Infrastruktur für Biker entsteht ... der Boom wird anhalten - wenn auch nicht mit den aktuellen Zuwachsraten. Von daher hoffe ich, dass die Hersteller sich trauen, ihre Kapazitäten zu erhöhen. Bevor noch mehr Frust aufgrund der Mangelversorgung an Ersatzteilen entsteht ... und das Fahrrad einen schlechten Ruf bekommt.
 

MB20

Aktives Mitglied
Ich glaube nicht, dass der Trend zum Fahrrad nur eine vorübergehende Erscheinung ist. Das Autofahren in den Städten wird immer unangenehmer und teurer und neue Infrastruktur für Biker entsteht ... der Boom wird anhalten - wenn auch nicht mit den aktuellen Zuwachsraten. Von daher hoffe ich, dass die Hersteller sich trauen, ihre Kapazitäten zu erhöhen. Bevor noch mehr Frust aufgrund der Mangelversorgung an Ersatzteilen entsteht ... und das Fahrrad einen schlechten Ruf bekommt.
M.E. kann man nur hoffen, dass der ganz große Boom endet sobald wir die Pandemie dauerhaft im Griff haben. Hier im Schwarzwald ist gerade am Wochenende mittlerweile mehr los als in den Städten. Mangels Alternativen hat es die letzten 1,5 Jahre reihenweise Menschen in den Wald getrieben die dort in der Vergangenheit nicht anzutreffen waren. Das führt aktuell dazu, dass man viele Trails nur noch unter der Woche oder am Wochenende zu Sonnenaufgang fahren kann...
Das sollte sich mit steigenden Alternativen in der Freizeitgestaltung nun allmählich wieder besser. Damit dürfte sich dann auch die Lage bei den Bikes und Ersatzteilen nach und nach wieder normalisieren. Ich denke allerdings, dass wir hier dieses Jahr noch keine großartige Besserung erfahren werden, ganz im Gegenteil.
 

E-Heizer

Bekanntes Mitglied
Sehe ich ähnlich ... leider ... und hoffe, dass keine Reparatur auf mein Bike zukommt, die über vorhandene Verschleißteile hinausgeht. War heute auf mainfränkischen Wegen unterwegs und auch hier war es brechend voll ... allerdings meist sehr nette Menschen (Wanderer) und gute Gespräche. Bin trotzdem froh, dass ich coronabedingt auch unter der Woche vormittags Zeit fürs Hobby finde :happyblush ...
 
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